Durchhaltevermögen am Herd: Christoph Zenzinger hofft auf ein gutes To-Go-Geschäft an den Feiertagen.
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Durchhaltevermögen am Herd: Christoph Zenzinger hofft auf ein gutes To-Go-Geschäft an den Feiertagen.

Interview mit Gastwirt

Christoph Zenzinger aus Wörnsmühl über das zweite Ostern „to go“

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Wörnsmühl – Essengehen mit der Familie: Auch zu Ostern 2021 wird daraus wegen des andauernden Corona-Lockdowns in der Gastronomie wieder nichts. Im Interview berichtet Wirt Christoph Zenzinger (45) vom gleichnamigen Gasthof in Wörnsmühl, wie er mit der Situation umgeht und ob das To-Go-Geschäft Umsatz und Stimmung retten kann.

Herr Zenzinger, die zweiten Ostern im Gastro-Lockdown. Hätten Sie damit gerechnet?

Auf keinen Fall. Ich hätte im Herbst alles verwettet, dass wir nicht noch mal komplett zusperren müssen. Und jetzt ist es seit fast fünf Monaten so. Das ist schon hart, aber Jammern bringt uns auch nicht weiter. Mein Motto: nicht klagen, sondern kämpfen. Was anderes bleibt uns eh nicht übrig: Wir müssen das Beste aus dem machen, was uns von der Politik diktiert wird.

Wobei da ja die Möglichkeiten begrenzt sind. Eigentlich bleibt ja nur das To-Go-Geschäft, oder?

Ja. Aber auch da ist die Nachfrage im zweiten Lockdown schon spürbar zurückgegangen. Das ist verständlich, weil viele Leute in der Krise mehr aufs Geld schauen müssen. Am ehesten gönnen sie sich noch was an den Wochenenden oder eben den Feiertagen. Darauf haben wir unsere Öffnungszeiten ausgerichtet.

Was ist denn besonders gefragt bei den Abholern und wo kommen die eigentlich her?

Vom Angebot her haben wir im Vergleich zum Normalbetrieb nicht viel geändert. Wir haben immer eine eher kleine, aber feine Tageskarte, weil wir dann alles frisch kochen können. Gut etabliert sind natürlich die Pizzas. Die waren schon vor Corona ein Mitnahmeklassiker. Unser Einzugsbereich konzentriert sich aufs Leitzachtal, aber wir haben auch Kunden in Schliersee, Hausham und Miesbach. Da kommen eben die meisten unserer Stammgäste her. Einige übrigens auch aus dem Tegernseer Tal, aber für die ist der Weg zum Abholen zu weit.

Stichwort Stammgäste: Wie sehr fehlt Ihnen das gesellschaftliche Leben im Gasthof.

Sehr. Wir sind ja normalerweise das Stammlokal der Wörnsmühler Fußballer. Am Sonntagvormittag kommen die Schafkopfer. Da rührt sich schon immer was bei uns. Ich selbst steh zwar meistens in der Küche am Herd, aber meine Bedienungen wollen sich endlich wieder richtig um die Gäste kümmern und nicht nur Telefondienst schieben.

Wie überbrücken Sie denn die ruhigen Tage?

Vor allem mit Renovierungsarbeiten. Wir richten gerade ein Nebenzimmer neu ein zum gemütlichen Essen, Fußballschauen und für kleine Feiern. Dafür haben wir auch unseren Betriebsurlaub im Januar geopfert. Mei, man hätte ja eh nicht viel machen können.

Und die Erholung?

Da kommt schon ein bisschen zu kurz zurzeit. Obwohl nicht viel Umsatz zusammengekommen ist, war das letzte Jahr sehr anstrengend. Am schlimmsten sind die ständigen Änderungen bei den Auflagen. Zum Beispiel mussten wir mal schon um 15 Uhr schließen. Ausgerechnet während unserer Steakwochen. Die haben wir dann abgesagt, weil sich keiner am Mittag eine Rinderlende holt.

Apropos Speisen: Was tischen Sie an den Osterfeiertagen auf?

Da sind wir ganz klassisch unterwegs. Am Karfreitag gab’s Saibling aus unserem eigenen Waldweiher, am Ostersonntag bieten wir Lamm an. Keulenbraten und geschmorte Haxerl. Normal haben wir Koteletts, aber rosa Gebratenes funktioniert to go leider nicht.

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