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Die Oberlandbahn wird von den Fahrgästen gut angenommen. Der Zugverkehr kann nach Ansicht von Heino Seeger aber noch ausgebaut und verbessert werden. Unsere Aufnahme entstand am Miesbacher Bahnhof.

Mobilität auf die Sprünge helfen

Landkreis - Der Landkreis soll wieder Schwung in sein Verkehrskonzept bringen. Dieses Ziel setzten sich die Kreisräte bei ihrer Sitzung. Impulsgeber war ein Referat von Heino Seeger über die Mobilität in der Region.

Heino Seeger – man kennt ihn noch als Lokomotive der Bayerischen Oberlandbahn (BOB). Lange Jahre hatte er dort das Sagen, nach seinem unfreiwilligen Ausscheiden wechselte der Haushamer als Geschäftsführer zur Tegernsee-Bahn Betriebsgesellschaft, die der Gemeinde Gmund, der Stadt Tegernsee und dem Landkreis gehört (wir berichteten). Schon während seiner Zeit als BOB-Chef war der 59-Jährige immer wieder durch Vorschläge zur Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) im Landkreis aufgefallen. Gebündelt präsentierte er seine Visionen auf Bitten von Landrat Jakob Kreidl (CSU) nun am Mittwoch im Kreistag.

„Die wachsende Bevölkerung, die steigenden Tourismuszahlen und der Einfluss der Landeshauptstadt auf die Region werden den Verkehr weiter anwachsen lassen“, prophezeite Seeger. „Deshalb müssen wir die Weichen für die Zukunft heute stellen.“ In 20 bis 30 Jahren, wenn die Zersiedelung weiter fortgeschritten sei, ließen sich vernünftige Trassen kaum noch realisieren.

Als Eisenbahner brach Seeger insbesondere eine Lanze für die Schiene und hier für seine bereits bekannte Idee einer elektrifizierten Ringbahn um den Tegernsee. Von Bedeutung sei aber auch eine Schienenquerverbindung am Alpenrand: von Weilheim über Bad Tölz nach Miesbach. Seeger forderte außerdem einen besseren und bedarfsorientierten Zuschnitt der Buslinien im Landkreis, eine Einbindung der Seenschifffahrt und ein besseres Fahrgastinformationssystem an den ÖPNV-Haltestellen. Ferner müsse die Oberlandbahn ihre Infrastruktur ausbauen. „Es muss neue Haltepunkte, ein besseres Störfallmanagement und eine Elektrifizierung der Strecke von Holzkirchen nach Bayrischzell geben“, sagte Seeger, der als kleine Idee am Rande auch eine Verlängerung der Seilbahn von der Schliersbergalm zum Schlierseer Bahnhof ins Spiel brachte.

Viele Kreisräte hörten die Vorschläge des Haushamers nicht zum ersten Mal, bedankten sich aber für den Impulsvortrag. „Das war gut und inspirierend“, lobte Paul Fertl (SPD). „Neuer Schub ist dringend erforderlich, wenn wir nicht alle im Verkehr ersticken wollen.“ Gmunds Bürgermeister Georg von Preysing (CSU) erinnerte an das Verkehrskonzept, das im Rahmen des Landkreis-Leitbilds erstellt worden war, seit einigen Jahren aber in der Schublade schlummert. „Wir müssen das jetzt unbedingt angehen und durchziehen“, forderte er. „Ein Gesamtkonzept ist erforderlich, Detaillösungen machen keinen Sinn."

Tatsächlich ist ein neuer Anlauf in Sicht. Wie Alexander Schmid, Geschäftsführer der Standortmarketing-Gesellschaft (SMG) in der Sitzung berichtete, findet am 19. November ein Verkehrsforum statt. Dazu soll auch ein Vertreter aus dem Landkreis Ebersberg eingeladen werden, wo bereits ein Verkehrskonzept erarbeitet worden ist. „Da wollen wir“, sagte Schmid, „über Grundsätzliches sprechen.

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