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Stein des Anstoßes: Sonntag müssten Gäste im Bräustüberl Tegernsee bis zu 45 Minuten warten, sagt Google. Gegen solche Angaben will das Restaurant klagen.

Unverzichtbar für Gastronomen

Bräustüberl bereitet Klage gegen Google vor: Das sagen andere Wirte - „Ein bissl Fluch und Segen“

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Für die Gastronomen im Landkreis ist Google eine Medaille mit zwei Seiten. Sie schätzen die kostenlose Werbung, berichten aber auch über falsche Angaben.

Landkreis – Für die Gastronomen im Landkreis ist Google eine Medaille mit zwei Seiten. Sie schätzen die kostenlose Werbung, die ihnen die Suchmaschine bringt, berichten aber auch über falsche Angaben. Wie berichtet, bereitet das Bräustüberl Tegernsee eine Klage gegen den Internet-Riesen vor, weil dieser „gravierend falsche Angaben“ bei Stoß- und Wartezeiten des Restaurants gemacht habe. Auch andere Beispiele zeigen: Der Teufel steckt häufig im Detail.

Wieso, das erklärt Francois Bry, Informatikprofessor der LMU München: Zur Ermittlung der Stoßzeiten nutze Google die Standortermittlung der Handys, sagt er. Diese senden regelmäßig ihren Aufenthaltsort an die Firma – anonym, natürlich. Google speichere diese Daten seit über einem Jahrzehnt und könne daraus zum Beispiel ermitteln, wie viele Personen gerade in einer Gaststätte sind – und wie viele am Samstagmittag wahrscheinlich dort sein werden. „Viele Daten und lange Zeiträume machen Vorhersagen genau.“

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Bräustüberl verklagt Google: Das sagen andere Gastronomen über Google

Aber eben nicht perfekt. Manchmal scheitert das ausgeklügelte System an Grundlagen. Beispiel Hoppe Bräu in Waakirchen: Dort liegen Brauerei und Zapferei im gleichen Gebäude. Das bringt Google durcheinander. Es zählt alle Besucher für die Brauerei und hält sie für die beliebtere Adresse. Die Folge: Selbst wenn ein möglicher Gast nach „Hoppebräu Zapferei Waakirchen“ googelt, findet er die Brauerei – und damit falsche Öffnungszeiten und Kontaktdaten. „Manche kommen Montagmittag und sagen: ,Im Internet steht, ihr habt auf.‘“, berichtet Geschäftsführer Markus Hoppe. Auch am Wochenende habe er sicher schon öfters Gäste verloren. Sein Fazit: „Alles ein bissl Fluch und Segen mit dem ganzen Google-Gedöns.“

Dagegen helfen kreative Lösungen. Bei Google hat Hoppe seine Brauerei kurzerhand umbenannt. Der neue Name: „Hoppebräu GmbH -BRAUEREI- Dies sind nicht die Gastronomieöffnungszeiten!“ Dennoch komme es oft zu Missverständnissen.

Trotzdem: Hat Google die richtigen Unternehmen einmal erkannt, seien die Informationen der Internetseite zuverlässig, sagt Bry. Google habe inzwischen so viele Daten, es könne „sogar genau sagen, wie lange Sie in einer Gaststätte am Klo warten.“

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Google und die Gastronomie: Jedes System hat Lücken

Bleiben wir aber bei den Essenszeiten. Da funktioniert das System so, sagt Bry: Google sammele die Aufenthaltsdauer von Menschen in einem Restaurant. Bleiben Gäste bei Vollauslastung eine Stunde länger, deute das auf eine Wartezeit hin. Außerdem beziehe die Suchmaschine persönliche Daten ein, zum Beispiel die Essgeschwindigkeit eines Gastes, und Bewertungen besonders vertrauenswürdiger Nutzer. Weiße das Unternehmen daher eine Wartezeit aus, könne es diese Aussage mit Zeugen belegen – schlechte Karten für eine Klage, findet Bry.

Lücken hat Google dennoch. Beispiel Café Winklstüberl in Fischbachau. Hier habe man meist gute Erfahrungen mit Google gemacht, sagt Mitarbeiterin Kerstin Uffen. Google zeigt für das Café hunderte Bilder leckerer Torten und Brotzeiten. Auch Öffnungszeiten und Kontaktdaten stimmen. Einziges Problem: „An Feiertagen weiß Google nicht, ob wir offen haben.“ Die Angabe „womöglich geschlossen“ irritiere die Kunden und führe zu vielen Anrufen. Vor allem, weil das Winklstüberl immer auf habe. Das hat Google aus seinen Daten scheinbar aber noch nicht errechnet.

Bräustüberl Tegernsee will Google verklagen: So reagieren andere Gastronomen

Für Gastronomen sei Google dennoch unverzichtbar, sagt Steven Keller, Inhaber des Tasty Gorilla in Holzkirchen. Er nutzt die Suchmaschine als kostenlose Werbung, lädt Fotos seiner Burger hoch und bemüht sich um guten Service für gute Bewertungen. Hat er keinen Platz, schickt er die Leute weg. Das Ergebnis: Eine 4,5-Sterne-Bewertung, eine Wartezeit zeigt Google bei ihm nicht an. Keller sagt: „Für Selbstständige gibt es nichts Besseres als Google.“ Auch ein Teil der Wahrheit.

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