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Toll war’s in Sotschi: Sonja Obermeyer und Giuseppe Messina kochen wieder in Miesbach und Tegernsee.

Pasta Vino bei Olympia

Zwei Köche in Sotschi

Miesbach - Drei Wochen lang haben Sonja Obermeyer und Giuseppe Messina vom Miesbacher Lokal Pasta Vino bei den Olympischen Spielen in Sotschi gekocht. Dabei haben sie – ganz sportlich – viele Hürden gemeistert. Ein kleiner Reisebericht.

Das Abenteuer Olympia hat für Sonja Obermeyer und Giuseppe Messina schon abenteuerlich begonnen. Mit einem Stromschlag in der Küche. „Dabei habe ich mich nur auf einer Edelstahlplatte abgestützt“, sagt Messina. Ein paar Kabel waren wohl nicht richtig isoliert. Und das blieb nicht der einzige Zwischenfall in den drei Wochen, in denen das Paar vom Miesbacher Lokal Pasta Vino im adidas-Stammhaus in Krasnaja Poljana für Ehrengäste und Sportler gekocht hat (wir berichteten). Der Sportartikel-Hersteller wusste wohl ganz genau, dass für diese Mission besondere Köche gefragt sind.

Gerade einmal vier Tage Vorbereitungszeit hatten die beiden Miesbacher, bevor die ersten Gäste eintrafen. „Zuerst haben wir uns natürlich die Küche angeschaut“, sagt Obermeyer. Dass in Sotschi andere Standards herrschen als in Miesbach, war ihnen schon vorher klar. „Trotzdem war es am Anfang ein ,Oh Gott-Erlebnis‘“, erzählt Messina schmunzelnd.

Dann ging es ans Einkaufen. Insgesamt drei Stunden dauerte die Fahrt von Krasnaja-Poljana hinunter nach Sotschi. Doch das war noch das geringste Problem. „Lesen konnten wir im Supermarkt rein gar nichts“, sagt Messina. Alles war in kyrillisch geschrieben. „Wir haben uns einfach an den Bildern auf den Packungen orientiert.“ Aber was tun, wenn man Milch braucht und auf 25 Flaschen eine Kuh abgebildet ist? „Da haben wir alle mitgenommen und dann in der Küche mit dem Finger probiert“, erzählt Obermeyer.

Es gab aber auch positive Überraschungen: Die große Auswahl an frischen Früchten, zum Beispiel. „Dass das Klima am Schwarzen Meer fast schon tropisch ist, haben wir nicht gedacht.“ Am beliebtesten bei den Gästen war aber ohnehin – ganz landestypisch – der Rote-Beete-Eintopf Borschtsch.

„Die meisten Sportler haben vor ihren Wettkämpfen zum Mittagessen vorbeigeschaut“, berichtet Obermeyer. Die deutschen Olympia-Teilnehmer hätten das zwar aus Zeitgründen nur selten geschafft, trotzdem hat das Pasta Vino-Team viele Top-Stars bekocht. „Ich erinnere mich an die slowakische Biathletin Anastasiya Kuzmina oder an die kanadischen Bobfahrer“, sagt Messina. Obwohl sie täglich von 6 Uhr morgens bis weit nach Mitternacht am Herd gestanden sind: Die Miesbacher Olympia-Köche haben viele schöne Erinnerungen mit nach Hause gebracht. „Ob Polizist, Marktfrau oder Fahrer, alle waren supernett zu uns“, erzählt Obermeyer begeistert. „Wie eine Familie.“

Die zahlreichen Hürden haben die beiden Köche sportlich genommen. Wie den Stromausfall, als der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Alfons Hörmann, am Tisch saß. „Wir haben dann die Steaks über dem offenen Feuer im Garten gegrillt“, sagt Messina. Die Komplimente ihrer Gäste haben ihnen so doppelt gut getan: „Das waren unsere Goldmedaillen.“

Sebastian Grauvogl

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