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Gottes Segen erhielten die Abiturienten vor der Zeugnisvergabe im Waitzinger Park von Pfarrerin Anika Sergel-Kohls (in Schwarz) und Pastoralreferentin Kathrin Baumann (in Weiß).

Einer der besten Jahrgänge

Zeugnisvergabe: 119 Miesbacher Abiturienten entlassen

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Gesamtschnitt 2,20. Damit sind die 119 Miesbacher Abiturienten einer der besten Jahrgänge. Heute haben sie ihre Hochschulreife erhalten.

Miesbach – Eigentlich ist Rainer Dlugosch sehr stolz auf seine Abiturienten – das betonte der Schulleiter des Miesbacher Gymnasiums während seiner Rede bei der Zeugnisvergabe am Freitagvormittag immer wieder. Eigentlich. Denn dass sie ihn auf der Abizeitung mit einer „Reis-Schleuder“, also einem Roller eines japanischen Herstellers, statt mit seiner geliebten Vespa abgebildet haben, das nahm er seinen Schützlingen, wenn auch mit einem Augenzwinkern, schon übel.

Zufrieden war Dlugosch mit den 119 Abiturienten vor allem in Hinblick auf den Gesamtschnitt: 2,20. „Das ist eine Leistungssteigerung zum vergangenen Jahr“, sagte der Schulleiter im voll besetzten Saal des Waitzinger Kellers. Der Durchschnitt 2018: 2,26. Selbst die Ergebnisse im Mathe-Abitur, das bekanntlich bayernweit für Empörung sorgte, seien identisch und zum Teil sogar besser gewesen. 47 Schüler durften sich über eine Eins vor dem Komma freuen. Drei davon erzielten sogar die hervorragende Note von 1,0.

Auch Landrat Wolfgang Rzehak attestierte den Abiturienten, einer der besten Jahrgänge zu sein, die es je in Miesbach gegeben hat. Darüber hinaus lobt er vor allem auch das soziale Engagement, das die Abiturienten gezeigt hätten. „Hier werden nicht nur Schüler ausgebildet“, sagte er, „sondern Menschen mit sozialen Werten.“ Besonders sprach Rzehak dabei Aktionen wie „Fridays for Future“ und für den Erhalt der Artenvielfalt an. „Ihr habt es geschafft, dass meine und auch ältere Generationen wieder anfangen, nachzudenken.“

Grund zum Nachdenken gab es auch für die Absolventen. Die Schülersprecher ließen die vergangenen Jahre Revue passieren. Und vergaßen dabei nicht, sich vor allem auch bei den Lehrern zu bedanken – für Geduld, ein offenes Ohr, Humor und „dass sie auch Mal zwei Augen zugedrückt haben“, sagte Schülersprecher Marvin Langer. „Durch euch sind die meisten von uns groß geworden“, ergänzte er. „Jetzt können wir alleine weiterleben.“

Über ein Stipendium der Kreissparkasse durften sich Leon Jendraszewski und Josua Kowalzik freuen. Beide schlossen ihr Abitur mit 1,0 ab und werden nun zwei Jahre lang monatlich finanziell unterstützt. Dass einer der beiden, Kowalzik, aus Hausham kommt, freut vor allem Bürgermeister Jens Zangenfeind. „Er hat sehr gute Leistungen erbracht, aber das ist für uns Haushamer ja normal“, sagte er lachend. Für die Dritte im Bunde der 1,0-Schüler, Julia Schöps, gab es eine Ehrung von Bürgermeisterin Ingrid Pongratz.

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Nach dem Abiball, der für Freitagabend im Waitzinger Keller angesetzt war, stand für viele der Absolventen zunächst Koffer packen auf dem Plan. An diesem Sonntag wollen sie für eine Woche nach Kroatien auf Abireise gehen. Danach beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Eine Vielzahl an Möglichkeiten bietet sich den Abiturienten – Studium, Ausbildung, Auslandsaufenthalt, Freiwilliges Soziales Jahr.

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„Euch stehen alle Wege offen“, sagte Schulleiter Dlugosch. „Und das ist genial.“ Damit hätten die jungen Erwachsenen aber auch die Qual der Wahl. „Überlegt gut, aber wartet nicht zu lange“, gab der Schulleiter seinen ehemaligen Schülern abschließend mit auf den Weg und ergänzte: „Macht das, was euch Spaß macht.“

tas

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