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Zeichen gegen Corona: Neuer Kulturfonds soll Künstler in Miesbach fördern – Nachwuchs-Bandfestival geplant

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Von: Dieter Dorby

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Einheimische Musiker und Künstler fördern: Mit dem Kulturfonds will die Stadt Kulturschaffende aus Miesbach motivieren, Veranstaltungen auf die Beine zu stellen. Im kulturarmen Corona-Jahr 2020 hat der Kulturherbst auf der Klosterwiese – hier die Band Wolfhoundz – dafür recht positive Resonanz bekommen. Wegen des schlechten Wetters entstand aber ein Minus in Höhe von 5200 Euro, das am Ende die Stadt übernahm. Der Fonds soll nun im Vorfeld greifen und helfen, finanzielles Risiko zu verringern.
Einheimische Musiker und Künstler fördern: Mit dem Kulturfonds will die Stadt Kulturschaffende aus Miesbach motivieren, Veranstaltungen auf die Beine zu stellen. Im kulturarmen Corona-Jahr 2020 hat der Kulturherbst auf der Klosterwiese – hier die Band Wolfhoundz – dafür recht positive Resonanz bekommen. Wegen des schlechten Wetters entstand aber ein Minus in Höhe von 5200 Euro, das am Ende die Stadt übernahm. Der Fonds soll nun im Vorfeld greifen und helfen, finanzielles Risiko zu verringern. © Archiv Ralf Poeplau

Die Stadt Miesbach will ihre coronagebeutelte Kulturlandschaft unterstützen. Dazu soll ein Kulturfonds eingerichtet werden, der Kulturschaffende aus der Kreisstadt finanziell unterstützt. Zudem soll es ein Nachwuchs-Bandfestival geben, das jungen Musikern den Weg in den Waitzinger Keller ermöglicht.

Beide Punkte hat der Miesbacher Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen.

Es war ein längerer Weg, den das Ansinnen der SPD, Miesbacher Künstler zu fördern, zurücklegen musste. Wie berichtet, hatte der Stadtrat einen entsprechenden Antrag der SPD-Fraktion zwar abgelehnt, jedoch den Kulturausschuss damit beauftragt, ein entsprechendes Konzept auszuarbeiten. In einer Sondersitzung wurde der Vorschlag des Kulturamts erörtert und zurück in den Stadtrat geschickt.

Das Konzept sieht die Einrichtung eines Kulturfonds vor. Insgesamt sollen – abhängig noch vom ausstehenden Beschluss zum Haushalt 2022 – insgesamt 10 000 Euro eingeplant werden, um Miesbacher Künstler oder Gruppen mit je maximal 500 Euro finanziell zu unterstützen. Dabei ist es egal, ob es sich bei den Veranstaltungen um Konzerte, Ausstellungen oder Kabarett handelt.

Kostenrisiko verringern

Hintergrund ist auch die Erfahrung des Kulturherbstes im September 2020 auf der Klosterwiese. Das Konzert-Open-Air erhielt zwar viel Lob, brachte aber finanziell aufgrund des schlechten Wetters 5200 Euro Verlust ein, den am Ende die Stadt aus Kulanz übernahm. Solch böse Überraschungen – auch durch coronabedingte Zuschauerbegrenzungen – bedeuten Unwägbarkeiten, an denen ein Konzert, eine Theateraufführung oder Ähnliches aber nicht schon im Vorfeld scheitern sollen.

Zweifel an der großen Bühne im Waitzinger Keller

Während der Kulturfonds auf breiter Front Zustimmung erfuhr, haderten einige Ratsmitglieder mit dem Event für Nachwuchsbands, das Markus Seemüller (FWG) beim ersten Aufruf des Themas im Stadtrat im Juli 2021 angeregt und dafür ausdrücklich den Waitzinger Keller als Bühne gefordert hatte (wir berichteten). „Das ist ein großer Saal mit einer großen Bühne“, gab Kick van Walbeek (Grüne) zu bedenken und sprach sich dafür aus, die Bindung ans Kulturzentrum aus dem Beschlussvorschlag herauszunehmen – „bei uns waren solche Konzerte eher versteckter“. Ähnlich sah es Zweite Bürgermeisterin Astrid Güldner (Grüne): „Man sollte vorher interessierte Bands fragen, ob sie in einen so honorigen Saal wollen.“

Jugend gezielt ans Kulturzentrum heranführen

Doch genau die große Bühne mit all ihren technischen Möglichkeiten sei der Reiz, entgegnete Seemüller: „Man muss es probieren, ob so etwas in Miesbach ankommt.“ Der Waitzinger Keller werde das Kulturhaus zur Goldenen Parkbank im Haindlkeller nicht ersetzen, „aber wir wollen die Jugend ja auch an den Waitzinger Keller heranführen“.

Erhard Pohl (CSU), der vor zehn Jahren als Ex-Jugendreferent den Umbau des Haindlkellers in einen Jugendtreff begleitet hatte, sprach sich ebenfalls dagegen aus, den Waitzinger Keller pauschal als Veranstaltungsort festzusetzen, und regte an, über Kulturfonds und Festival getrennt abzustimmen, was Bürgermeister Gerhard Braunmiller (CSU) auch zuließ.

Paul Fertl (SPD) begrüßte es dagegen, dass man dem Kulturfonds eine Chance geben wolle: „Es geht darum zu zeigen, dass wir als Politik wollen, dass sich in Miesbach etwas rührt.“ Dieses Zeichen werde nun eingebracht. In Sachen Nachwuchs-Bands werde man sehen, wie das Angebot angenommen wird. Aline Brunner (FWG), die 2020 den Kulturherbst mitorganisiert hatte, begrüßte beide Beschlüsse: „Es ist wichtig, etwas für den Nachwuchs zu tun – nachdem seit zwei Jahren nur Proben möglich ist.“

ddy

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