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Miesbacher lesen aus „undeutschen“ Werken

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Von: Bettina Stuhlweißenburg

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Ein kleines, aber interessiertes Publikum zog die Lesung zur Erinnerung an die Bücherverbrennung 1933 am Dienstag an. Hier liest Alexander Langheiter am Marktplatz aus Joseph Roths „Hiob“.
Ein kleines, aber interessiertes Publikum zog die Lesung zur Erinnerung an die Bücherverbrennung 1933 am Dienstag an. Hier liest Alexander Langheiter am Marktplatz aus Joseph Roths „Hiob“. © Thomas Plettenberg

Die Verbrennung „undeutscher“ literarischer Werke durch die Nazis am 10. Mai 1933 hat sich am vergangenen Dienstag zum 89. Mal gejährt. Um der Vernichtung dieser Werke zu gedenken, haben engagierte Miesbacher am Dienstag an verschiedenen Stellen in der Stadt öffentlich aus den verbrannten Büchern gelesen.

Miesbach - Bürgermeister Gerhard Braunmiller (CSU) etwa las vor dem Rathaus Erich Kästners „Als ich ein kleiner Junge war.“ Der evangelische Pfarrer Erwin Sergel las vor der Apostelkirche Gedichte von Kurt Tucholsky, Stadträtin Inge Jooß am Märchenbrunnen „Gilgi – eine von uns“ von Irmgard Keun.

Allerdings blieben nur wenige Miesbacher sitzen, um den Vorlesern zuzuhören: „Die Resonanz war nicht so groß, wie erwartet“, sagt Inge Jooß (SPD). Woran lag’s? „Wir haben einen Planungsfehler gemacht.“ So seien die Zeitpunkte der Lesungen am Vor- und Nachmittag für Berufstätige ungünstig gewesen. „Die meisten haben da einfach keine Zeit“, so Jooß. Viele Passanten seien interessiert gewesen, konnten aber nicht verweilen. Dennoch habe es an manchen Stationen fünf bis acht Zuhörer gegeben.

Für Jooß steht fest, dass es im kommenden Jahr wieder eine Gedenkveranstaltung geben soll. „Wir werden auf alle Fälle etwas machen, wir werden es nur anders machen.“ Denn das Thema sei zu wichtig, um es dem Vergessen auszuliefern. „Auch heute noch wird mancherorts die Meinungsfreiheit eingeschränkt, kritische Stimmen werden verboten.“

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