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3G am Arbeitsplatz: Unternehmer fürchten weitere Corona-Verschärfung - „Wer soll sich das leisten?“

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Von: Felicitas Bogner

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Peter Könekamp ist mit Schnelltests gewappnet. Dennoch sei es ein schwieriger Spagat, herauszufinden, welcher Mitarbeiter getestet werden muss und wer geimpft oder genesen ist, so der einhellige Tenor.
Peter Könekamp ist mit Schnelltests gewappnet. Dennoch sei es ein schwieriger Spagat, herauszufinden, welcher Mitarbeiter getestet werden muss und wer geimpft oder genesen ist, so der einhellige Tenor. © tp

Die Corona-Ampel zeigt seit Dienstag bayernweit rot. Das heißt auch 3G am Arbeitsplatz. Einigen Geschäftsführern im Landkreis Miesbach bereitet die Umsetzung Sorgen.

Landkreis - Peter Könekamp, Geschäftsführer vom Arabella Hotel am Spitzingssee sagt: „Wir wissen von den meisten Mitarbeitern, ob sie geimpft oder genesen sind.“ Aber eben nicht von allen. „Ich würde mir eine klare rechtliche Linie von der Politik wünschen. Keiner weiß, ob wir Mitarbeiter auf ihren Impfstatus ansprechen dürfen oder nicht“, erklärt Könekamp.

3G am Arbeitsplatz: Unternehmer stellt klar - „Wünsche mir klare rechtliche Linie von Politik“

So sei es freilich schwierig, herauszufinden, wer zweimal wöchentlich getestet sein muss. „Vom Stammpersonal haben es uns fast alle gesagt, aber ich habe auch ein Fremdunternehmen im Service beschäftigt.

Diese Mitarbeiter sind wiederum von ihrer Firma angehalten, 3G zu realisieren“, erklärt der Hotelleiter. Doch noch mehr Sorgen als die lückenlose Kontrolle der aktuell geltenden 3G-Regel bereite ihm die Angst vor einer Verschärfung zu 3G-Plus: „Hier und da hört man immer mehr Gerüchte, dass es sein kann, dass ein PCR-Test verlangt wird. Wer soll sich das denn leisten?“ 3G-Plus am Arbeitsplatz wäre für ihn katastrophal.

3G am Arbeitsplatz: Angst vor Corona-Verschärfung zu 3G-Plus - „Wer soll sich das denn leisten?“

Denn: „Die Personallage in der Hotellerie ist so schon dramatisch“, sagt Könekamp. Dazu mangle es seines Erachtens an Gleichbehandlung: „Es kann nicht sein, dass 3G im Hotel und im Restaurant Voraussetzung ist, aber nicht im Einzelhandel. Das ist weder fair noch nachvollziehbar.“

Bald 3G-Plus in Bayern? Große Sorgen in Gastronomie und Hotellerie

Ebenfalls Angst vor einer weiteren Verschärfung hat Sophia Mairhofer, Juniorchefin vom Café Winklstüberl in Fischbachau. „3G Plus könnten sich weder Mitarbeiter noch langfristig Unternehmen leisten“, meint die 26-Jährige. Dazu wäre der Alltag im Café mit weniger Personal „de facto nicht mehr stemmbar“. In dem Traditionscafé gebe es einige Mitarbeiter, die noch nicht geimpft seien.

Das weiß Mairhofer recht genau, denn alle Angestellten hätten ihr freiwillig den Impfstatus mitgeteilt. „Wir haben ein familiäres Klima. Ich bin froh, dass alle offen damit umgehen.“ Testungen gibt es zwei mal wöchentlich in den Büroräumen. „Eine Bürokraft wurde dafür eigens geschult“, berichtet Mairhofer. „Wenn alle Stricke reißen, haben wir auch eine Teststation vor der Tür.“

Corona-Regeln: 2G für Gäste in der Spielbank Bad Wiessee - 3G für Mitarbeiter

In der Spielbank Bad Wiessee gilt für alle Gäste bereits 2G. Für Mitarbeiter aber gelte lediglich 3G, wie Verena Ober, Pressesprecherin von Lotto Bayern, auf Anfrage bestätigt. Das Unternehmen handhabe die Kontrollen der Impf- und Genesenennachweise auf freiwilliger Basis. So gelte laut Ober eine allgemeine Testpflicht. „Jeder kann sich mit einem entsprechenden Zertifikat davon befreien.“

Diese Variante würde auch Mairhofer wählen. „Wenn beispielsweise jemand, der neu bei uns arbeitet, von sich aus nichts sagt, dann gilt automatisch die Testpflicht.“ Eine klare rechtliche Handhabung, wie etwa eine Entbindung der Auskunftspflicht, würde einiges erleichtern. „Es kennt sich ja keiner mehr aus“, sagt sie.

Nach Corona-Ausbruch: Bäckerei führt noch strengere Regel ein - „Aus Vorsicht und Überzeugung“

Nochmal schärfer, als es die Politik vorgibt, reagiert Ratschiller’s-Geschäftsführer Bernhard Auracher auf die explodierenden Inzidenzen. Wie bereits berichtet, gab es im März dieses Jahres einen großen Coronaausbruch in seinem Unternehmen in Holzkirchen. „Aus Vorsicht und aus Überzeugung lasse ich alle Mitarbeiter in der Produktion, im Büro und alle Fahrer zwei mal pro Woche testen“, erklärt er. Bis auf wenige Ausnahmen würden alle Angestellten damit einverstanden sein. „Wenn sich jemand weigert, führe ich persönliche Gespräche.

Zur größten Not muss die Person dann in einem kleinen separaten Raum arbeiten.“ Diese Handhabung habe er schon eingeführt, bevor die Corona-Ampel in Bayern rot war. „Wir testen seit knapp drei Wochen alle regelmäßig. Mir sind die Zahlen einfach zu hoch“, sagt Auracher. A und O sei es für ihn, einen weiteren Ausbruch zu verhindern. In die Filialen – zehn sind im Landkreis – habe er an die jeweiligen Leiter Tests geschickt. Im Verkauf gelte die normale 3 G-Regel. „Bisher haben die Filialleiter mir noch keine größeren Probleme darüber berichtet“, sagt Auracher.

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