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Gut lachen haben Ebru und Erol Kaynak: Das Miesbacher Paar präsentiert bei der Vox-Sendung „Die Höhle der Löwen“ seine Idee von myChipsBox. Die Jungunternehmer wollen 200 000 Euro Kapital – und finden einen Kompagnon.

Nach "Höhle der Löwen": Jetzt ziehen sie ihr eigene Erfolgsfirma auf

Miesbacher Paar überzeugt Vox-Jury mit genialer Idee - es geht um Chips

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Miesbach/München – Bei der Vox-Sendung „Die Höhle der Löwen“ sammelten Ebru und Erol Kaynak Kapital ein und schicken sich an, den Snackmarkt umzukrempeln - mit einer ziemlich genialen Idee...

Die Kaynaks mögen’s knackig. Ein guter Film, dazu knusprige Chips – das ist ganz nach dem Geschmack des Ehepaares. „Wir lieben Chips“, bekennt der Miesbacher Erol Kaynak. Doch die ewig selben Kartoffelsnacks mit Paprika und vollgestopft mit massenweise Geschmacksverstärken gehen den beiden schlicht gegen den Strich. Das kann es nicht sein. Zu den fetttriefenden und ungesunden Produkten am Markt muss eine Alternative her, beschließen die Ökotrophologin und der Investmentbanker und verschreiben sich der Herstellung einer innovativen, wohlschmeckenden Kombination aus Kartoffel- und luftgetrockneten Gemüsechips. In Bio-Qualität, ohne künstliche Zusätze und Aromen, garantiert vegan und glutenfrei. „Schlechte Zutaten raus – natürliche Komponenten rein“, lautet ihr Credo. Außerdem machen sie ihr Produkt sexy, packen es in eine funktionale Box, die hübsch anzusehen ist und raschelfreies Knabbern ermöglicht. Das vermeidet auch Konflikte auf der heimischen Couch, sagt der Gründer. Seit Dezember 2015 sind die Leckereien unter dem Namen „myChipsBox“ im Handel – und finden seither stetig mehr Freunde.

Doch einen Schritt zurück. Nachdem Ebru (28) und Erol Kaynak (34) 2014 den Entschluss fassen, neuen Schwung in den Snackmarkt zu bringen, beginnt eine Phase des Experimentierens. Damals noch in Frankfurt zu Hause, werkeln die beiden mit viel Herzblut und gewöhnlichen Haushaltsgeräten in der heimischen Küche, um den perfekten Knabberspaß zu kreieren. Zunächst mit überschaubarem Erfolg. „Die ersten Versuche sind in die Hose gegangen“ erinnert sich der 34-Jährige, dessen Eltern lange ein türkisches Restaurant in Miesbach geführt haben.

Doch die Kaynaks bleiben beharrlich. Da es sich als unmöglich erweist, eine kleine Chips-Anlage aufzutreiben, gehen die Experimente mit einer 35-Liter-Fritteuse aus dem Gastronomiehandel weiter. Und plötzlich stimmt das Ergebnis. Auf Messen führt das Paar kleine Markttests durch – mit überwältigend positiver Resonanz. Ganz klar, denken sie sich. „Jetzt machen wir’s richtig.“ Sie gehen zurück nach Miesbach, um näher bei der Familie zu sein und produzieren fortan mit wachsendem Erfolg in der eigenen kleinen Manufaktur in München. Bis zu 20 000 Packungen der Knabbereien gehen Anfang dieses Jahres pro Monat in den Handel.

Angestachelt von den ersten Erfolgen beginnt das Paar, in größeren Kategorien zu denken. Da trifft es sich ganz hervorragend, dass während einer Fachmesse ein Produktionsteam der Vox-Gründersendung „Die Höhle der Löwen“ auf die Chips-Experten aufmerksam wird und sie anspricht. In der Unterhaltungsshow werben Erfinder und Unternehmensgründer mit innovativen Geschäftskonzepten um Risikokapital zum Wachstum ihres Unternehmens. Nach einem mehrstufigen Bewerbungsprozess landen die Kaynaks schließlich im Studio. Tausende hatten sich zuvor beworben.

Den „Löwen“ präsentieren sie dabei ihre Idee und bieten Geschäftsanteile an. Ebru und Erol Kaynak wollen 200.000 Euro und offerieren dafür einen Firmenanteil von 12,5 Prozent.

Drei der fünf potenziellen Investoren sind vom Fleck weg überzeugt und greifen beherzt in die Chips-Boxen mit Roter Beete, Wirsing oder Zucchini. Von „sensationeller Qualität“ schwärmt zum Beispiel die Unternehmerin Judith Williams. Am Ende steigt Unternehmer Ralf Dümmel bei dem Start-up ein. Ohne zu verhandeln. „Das hat er in der Sendung wohl noch nie gemacht“, freut sich Erol Kaynak, dessen Leben gerade einen Gang zulegt. „Unsere Bekanntheit geht durch die Decke.“ Edeka, Rewe, ausgewählte Bio-Supermärkte: die Chips sind bundesweit und flächendeckend im Handel gelistet. „Wir reden jetzt von einer Million Boxen“, freut sich der Unternehmensgründer, der gemeinsam mit seiner Frau nun noch mehr Gas geben will. Diese Woche ist zum Beispiel die erste Frucht-Variante in den Handel gekommen: Curry-Ananas. Zwei weitere Produkte werden gerade intensiv getestet. Die Mission der Eheleute, die Chips-Welt zu verbessern, scheint auf dem besten Weg zum Erfolg zu sein.

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