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Florian Perkmann: stellvertretender Obermeister der Bäcker-Innung.

Interview zum Tarifabschluss für Bäckereiangestellte

Werden jetzt die Semmeln teurer, Herr Perkmann?

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Miesbach - Die Bäckereiangestellten in Bayern dürfen sich über einen neuen Tarifvertrag freuen. Aber was bedeutet das für die Betriebe im Landkreis? Wir haben bei Bäckermeister Florian Perkmann nachgefragt.

Ob hinter der Theke oder in der Backstube: 720 Bäckerei-Angestellte im Landkreis dürfen sich über 50 Euro mehr Gehalt und eine Einmalzahlung in Höhe von 80 Euro freuen. Das zumindest sagt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), die sich nach monatelangem Konflikt mit dem Landes-Innungsverband für das Bayerische Bäckerhandwerk auf einen neuen Gehalts- und Manteltarifvertrag geeinigt hat. Wir haben beim stellvertretenden Obermeister der Bäcker-Innung Miesbach-Bad Tölz-Wolfratshausen, Florian Perkmann (40) aus Miesbach, nachgefragt, was das für die Betriebe bedeutet.

Herr Perkmann, Sie beschäftigen 43 Mitarbeiter in drei Filialen. Müssen sich die Kunden nun auf teurere Semmeln einstellen?

Ganz sicher nicht. Ich sehe keinen Grund, an der Preisschraube zu drehen. Vor allem, weil mich der Vertrag gar nicht trifft. Ich zahle meine Leute ohnehin übertariflich. Für andere Betriebe kann ich nicht sprechen. Es kommt ja immer darauf an, ob deren Mitarbeiter gewerkschaftlich organisiert sind. In Gesprächen höre ich aber immer wieder, dass bei uns auf dem Land leistungsgerecht bezahlt wird. Überhaupt halte ich es für sinnvoller, wenn die Angestellten über solche Fragen mit ihrem Chef reden.

Aber wäre es nicht auch ein wichtiges Zeichen in Richtung Nachwuchs, wenn sich alle Bäckereien zum Tariflohn bekennen würden?

Das sehe ich anders. Dass unser Beruf nicht mehr so attraktiv wirkt wie früher, liegt vor allem an den Arbeitsbedingungen. Wegen des Geldes alleine steht heute keiner mehr um halb drei Uhr in der Nacht auf. Deshalb zahle ich meinen Mitarbeitern lieber mehr steuerfreie Nachtzuschläge, da haben sie wirklich was davon. Aber man muss halt auch ein Idealist sein und Spaß am Backen haben.

...und dann lieber auf mehr Gehalt verzichten?

Nein, natürlich nicht. Das schließt sich ja nicht aus – im Gegenteil. Wenn einer gut ist, dann hat er sich sein Geld verdient. Egal ob er in der Backstube oder im Verkauf arbeitet.

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