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Tragischer Zusammenstoß: Am 18. September ist eine 39-jährige Tölzerin zwischen Schaftlach und dem Kammerloher Kreisel gegen einen Baum geprallt. Sie erlag noch an der Unfallstelle ihren Verletzungen.

Bilanz der Polizei

Über 3000 Unfälle im Landkreis

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Landkreis - 2015 hat es im Landkreis deutlich mehr Unfälle gegeben als im Jahr zuvor. 3286 Mal hat es gekracht – ein Plus von fast 12 Prozent.

Wenn Statistiker von einer positiven Entwicklung sprechen, dann meinen sie das im mathematischen Sinne. So gesehen hat sich auch die Zahl der Unfälle im Landkreis Miesbach im vergangenen Jahr positiv entwickelt. Die Polizei spricht jedoch von einem negativen Trend – zu Recht. 3286 Mal hat es hier im vergangenen Jahr auf den Straßen gekracht, ein Plus von 11,9 Prozent im Vergleich zu 2014.

Dabei fällt im Landkreis der Anstieg bei den Unfallzahlen deutlich stärker aus als im gesamten Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, zu dem insgesamt neun Landkreise und 15 500 Straßenkilometer von Garmisch-Partenkirchen bis Berchtesgaden gehören. Alles zusammen verzeichnete die Polizei 35 367 Unfälle – das sind nur 6,7 Prozent mehr als 2014.

Auch der Blick auf die Unfallarten fällt im Landkreis Miesbach ernüchternd aus. So endeten 528 (+18,9 Prozent) mit Personenschaden und 981 (+20,2 Prozent) mit Sachschaden. Im Gesamtbereich des Präsidiums fielen diese Anstiege deutlich geringer aus. Bei 6114 Unfällen wurden hier Menschen verletzt, ein lediglich leichtes Plus von 2,6 Prozent. Auch die Zahl der Verletzten erhöhte sich im südlichen Oberbayern nur geringfügig um 2,3 Prozent.

Anders im Landkreis Miesbach. Hier wurden im Vorjahr 697 Menschen bei Verkehrsunfällen verletzt (+13,9 Prozent). Auch der traurigste Teil der Statistik, die Zahl der Unfalltoten, folgt diesem Trend: Sechs Personen verloren 2015 auf den Straßen im Landkreis ihr Leben. 2014 waren es fünf.

Trotzdem liegt Miesbach hier nach wie vor am unteren Ende der Tabelle. In Traunstein etwa starben 2015 15 Menschen im Verkehr. Im Gesamtbereich des Präsidiums fällt die Entwicklung dagegen erfreulicher aus: 72 Verkehrstote gab es hier zu beklagen – 20 weniger als 2014 und damit der niedrigste Wert seit Einführung der Statistik. Zu den Opfern im Landkreis Miesbach gehörten 2015 unter anderem zwei Motorradfahrer und ein Fußgänger. Radler ließen im Gegensatz zu 2014 mit drei Toten diesmal nicht ihr Leben.

Kaum etwas verändert hat sich bei den Unfallursachen. Mit 31,7 Prozent liegt nach wie vor das Abbiegen an der Spitze, gefolgt von zu wenig Abstand (17,6 Prozent) und Missachtung des Rechtsfahrgebots (8,4 Prozent). Wegen überhöhter Geschwindigkeit krachte es in 7,5 Prozent, wegen Alkohol in 1,5 Prozent aller Fälle. In beiden Kategorien starb einer der Unfallbeteiligten. Noch eine ungute Entwicklung gibt es im Landkreis: Die Zahl der Unfallfluchten erhöhte sich 2015 auf 688 Fälle (+18,2 Prozent).

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