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Rauf und weg: Mit schwerem Gerät arbeiten die Firmen und der Bauhof in Miesbach, um die Straßen wieder befahrbar zu machen.

Kaputte Fräsen, ausgelastetes Personal

Zu viel Schnee: Bauhof Miesbach holt Unterstützung von außerhalb

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Die Schneemassen in Miesbach belasten Mensch und Maschine gleichermaßen. Im Rathaus wurde nun ein Krisenstab gebildet. Der Bauhof und die beauftragten Firmen arbeiten Tag und Nacht. 

Miesbach – Per Radio-Aufruf funkte die Stadt Miesbach am Freitag um Hilfe. Wer ein Fahrzeug mit Schneefräse habe, möge sich bitte im Rathaus melden. Anders ließen sich die Schneemassen in der Kreisstadt nicht mehr bewältigen. Denn nicht nur das Personal von Bauhof und Subunternehmen braucht seine Ruhezeiten, sondern auch die Technik. Immer wieder würden Fräsen ausfallen und müssten in die Werkstatt, berichtet Bauhofleiter Jürgen Fischer. Mal reißt eine Kette, mal haut es einen Bolzen raus. Ersatzteillieferungen lassen wegen der schlechten Straßenverhältnisse ebenfalls auf sich warten, berichtet Rathaus-Geschäftsleiter Gerhard Führer. „Wir haben sogar welche aus München abgeholt.“

Dach abschaufeln mal anders: Ohne Trittleiter hätte dieser Mann keine Chance, seinen Transporter freizulegen.

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Miesbach ist im Ausnahmezustand. Selbst an den Hauptstraßen türmen sich Schneewände von einem Meter und mehr, viele sind nur noch einspurig befahrbar. Manche Neben- und Anwohnerstraßen haben sich in Fußgängerwege verwandelt, weil selbst Räumfahrzeuge die weißen Berge nicht mehr wegschieben können. Es ist schlicht kein Platz mehr. Die einzige Konsequenz: Der Schnee muss weg. Per Fräse oder Bagger auf den Lkw, und dann raus aus der Stadt.

Genau das versucht Fischer mit seinen Männern. Doch nicht nur ihre gesetzlich begrenzten Lenkzeiten, sondern auch ihre teilweise überlastete Technik erschwert den Bauhofmitarbeitern ihr in diesen Tagen so wichtiges Geschäft. Mittlerweile hat das Rathaus einen Krisenstab eingerichtet. Neben Fischer und Führer ist auch Tiefbautechniker Jürgen Brückner mit der Koordination betraut. Das Ziel ist ehrgeizig: „Bis Montagabend wollen wir alles einmal abgefahren haben“, sagt Fischer. Deshalb arbeiten seine Leute auch am Wochenende durch. Selbst in der Nacht wird gefräst. Um ein Uhr morgens geht es wieder los. „Da ist es auf den Straßen ruhiger und wir tun uns leichter“, so der Bauhofchef.

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Jürgen Fischer ist Leiter des Bauhofs Miesbach.

In diesem Zusammenhang erneuern er und Führer nochmals ihre Bitte an die Bürger, keinen Schnee von Dächern oder Hofzufahrten auf die Straßen zu schieben. „Dann kommen wir erst recht nicht mehr durch.“

Zumindest was die Ressourcen anbelangt, ist am Freitag eine leichte Entspannung eingetreten. Der Aufruf in den Medien sei auf große Resonanz gestoßen, sagt Führer. „Die Hilfsbereitschaft ist riesig.“ Sogar Angebote aus Schwaben oder Franken seien eingegangen. Aus Gründen der Logistik habe man sich aber für Firmen aus der näheren Umgebung entschieden. Als besonders wertvoll habe sich ein Haushamer Unternehmer mit seiner Doppelfräse erwiesen. „Damit haben wir große Teile Parsbergs wieder freilegen können“, sagt Führer.

Welche Straßen noch gesperrt sind, können die Bürger auf der Internetseite der Stadt (www.miesbach.de) nachlesen. Geht es nach Fischer, soll die Liste schnell immer leerer werden. Und dafür wünscht er sich vor allem eines: „Dass es nicht mehr schneit.“

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