Am Gschwendt, Miesbach
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Drohende Parkplatzprobleme: Für das neue Wohngebiet wird die rund 50 Autos fassende Parkfläche an der Von-Vollmar-Straße (hinten l.) aufgelöst und durch 15 Querstellplätze ersetzt. Die Stellplätze Am Gschwendt (unten) bleiben erhalten. Direkt an den Friedhof (l.) schließt sich die geplante Spielfläche für Kinder an. 

Billigung des Bebauungsplans

Wohnungsbau Am Gschwendt: Stadtrat Miesbach fasst Beschluss

  • Dieter Dorby
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Es ist Halbzeit im Bebauungsplanverfahren zum Neubaugebiet Am Gschwendt in Miesbach. Doch damit ist der Wohnungsbau noch lange nicht durch. Es gilt noch einige Hürden zu nehmen.

Miesbach – Das neue Wohnbaugebiet Am Gschwendt in Miesbach hat den nächsten Schritt gemacht. Der Stadtrat hat in seiner jüngsten Sitzung den Billigungsbeschluss gefasst. Und das einstimmig. Der Münchner Planer Rudolf Sodomann durfte wieder gehen, ohne auch nur eine einzige Frage beantworten zu müssen. Dennoch waren nicht alle zufrieden.

So monierte Paul Fertl (SPD), dass das Verfahren bislang recht lange gedauert habe. „Wir sollten uns zeitlich einen Schub geben“, ermahnte er seine Ratskollegen mit Blick darauf, dass der Aufstellungsbeschluss bereits vom 1. August 2019 datiert. Die Zeit dränge vor allem deshalb, weil die staatliche Förderung von über 30 Prozent nur bis 2022 begrenzt sei – „was danach kommt, ist offen“. Und die Kreisstadt brauche unbedingt bezahlbaren Wohnraum.

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Michael Lechner (FWG) bestätigte die „große Einigkeit“, das Baugebiet auszuweisen. Er warnte jedoch davor, dass man mit dieser Planung ein Parkplatzproblem heraufbeschwöre, wenn man nicht gegenlenke.

Auslöser ist die Parkfläche an der westlich gelegenen Von-Vollmar-Straße, die im Zuge der Bebauung aufgelöst wird. Damit verschwinden an die 50 Stellplätze. Die werden nicht nur von den Anwohnern geschätzt, sondern auch von Friedhofsbesuchern – vor allem bei großen Beisetzungen mit vielen Teilnehmern. Für solche Fälle schlug Inge Jooß (SPD) den Einsatz von Pendelbussen vor, um das Fahrzeugaufkommen zu reduzieren. Lechner hatte eine andere Lösung im Blick: das freie Grundstück des Freistaats auf der Ostseite der Straße Am Gschwendt, wo das Land 2016/17 Wohnungen für anerkannte Asylbewerber und sozial Schwache in einfacher Bauweise errichten wollte. Ein Ansatz, den Bürgermeister Gerhard Braunmiller (CSU) unterstützte: „Wir werden nachfragen.“

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Denn eine weitere Parkfläche wäre – zumindest bis auf Weiteres – hilfreich. Denn am bisherigen Platz seien zwar künftig 15 Querparker vorstellbar, ergänzte der Rathauschef. Aber um den Verlust von 50 auszugleichen, reichen diese nicht. Auch Braunmillers Plan, entlang der Friedhofsmauer Längsparken zuzulassen – auch das wird geprüft –, wird nicht ausreichen.

Kaum Diskussion gab es zum geplatzten Vorhaben, am Wohngebiet einen Bolzplatz anzulegen. Auf der etwa 90  mal 17 Meter großen Fläche sind nun ein Spielplatz und eine Spielwiese vorgesehen.

Problematischer ist die Entwässerung des Areals. So hatte der Zweckverband zur Abwasserbeseitigung im Schlierachtal mit Nachdruck betont, dass die Entsorgung des Schmutzwassers „baulich angepasst“ werden muss. Das heißt: Es braucht einen neuen Kanal. Das liegt an der schwierigen Sickerfähigkeit des Bodens. Wie berichtet, gab es Sicherheitsbedenken wegen der früheren Bergwerkstätigkeit in diesem Gebiet. Die Stadt hatte deshalb von Herbst 2019 bis Frühjahr 2020 dort den Boden verpressen lassen.

Die Lösung für das Problem heißt Fraunschulstraße. Dort wird – wie berichtet – ein neuer Niederschlagswasserkanal verlegt, um den Schmutzwasserkanal zu entlasten. Hier soll auch das Wohngebiet Am Gschwendt sich dann anschließen dürfen – ebenfalls beide Wasserarten streng getrennt.

ddy

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