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Beim Treffen der Initiative Marktplatz überreichte Sprecherin Lisa Hilbich (l.) Bürgermeisterin Ingrid Pongratz einen Katalog mit Punkten, was sich Bürger für den Marktplatz wünschen.

Stadtentwicklung

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Miesbach - Nach den Querelen der vergangenen Monate soll bei der Stadtentwicklung nun wieder konstruktive Sacharbeit im Vordergrund stehen. Nun scheint ein Dialog wieder möglich.

Vielleicht mag es am nicht offiziellen Charakter des Treffens der Initiative Marktplatz gelegen haben oder daran, dass es kein angepeiltes Ziel gab. Am Ende der 90-minütigen Diskussion in der Pizzeria Da Leonardo, an der auch Bürgermeisterin Ingrid Pongratz sowie Vertreter des Stadtrats und der Geschäftsleute teilnahmen, herrschte Einigkeit: Es war ein Austausch in guter Atmosphäre, die hoffen lässt.

Wie berichtet, war das Thema Stadtentwicklung zuletzt meist politischer Zankapfel im Stadtrat. Ein Streitpunkt dabei war die Initiative Marktplatz und deren von SPD, FW, FDP und Grünen geforderte Beteiligung im Stadtentwicklungsausschuss. Nun hatte die Initiative den ersten Schritt gemacht und zum Kennenlern-Abend eingeladen.

Neben Bürgermeisterin Ingrid Pongratz kamen mehrere Stadträte sowie Vertreter der Stammtische der Geschäftsleute und des Gewerbeverbands GWM. Das Ziel des Abends hatte Bernhard Wurm, stellvertretender Sprecher der Initiative, so umrissen: „Wir wollen miteinander diskutieren über Konzepte, wie der Marktplatz verkehrsberuhigt und belebt werden kann.“

Bürgermeisterin Pongratz stellte den knapp 30 Teilnehmern den aktuellen Sachstand vor und verwies auf den stetigen Wandel am Marktplatz. Die Parkplätze zu verlegen sei schwierig. Hier komme dem in Auftrag gegebenen Verkehrsgutachten Bedeutung zu, das kommende Woche im Stadtrat vorgestellt werden soll. Wichtig sei jedoch, die Geschäftsleute rund um den Marktplatz mitzunehmen, „denn sie beleben die Innenstadt“.

Stefanie Mawick, Sprecherin des Stammtischs Fraunhoferstraße, nutzte die Gelegenheit, die Position der Geschäftsleute zu definieren: „Uns geht es nicht darum, irgendetwas zu blockieren.“ Jedoch drehe es sich bei den Ladeninhabern auch um Existenzen und Personalverantwortung. „Was wir äußern, ist das, was wir von den Kunden hören. Wir geben nur unsere Einschätzung ab. Entscheiden muss der Stadtrat.“ Dem pflichtete Stadträtin Inge Jooß (SPD) bei und merkte mit Blick auf Sitzbänke und Beleuchtungspläne an: „Seitens der Geschäftsleute wurde ja bereits etwas getan.“

Einigkeit herrschte darin, dass der Prozess der Stadtentwicklung mehr Struktur brauche und moderiert werden müsse – dass man mit Citymanager Schorsch Danner bereits so jemanden hat, wurde nicht erwähnt (siehe Kasten). Während sich FW-Stadtrat Markus Seemüller sehr gut Bürgermeisterin Pongratz an der Spitze dieses Prozesses vorstellen konnte („Sie kennen die Situation am besten“), winkte diese ab und sprach sich für einen externen Dritten wie Stadtplaner Otto Kurz aus – „sonst fühle ich mich wie ein Saatkorn zwischen Mühlsteinen“.

Teilnehmer Robert Leiner stellte indes fest, die fehlende Transparenz vergifte das Klima – es herrsche Unsicherheit über den aktuellen Stand. Daher sei ein gemeinsamer Fahrplan hilfreich, damit jeder weiß, an welchem Punkt sich der Prozess befindet. Und Joachim Baumann stellte fest: „Es fehlt ein Konzept, aber es ist Aufgabe der Stadt, das in Gang zu setzen.“ Das aktuelle Treffen erlebe er als „unglaublich schön. Dieser Abend kann ein Anstoß sein, einen Prozess zu starten. Dazu brauchen wir auch verschiedene Meinungen.“ Eine Einschätzung, die nicht zuletzt dank der „hervorragenden Gesprächskultur“ (Pongratz) auf breite Zustimmung stieß.

Auf Anregung von Seemüller soll der Stadtrat nun mit einem Grundsatzbeschluss ein politisches Startsignal geben. Pongratz schloss sich dem an: „Wir müssen das Thema konstruktiv angehen im Interesse der Bürger. So sind wir auf einem guten Weg.“

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