Eine Passage zwischen Volksbank (l.) und Wäschetruhe will der Eigentümer bauen lassen.
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Eine Passage zwischen Volksbank (l.) und Wäschetruhe will der Eigentümer bauen lassen.

Anwesen am Stadtplatz 2 und 4 wird ab Frühjahr 2022 umgebaut – nach historischem Vorbild

Zehn neue Wohnungen und eine Passage

  • Bettina Stuhlweißenburg
    VonBettina Stuhlweißenburg
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Miesbach – Mehr Wohnungen und attraktive Gewerbeflächen: Dieses Ziel verfolgt Fritz Grasberger mit dem Umbau seines Anwesens am Stadtplatz 2 und 4. Die Arbeiten an dem Gebäude, in dem sich unter anderem die Volksbank und der Dessous- und Bademodenladen „Wäschetruhe“ befinden, beginnen im Frühjahr 2022 – allerdings in anderer Form als ursprünglich geplant.

Vorausgesetzt, die Stadt Miesbach stimmt der Tektur zu.

2018 hatte Grasberger bei der Stadt beantragt, zehn Wohnungen samt Garage und Stellplätzen im hinteren Trakt seines Hauses schaffen zu dürfen. Doch Corona – und der Verlust einer Mieterin – haben ihn nun dazu veranlasst, den ursprünglichen Bauantrag zu ändern: Grasberger will jetzt außerdem aus der geräumigen „Wäschetruhe“ zwei kleinere Läden machen und dazu eine Passage in das Gebäude bauen. Der Durchstich soll zwischen Volksbank und „Wäschetruhe“ liegen, nahe der Treppe, die zum Katholischen Bildungswerk im ersten Stock führt.

Hintergrund ist, dass die Inhaberin der „Wäschetruhe“, Lydia Montermann, ihren Laden Ende September aufgibt, um sich auf ihre Filiale in Feldkirchen zu konzentrieren. „Wir bedauern das sehr“, sagt Grasberger. Das Geschäft sei eine Bereicherung für den Stadtplatz gewesen. Er habe der Mieterin gute Lösungen für die Zeit des Wohnungsbaus angeboten, um die Auswirkungen auf ihr Geschäft so gering wie möglich zu halten. Lediglich die Lagerräume und die Sanitärräume der Wäschetruhe seien vom Umbau betroffen gewesen, eine Ausweichmöglichkeit sei vorhanden. Doch die Lockdowns haben Montermann mürbe gemacht: „Mir fehlt dazu die Kraft“, sagt die Inhaberin der Boutique.

Grasberger hofft, zwei kleinere Läden leichter neu vermieten zu können als die „Wäschetruhe“ in ihrer derzeitigen Größe. „Es ist grundsätzlich nicht leicht, Ladenflächen zu vermieten und ein so schönes Geschäft wie die Wäschetruhe zu haben“, sagt er. Corona habe die Situation noch verschärft. Daher nun der Wunsch, die ab Oktober leer stehende Fläche in zwei Einheiten zu 90 und 120 Quadratmetern zu teilen.

Wegen Supermarkt umgebaut

Mit der Passage greift Grasberger den ursprünglichen Zustand des Anwesens auf: Bis 1983 gab es einen Durchgang zwischen den Häusern am Stadtplatz 2 und 4. Er wurde geschlossen, nachdem Grasbergers Großeltern ihre Eisenwarenhandlung „Eisen Listl“ aufgegeben hatten, die sie dort seit der Nachkriegszeit geführt hatten. Denn ihr Nachmieter, ein Supermarkt der Kette „Plus“, hatte damals eine große Fläche gebraucht. Diese Passage soll nun, räumlich etwas versetzt, wieder geöffnet werden.

Barrierefrei mit Aufzug

Die zehn Wohnungen, die Grasberger ab April bauen lässt, sind zwischen 30 und 80 Quadratmeter groß und barrierefrei. Ein Aufzug soll gebaut werden, um sie erreichbar zu machen – auch die vier Bestandswohnungen, die noch nicht barrierefrei sind. Damit die Wohnungen im Dachgeschoss genug Licht haben, ist der Anbau von zwei Zwerggiebeln an der Südseite des Anwesens vorgesehen – die einzige optische Veränderung des Gebäudes. Die Wohnungen könnten bereits im Herbst 2023 bezugsfertig sein.

Das Bauamt hatte das Vorhaben 2018 als sinnvolle Aufwertung samt Schaffung von Wohnraum in verschiedenen Größen beurteilt. Der Bauausschuss folgte der Empfehlung der Verwaltung – und stimmte dem Bau zu. Die Tektur befindet sich gerade im Genehmigungsprozess.

bst

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