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Zu wenig Räume für Abi-Prüfungen: Gymnasium Miesbach schickt Schüler in Distanzunterricht

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Von: Sebastian Grauvogl

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Im Prüfungsmodus: das Gymnasium Miesbach.
Im Prüfungsmodus: das Gymnasium Miesbach. © Thomas Plettenberg

Das Abitur hat Priorität am Gymnasium Miesbach. Weil die Räume für die Prüfungen nicht ausreichen würden, schickt die Schule alle anderen Klassen in den Distanzunterricht.

Miesbach – Platz machen für die Abiturienten lautet das Motto am Gymnasium Miesbach. Um die 129 Prüflinge der Q12 mit ausreichend Abstand im Gebäude unterbringen zu können, quartiert die Schule kurzerhand alle anderen Klassen der Jahrgangsstufen fünf bis elf an den am morgigen Mittwoch mit dem Fach Deutsch beginnenden schriftlichen Prüfungstagen aus. Nicht etwa auf Exkursion oder ins Schullandheim, sondern – wie zu Corona-Zeiten üblich – nach Hause in den Distanzunterricht.

Kultusministerium hat Möglichkeit für Distanzunterricht eröffnet

Wie viele andere Schulen auch müsse das Gymnasium Miesbach von dieser durch das Kultusministerium vorgesehenen Möglichkeit Gebrauch machen, erklärt Schulleiterin Claudia Reiserer auf Anfrage. Grund sei einerseits das Fehlen geeigneter, großer Räume. So sei beispielsweise die Turnhalle derzeit als Unterkunft von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine belegt. Andererseits müsse man auch sicherstellen, ausreichend Aufsichtspersonal für die Prüfungen vorzuhalten.

Nach jetziger Planung werden zwischen acht und zehn Abitursanwärter – idealerweise kursweise kombiniert – in einem der dann zahlreichen freien Klassenzimmer platziert, sagt Reiserer. Die anderen Schüler würden über das Mebis-Onlinesystem mit Unterrichtsmaterialien versorgt, die sie dann zu Hause bearbeiten können. Der hohe Wert des Abiturs erlaube aus Sicht des Ministeriums diese Prioritätensetzung.

Claudia Reiserer, Schulleiterin am Gymnasium Miesbach.
Claudia Reiserer, Schulleiterin am Gymnasium Miesbach. © Thomas Plettenberg

Eine Corona-Testpflicht für die Prüflinge besteht derweil nicht, erläutert die Schulleiterin. Man halte die Schüler aber dazu an, bei Symptomen aus Rücksicht auf andere vorsichtshalber einen Test durchzuführen. Grundsätzlich sei eine laufende Nase (etwa wegen Heuschnupfen) kein Ausschlusskriterium. Im Gegenteil: Es brauche ein ärztliches Attest, um der Prüfung fernzubleiben – oder eben ein positives Testergebnis. Kontaktpersonen würden – mit noch größerem Abstand zu den anderen – die Aufgaben mitschreiben.

Dass es trotzdem zu krankheitsbedingten Ausfällen kommt, ist laut Reiserer wie im Vorjahr einkalkuliert. Das Ministerium habe zentrale Nachholtermine festgelegt. Sollten Schüler auch diese versäumen, würde das Gymnasium eine individuelle Terminlösung finden.

Schulleiterin sieht Schüler gut vorbereitet

In Sachen Vorbereitung ist die Schulleiterin guter Dinge. Durch die erfolgte enge Eingrenzung des Stoffs und die intensive Arbeit mit ihren Lehrkräften dürften die Gymnasiasten gut für die Aufgaben gerüstet sein. So hofft Reiserer für die kommenden Tage (weiter geht’s mit den frei wählbaren Fächern am Freitag und mit Mathematik am 3. Mai) auf viele positive Prüfungsverläufe – und gleichzeitig möglichst wenig positive Corona-Testergebnisse.

sg

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