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Die aktuelle Lage in Müller am Baum: 1 Schreinerei Schober (Pächter), Firma Stang (Eigentümer), 2 Leerstand, Firma Aichinger (Eigentümer), 3 IDS Miesbach (Papierindustrie), H&K Metall-Schleif- und Poliertechnik, Josef Bettschar Transporte (alle Pächter), Firma Somo (Eigentümer), 4 Wohnhäuser, 5 H&K Metall-Schleif- und Poliertechnik (Pächter), Firma Wurzer (Eigentümer), 6 Wasserkraftwerk der Firma Emmer, 7 X-Pose Messe- und Präsentationskonzepte, Schnitzenbaumer Zaunbau, Pelletslager der Firma Stang (alle Pächter), Firma Aichinger (Eigentümer).

Die Eigentümer würden jederzeit loslegen

Industrie-Ruine Müller am Baum: Darum geht nichts vorwärts

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Miesbach - Ideen gibt's genug, doch damit das Areal wirklich aufblühen kann, braucht es einen Bebauungsplan. Die Eigentümer wären bereit – doch das Rathaus spielt nicht mit.

Zarte Pflänzchen haben es nicht leicht in Müller am Baum. Der Boden, auf dem sie gedeihen sollen, ist hart. Ausgelaugt von teils jahrelangem Leerstand, durchzogen von einem Geflecht an undurchsichtigen Eigentumsverhältnissen, überschattet von erfolglosen Versuchen, das insgesamt 170 000 Quadratmeter große Gewerbegebiet mit einem für die weitere Entwicklung notwendigen Bebauungsplan zu überziehen. Nicht unbedingt ein Treibhaus für aufstrebende Unternehmen.

Und doch tauchen sie in regelmäßigen Abständen wieder auf: Ideen, wie sich das ehemalige Firmengelände der Papierwerke Waldhof Aschaffenburg (PWA) in eine blühende Oase verwandeln lässt. So hatte der Miesbacher Bauausschuss jüngst zwei Anträge für einen Handwerkerhof mit Gaststätte und mehrere Wohnhäuser auf dem Tisch. Was letztlich daraus wird, bleibt abzuwarten. Bislang haben die meisten Samen nämlich nicht gefruchtet. Für die „Gärtner“ eine eher frustrierende Angelegenheit.

Einer von ihnen ist Harald Stang. Der Geschäftsführer der gleichnamigen Gmunder Holding GmbH ist einer von derzeit fünf Eigentümern, die in Müller am Baum Grundstücke besitzen. Über viele Jahre habe er „mit aller zur Verfügung stehenden Energie“ an einer Lösung gearbeitet, berichtet Stang. 2013 sei es gelungen, eine Eigentümergemeinschaft zu gründen und damit das Interessengeflecht in Müller am Baum zu entwirren. Sogar einen Bebauungsplanentwurf für das Areal habe man erarbeitet und ins Rathaus geschickt. „Als Startschuss für eine Entwicklung“, erklärt Stang. Die Eigentümer wären dabei bereit gewesen, die Kosten von 150 000 Euro bis zur Reife des Plans zu übernehmen. Doch das Zuspiel blieb ohne Wirkung. In Stangs Augen auch deshalb, weil man seitens der Stadt keine Unterstützung gespürt habe.

Auch Miesbachs Bauamtsleiter Lutz Breitwieser begleitet die unendliche Geschichte schon seit Jahren. Es gebe aber gute Gründe, warum es mit einem Bebauungsplan bislang nicht geklappt habe. Zum einen sei da die konfuse Grundstückssituation. „Kein Mensch blickt durch, wer wo fahren darf oder wer in welchen Kanal einleitet“, sagt Breitwieser. Hinzu komme eine „Gemenge-Lage“ an Nutzungen und die sensible Lage in der Wasserschutzzone.

Das Hauptproblem der Stadt ist aber ein anderes: „Uns gehört da unten kein Quadratmeter“, erklärt der Bauamtsleiter. Und weil in Zeiten des Haushaltslochs kein Geld da sei, werde sich daran in absehbarer Zeit nichts ändern. Solange die Stadt aber nicht mal in Besitz der für die Erschließung notwendigen Straßen sei, habe es keinen Sinn, einen Bebauungsplan auszuweisen. „Auch wenn es die Lehre anders vorsieht: Wir müssen wohl weiter mit Einzelfällen arbeiten“, sagt Breitwieser.

Für Moritz Kratzer ist das keine befriedigende Lösung. „Das ist schade, denn es gibt hier derzeit ein gutes Momentum“, sagt der Geschäftsführer der Somo Grundstücks-GbR. Auch Kratzer hat schon die eine oder andere Saat in Müller am Baum ausgeworfen. 2015 etwa brachte er in Zusammenarbeit mit der Standortmarketing-Gesellschaft (SMG) des Landkreises Miesbach eine Co-Working-Area im alten Uhrenhaus ins Spiel. Weil er die betreffende Fläche jedoch spontan an die benachbarte Schreinerei vermieten konnte, sei daraus vorerst nichts geworden.

Potenzial sieht Kratzer dennoch für Müller am Baum. „Es gibt dort mittlerweile eine Gemeinschaft, die wirklich was erreichen will.“ Auch für ihn führt aber kein Weg an einem Bebauungsplan und damit an einem stärkeren Engagement seitens der Stadt vorbei. Niemand würde ein Gebäude abreißen, ohne zu wissen, ob er nachher etwas Neues bauen darf. „Aber leider ist das eine ziemliche Hängepartie“, sagt Kratzer.

Stang spricht eher von einem „Trauerspiel“. Nicht nur die Sache mit dem Bebauungsplan sei unnötig kompliziert. Auch sein Vorschlag zur Beseitigung des vom Zweckverband für Abwasserbeseitigung im Schlierachtal (ZAS) beanstandeten Oberflächenwassereintrags bei der alten Kläranlage sei versandet. Man hätte nur einen Schacht verschließen müssen, sagt Stang. Die Kosten von 2000 Euro hätte er selbst getragen. Dafür musste er 40 000 Euro in den Brandschutz seiner an eine Schreinerei vermieteten Gebäude stecken.

All das, so Stang, sei ihm Müller am Baum wert gewesen. Ob das auch in Zukunft der Fall sein wird, kann er nicht sagen. Ohne Zukunftsperspektive tue man sich schwer, weiter zu investieren. Stang: „Ich habe keinen großen Spaß mehr da unten.“

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