Schützenvereine
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Die Schützen der FSG bitten die Stadt Miesbach um finanzielle Unterstützung.

HOCHWASSER 2020

Zuschussantrag der FSG: Finanzausschuss sieht Stadt Miesbach bei Wasserschaden eher nicht in der Pflicht

  • Dieter Dorby
    vonDieter Dorby
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Miesbach – Der Dauerregen von Anfang August 2020 hat nicht nur Flüsse, Bäche und Seen im Landkreis über die Ufer treten lassen, sondern auch Oberflächenwasser in Gebäude gedrückt. Dabei hat es auch die Königlich Privilegierte Feuerschützengesellschaft (FSG) Miesbach erwischt.

Knapp 7500 Euro betrug der Schaden, der damals im Kleinkaliberstand entstanden ist. Für einen Teil davon hat Miesbachs ältester Ortsverein nun um einen Zuschuss von der Stadt gebeten, doch die Bereitschaft dazu war im Finanzausschuss mehr als verhalten.

Vielleicht lag es daran, dass die Runde zuvor den mehr als angespannten Haushalt für das laufende Jahr erörtert hatte. Im Falle der FSG fiel die Hilfsbereitschaft jedenfalls zögerlich aus. 4941 Euro hatte der Verein beantragt – das ist die Hälfte des Betrags, der sich aus dem Schaden und der Anschaffung einer neuen Pumpe in Höhe von 2400 Euro zusammensetzt – um künftig anstelle der Feuerwehr pumpen zu können. Wie berichtet, hatte die Feuerwehr damals der FSG nicht beim Wegpumpen des Wassers helfen können, weil die Vielzahl der ebenfalls vollgelaufenen Keller im Stadtgebiet Vorrang gehabt hatte (wir berichteten).

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Bürgermeister Gerhard Braunmiller (CSU) ging offen in die Diskussion mit den Ausschussmitgliedern und fragte die Meinungen ab. Markus Seemüller (FWG) beurteilte die Sachlage dabei so, dass der Verein den Schaden „eher selbst“ schultern müsse. Christian Mittermaier (CSU) stellte fest, dass die Anlage im Überschwemmungsgebiet liegt. Auf Nachfrage bestätigte Braunmiller, dass es keinen Versicherungsschutz für den Schaden gebe. Mittermaier stellte deshalb die Frage, ob die Stadt haften müsse, wenn die Feuerwehr die Hilfsfrist nicht einhalten kann. Ein Aspekt, den Braunmiller aus dem Stand nicht beantworten konnte. Er schlug vor, das Thema zu vertagen. Dem folgte das Gremium letztlich einhellig.

Um den Vorfall besser beurteilen zu können, soll auch eine Stellungnahme der Feuerwehr eingeholt werden. Verena Assum (CSU) zeigte sich jedoch skeptisch, ob dies als Grundlage ausreiche: „Es war eine Hochwassersituation, und die Feuerwehr kann nicht überall sein.“ Normalerweise werde die Jugendarbeit der Vereine bezuschusst. In diesem Fall sehe es aber so aus: „Wir haben keine Versicherung, also soll die Stadt übernehmen.“ Dritter Bürgermeister Franz Mayer (CSU) warnte indes vor einem Präzedenzfall: „Wir können nicht bei allen die Schäden übernehmen.“ Zudem sei Schießen kein preisgünstiger Sport.

ddy

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