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Im Interview erklärt Cornelia Taube, stellvertretende Schulleiterin am BSZ, die Hintergründe für die schwächelnde Resonanz.

Wenig Interesse an neuen Fachzweigen in Miesbach

Die Wirtschaftslage ist zu gut für die BOS

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Mit den beiden Zweigen Gesundheit und Internationale Wirtschaft wollte der Landkreis seine Berufsoberschule (BOS) in Miesbach ab dem kommenden Schuljahr 2018/19 attraktiver und vielseitiger aufstellen. Doch bei der Probeeinschreibung hielt sich das Interesse überraschenderweise sehr in Grenzen.

Lediglich im einstelligen Bereich bewegte sich die Zahl der Interessenten. Grund genug, bei Cornelia Taube nachzufragen, was sie als stellvertretende Schulleiterin des Beruflichen Schulzentrums (BSZ) als Ursache sieht.

Frau Taube, Sie hat es sicherlich auch überrascht, dass das geplante neue Angebot nur wenig Resonanz erzielt hat, oder?

Auf jeden Fall. Aber korrekterweise muss man feststellen, dass es noch keine offizielle Absage gibt. Die Entscheidung liegt beim Kultusministerium. Wir haben die Zahlen dorthin gemeldet und warten nun auf eine Entscheidung. Aber es stimmt schon: Wir gehen davon aus, dass wir beide Zweige im kommenden Schuljahr wohl nicht anbieten werden.

Wie erklären Sie sich das geringe Interesse?

Ich denke, das lässt sich mit unserer guten Wirtschaftslage erklären. Unsere Schüler haben bereits einen Beruf gelernt, arbeiten also und können sich bei uns weiter qualifizieren. Aber wir haben Vollbeschäftigung. Und wer gibt heute schon einen Arbeitsplatz auf, wenn er gut ist? Außerdem tun auch die Firmen einiges, um ihre Leute weiter zu qualifizieren. Deshalb ist die BOS aktuell nicht so attraktiv. Anderen Schulen geht es ja ähnlich.

Inwiefern?

Die BOS Traunstein, die ebenfalls Gesundheit anbieten will, hatte ähnliche Zahlen. Dass das Angebot Internationale Wirtschaft bei den Fachoberschulen (FOS) wie in Holzkirchen dagegen gut ankommt, passt in dieses Bild. Denn dort geht es für Schüler von Realschule und Gymnasium – also ohne berufliche Vorbildung – nach der zehnten Klasse weiter.

Also nicht enttäuscht?

Nein, weil der Weg ja gut ist. Wir haben halt eine sehr gesunde Wirtschaftssituation. Ich denke, wir haben auch genug auf die neuen Zweige hingewiesen – die Werbung hat gepasst. Das zeigt sich nämlich am positiven Aspekt der Probeeinschreibung.

Worin liegt der?

Wir haben dadurch fast 30 Anmeldungen für die BOS 12, unsere Fachabiturklasse. Das ist deutlich mehr als in den vergangenen Jahren.

Kann man schon etwas zu den künftigen Schülerzahlen sagen?

Stand heute, also wenn alle, die sich eingeschrieben haben, auch kommen, bleiben sie im Sozialwesen stabil. Das ist positiv, denn insgesamt sinken die Schülerzahlen eher an den Berufsoberschulen.

Kann die Miesbacher BOS einen neuen Versuch starten?

Ja, das können wir. Wir stellen dazu wie diesmal einen Antrag beim Kultusministerium auf Probeeinschreibung. Dann muss das Ministerium dazu grünes Licht geben. Aber man muss das aktuelle Verfahren abwarten. Ich denke, man wird einige wenige Standorte mit diesen Zweigen anbieten. Offen ist wo. Denn attraktiv sind sie ja.

ddy

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