+
Eng in jeder Hinsicht: Das neue Pfarrheim soll mit seinem umfangreichen Raumprogramm die Bedürfnisse der Pfarrei abdecken – ein schwieriges Vorhaben in der engen Kolpingstraße.

Pfarrgemeinde atmet auf

Zitterpartie beendet: Stadtrat segnet neues Pfarrheim ab

  • schließen

Der katholische Pfarrgemeinde atmet auf: Der Miesbacher Stadtrat hat nun grünes Licht für den Neubau des Pfarrheims an der Kolpingstraße gegeben. Allerdings nicht einstimmig.

Die wichtigste Entscheidung im Rahmen des Baugenehmigungsverfahrens zum neuen katholischen Pfarrheim in Miesbach stand bereits im Vorfeld der Stadtratssitzung am Donnerstagabend fest. Das Landratsamt hatte die verbindliche Betriebsbeschreibung der Pfarrei und das darauf basierende Parkplatzkonzept anerkannt. Damit lagen die rechtlichen Voraussetzungen vor. Das bedeutet: Selbst bei einem ablehnenden Votum seitens des Stadtrats, so erklärte Bauamtsleiter Lutz Breitwieser eingangs, könnte die verfahrensführende übergeordnete Behörde das gemeindliche Einvernehmen ersetzen. Doch so weit kam es nicht. Der Stadtrat machte bei vier Gegenstimmen – darunter Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU) – den Weg für das Pfarrheim frei.

Stadtrat Miesbach macht Weg frei für Neubau

Dass der Stadtrat noch mal entscheiden musste, lag an seinem vorherigen Beschluss im Februar. Damals hatte man festgelegt, dass der Bauausschuss weiter entscheiden soll mit der Maßgabe, dass weder Ablösezahlung noch Doppelnutzung akzeptiert werden dürften. Der Bauausschuss billigte im September mit 5:4 Stimmen jedoch das auf einer Doppelnutzung basierende Konzept (wir berichteten). Also hatte der Stadtrat das letzte Wort.

Lesen Sie auch: Miesbachs Stadtrat macht mobil gegen neues Pfarrheim

Überraschend breit war nun die Zustimmung. Die Diskussion sei richtig gewesen, erklärte Gerhard Braunmiller (CSU). Jetzt, wo plausible Zahlen vorliegen, „habe ich mich auch in der Fraktion eingesetzt“. Verkehrsreferent Florian Ruml (FWG) würdigte, „dass nun eine Verbesserung der Situation erzielt worden ist. Das kann man schon so akzeptieren“.

Zitterpartie beendet: Stadtrat segnet neues Pfarrheim ab

Zweiter Bürgermeister Paul Fertl (SPD) kritisierte dagegen mit Blick auf die vier Gegenstimmen im Bauausschuss das „unwürdige Gezerre“ um das Pfarrheim, das zuerst mit seinem fehlenden Dachüberstand den Unmut der Gegner erregt hatte. Bei gleicher Nutzung gebe es künftig mehr Parkplätze. Astrid Güldner (Grüne) stellte fest: „Menschen sind wichtiger als Autos und Parkplätze. Wir sollten die Berechnung so anpassen, dass das Pfarrheim funktioniert.“

Lesen Sie auch: Pfarrheim Miesbach: Stadtrat hat das letzte Wort

Doch auch diesmal gab es mit Pongratz, Franz Mayer und Markus Baumgartner (alle CSU) sowie Drittem Bürgermeister Michael Lechner (Freie Wähler) vier Gegenstimmen. Letzterer bezeichnete die Parkplatzlösung als halbscharig – „die Autos hätten unter dem Gelände verschwinden müssen“.

Erleichterung bei der Kirchengemeinde

Bei der Kirchengemeinde ist die Erleichterung groß, dass nun mit dreijähriger Verspätung ein Schlussstrich gezogen werden kann. „Wir sind sehr froh, dass es nun geklappt hat“, sagt Pastoralreferentin Kathrin Baumann. Es sei ein sehr großer Stein vom Herzen gefallen. Dass das Pfarrheim im Einklang mit der Stadt gebaut werden könne, bedeute sehr viel. „Wir sind auch froh über die vielfachen Aussagen, dass das Pfarrheim kommen soll und ein wichtiges Gebäude für Miesbach ist.“

Lesen Sie dazu auch den Kommentar des Autors: „Überfällige Entscheidung“

Nächster Schritt ist die Ausschreibung des Abbruchs. Ab März 2020 soll das alte Pfarrheim abgerissen werden, was wohl sechs Monate dauern wird. Grund ist die aufgrund der Hanglage komplizierte Sicherung der Baugrube, wie Kirchenpfleger Siegfried Rummel erklärt. Wann der Bau beginnen kann, sei offen – nicht zuletzt wegen der ausgelasteten Baufirmen. Wenn alles gut läuft, kann das mittlerweile durch die Verzögerung auf fünf Millionen Euro gestiegene Projekt bis 2022 fertiggestellt werden. Ursprünglich sollte der Abriss Anfang 2017 erfolgen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Schutz vor „Spekulanten“: Fischbachau plant Satzung gegen Zweitwohnungen
Zweitwohnungsbesitzer genießen unter Einheimischen keinen guten Ruf. Im Fischbachauer Gemeinderat kam nun ein Antrag für eine neue Satzung auf den Tisch. Das Vorbild: …
Schutz vor „Spekulanten“: Fischbachau plant Satzung gegen Zweitwohnungen
Pfarrer Nagel kündigt Abschied an
Es war ein Paukenschlag am Sonntagvormittag im Gottesdienst von St. Nikolaus: Pfarrer Michael Nagel verlässt Niklasreuth zum Monatsende – im Unfrieden. Das teilte der …
Pfarrer Nagel kündigt Abschied an
Nach Aus am Kloster: Museumsfreunde haben neues Objekt im Auge
Nach wie vor suchen die Miesbacher Museumsfreunde einen neuen Standort für ein Heimatmuseum. Jetzt schöpfen sie wieder Hoffnung. 
Nach Aus am Kloster: Museumsfreunde haben neues Objekt im Auge
Optimismus der Wirtschaft ist verflogen
Die Stimmung der Wirtschaft im Oberland bleibt verhalten. „Der Optimismus der Unternehmen lässt zusehends nach“, sagt Reinhold Krämmel, Sprecher des IHK-Forums für die …
Optimismus der Wirtschaft ist verflogen

Kommentare