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Wohnungsnot im Landkreis Miesbach: Sozialbeirat will Dauerbrenner bald angehen

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Von: Sebastian Grauvogl

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Bezahlbarer Wohnraum ist im Landkreis mehr als knapp.
Bezahlbarer Wohnraum ist im Landkreis mehr als knapp. © dpa

Die Themensuche fiel den Mitgliedern des Sozialbeirats nicht schwer: Die Wohnungsnot im Landkreis Miesbach dringend angegangen werden, forderte das Gremium.

Landkreis – Zu Themenvorschlägen für die nächsten Sitzungen waren die Mitglieder des Sozialbeirats bei ihrer jüngsten Zusammenkunft aufgerufen. Klaus Mrosczok (Katholische Kirche) brauchte da nicht lang überlegen. Er schlug die Bekämpfung der Wohnungsnot vor. „Ein Dauerbrenner“, seufzte Mrosczok. Dabei gehe es nicht immer nur um Neubauten, sondern auch um die mangelnde Nutzung von vorhandenem Wohnraum. Gerade im Alter würden die Menschen oft allein in für sie viel zu großen Häusern oder Wohnungen leben, sagte Mrosczok. Mangels Alternativen bekomme man hier aber auch keine passenden Strukturen hin. Genau hier könne der Landkreis tätig werden.

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Landrat Olaf von Löwis (CSU) nahm auch die Städte und Gemeinden in die Pflicht. Sie hätten den Zugriff auf die notwendigen Daten, könnten den vorhandenen Wohnraum analysieren und mit Überzeugungskraft für eine bessere Nutzung eintreten. Der Landkreis werde hier gern als Koordinator auftreten, versprach der Landrat.

„Masterplan Wohnen“ gefordert

Von pfiffigen Ideen einer überregionalen Initiative in Sachen Leerstandsbekämpfung berichtete derweil Wolfgang Huber (SPD). Diese habe jüngst in Bad Aibling getagt. Vom Landkreis forderte er, bei der nächsten Bürgermeisterdienstbesprechung einen „Masterplan Wohnen“ aufzusetzen. Dessen Notwendigkeit unterstützte auch BRK-Kreisgeschäftsführer Robert Kießling. Ohne bezahlbaren Wohnraum könne man auch keine dringend benötigten Mitarbeiter anwerben, etwa für die Pflege oder den Rettungsdienst. Die Folgen des daraus resultierenden Personalmangels würden dann die gesamte Gesellschaft treffen. „Auch die Oligarchen leiden darunter, wenn es keine medizinische Versorgung mehr gibt.“

Löwis versprach, das Thema auf die Tagesordnung der Sozialbeiratssitzung im Frühjahr zu nehmen. Ebenso wie die von Huber als Vorsitzender des gemeinnützigen Vereins „Holzkirchen hilft“ angeregte Unterstützung von Menschen, die die hohen Energiepreise nicht mehr bezahlen können. „Die Fälle häufen sich“, sagte Huber, „und zwar im ganzen Landkreis.“

sg

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