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Hat auch Fehlbeleger: die Traglufthalle nahe Holzkirchen.

Anerkannte Flüchtlinge werden zur Herausforderung

Zahl der Fehlbeleger steigt: Was auf die Gemeinden jetzt zukommt

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Landkreis – Die Zahl der Fehlbeleger steigt rasant. Eine Herausforderung für die Gemeinden: Sie sind nicht nur für die Unterbringung der anerkannten Flüchtlinge sondern auch für deren Familiennachzug zuständig.

In der Sitzung des Kreistags legte Asyl-Fachbereichsleiterin Maria Grünwalder jetzt die aktuellen Zahlen vor. Demnach leben derzeit 985 Asylbewerber in den Unterkünften im Landkreis, davon 166 Fehlbeleger. Diese haben das Asylverfahren durchlaufen und müssten eigentlich ausziehen. Allerdings findet sich für sie auf dem Wohnungsmarkt keine bezahlbare Bleibe.

Seit dem Zuweisungsstopp im April dieses Jahres hat sich laut Grünwalder an der Gesamtzahl der Flüchtlinge wenig geändert. Eine neue Herausforderung kommt auf den Landkreis insbesondere mit der Schließung der Traglufthallen in Rottach-Egern zum 28. Februar und in Holzkirchen zum 30. April (wir berichteten) zu. Bis dahin müssen die rund 260 Menschen andernorts untergebracht werden.

„134 Plätze haben wir bereits akquiriert, teilweise in bestehenden Unterkünften“, sagte Grünwalder. Das Landratsamt sei intensiv auf der Suche und hoffe auf weitere Angebote. Aufrufe wie der der Gemeinde Gmund im örtlichen Mitteilungsblatt seien lobenswert und hilfreich. Möglicherweise kommt es aber auch zu einer Entschärfung der Situation. „Die Regierung hat zugesichert, dass auch eine landkreisübergreifende Verteilung stattfinden kann“, berichtete die Fachgebietsleiterin.

Zumindest die Verlegung der 87 Bewohner aus der Rottacher Traglufthalle wird bis Ende Januar abgeschlossen sein. Die Kreisbehörde werde sie unter Berücksichtigung von bestehenden Arbeitsverhältnissen und sozialen Kontakten unterbringen können.

Irmi Ammer (SPD) regte an, dass die Bürger Flüchtlinge auch in ihren Privathäusern unterbringen könnten. „Das ist in der Bevölkerung vielleicht noch gar nicht so bekannt“, sagte sie. Fraktionskollegin Christine Negele erinnerte sich in diesem Zusammenhang an ein Projekt, das Studenten und Senioren unter dem Motto „Hilfe gegen Wohnen“ zusammenbringt. Grünwalder berichtete, dass die Unterbringung in Privathäusern – sowohl für Asylbewerber als auch anerkannte Flüchtlinge – unter bestimmten Kriterien schon möglich sei. Allzu viele Flüchtlinge werde das aber nicht betreffen. Für eine solche Lösung müsse unter anderem deren Lebensunterhalt gesichert sein.

Aus einem Treffen bei der Regierung von Oberbayern in München brachte Grünwalder die Information mit, dass sich die Zuzugslage insgesamt entspannt habe. Derzeit treffen in Bayern pro Woche 200 Flüchtlinge ein. Die Landkreise seien weiterhin angehalten, freie Plätze zu melden. „Aktuell tun wir das nicht, weil bei uns die Auflösung der Traglufthallen bevorsteht“, so die Fachgebietsleiterin.

Landrat Wolfgang Rzehak (Grüne) lobte die Arbeit der Verwaltung, aber auch die Unterstützung der vielen freiwilligen Helfer und der Kommunen. Ohne das gute Zusammenspiel hätte man die Situation nicht bewältigen können. Rzehak: „Mittlerweile haben wir Ruhe reingebracht.“

sh

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