Wie es im Landkreis Miesbach läuft mit dem Thema Mountainbike, erläuterte Tim Coldewey, Produktentwickler Wandern und Rad der ATS, in der virtuellen Gesprächsrunde. Screenshot: sie
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Wie es im Landkreis Miesbach läuft mit dem Thema Mountainbike, erläuterte Tim Coldewey, Produktentwickler Wandern und Rad der ATS, in der virtuellen Gesprächsrunde. Screenshot: sie

Radexperten tauschen sich erneut bei Webinar aus

Mountainbiken im Wald: Wegsperrung das letzte Mittel

„Wer lenkt, gewinnt.“ Unter diesem Motto stand die zweite Veranstaltung der von Hans Urban initiierten Webinar-Reihe zum Thema „Bergwald, Bike und Biotop – Mountainbiken im Oberland“.

Landkreis – Um das in dem für Radfahrer attraktiven Voralpenland zunehmend brisante Thema konstruktiv zu entschärfen, lud der forst- und jagdpolitische Sprecher der Grünen im Bayerischen Landtag erneut Praktiker, die von den Erfahrungen ihrer Initiativen zwischen Schlierachtal und Schwarzwald berichteten.

Geleitet von der tiefen Überzeugung, nur gemeinsam zum Erfolg zu kommen. „Wir müssen miteinander gehen und voneinander lernen“, so der Tenor einer intensiven Gesprächsrunde, in der nicht nur lokale Spezialisten wie Tim Coldewey, Produktentwickler Wandern und Rad in der Alpenregion Tegernsee Schliersee (ATS), Tölzer-Land-Tourismus-Leiter Andreas Wüstefeld und Benjamin Trotter als Leiter des Pilotprojekts „Bergsport Mountainbike“ des Deutschen Alpenvereins (DAV) den Status quo erläuterten. In Sascha Hotz hatte man sich den Rad-Experten von Schwarzwald Tourismus eingeladen, wo man in der Planung schon einen guten Schritt weiter ist. Auch, was die Trails angeht, die mittlerweile 60 Prozent der Mountainbiker suchen.

Mountainbiken im Wald: Wegsperrung das letzte Mittel

Eine umso bedeutendere Zahl, als sie in der Realität kaum vorhanden sind. Bei etwa 70 ausgewiesenen Touren habe man keinen einzigen offiziellen Trail, skizzierte Trotter beispielhaft die Situation im Landkreis Oberallgäu und betonte, wie wichtig es sei, entsprechende Angebote zu schaffen. Man wisse wohl, dass man hier ein dickes Brett zu bohren habe, doch dies sei extrem wichtig, um die Sportler in geordnete Bahnen lenken zu können, bevor sich diese auf eigene Faust Wege suchen.

Nicht nur die stetig zunehmende Zahl an Radlern in den Bergen sahen die Gesprächsteilnehmer als Herausforderung. Durch e-Motorisierung und in Ermangelung sportlicher und touristischer Alternativen in Corona-Zeiten tummeln sich dort immer mehr Leute, denen das grundlegende Wissen fehlt. „Es kommen Menschen ins Gebirge, die davon keine Ahnung haben“, mischte sich Hanspeter Mair, DAV-Spezialist für alpine Raumordnung, in die Diskussion ein und bestätigte damit die Erfahrungen seiner Vorredner. Vor allem herrsche ein „riesen Aufklärungsbedarf hinsichtlich der Informationsbeschaffung“, war man sich einig.

Miesbach: Wegsperrung für Radfahrer das letzte Mittel

Ob angeregt von Instagram-Stories oder unterwegs mit einer Routing-App wie Komoot, zögen Biker häufig ungeachtet ihres tatsächlichen Könnens, alpiner Gefahren oder sensibler Bereiche los. Gerade bei den digitalen Informationsmöglichkeiten appellierte er an die politisch Verantwortlichen, hier für Standards zu sorgen, die eine verantwortungsvolle Nutzung der Wege fordern.

Wie wichtig persönliche Kommunikation aller Beteiligten sei, betonte Coldewey und berichtete von einem im vergangenen Jahr von Landrat Olaf von Löwis angestoßenen Projekt. Wegen der Kontaktbeschränkungen durch Corona habe man sich nur einmal in großer Runde austauschen können. Gleichwohl versuche man, im kleinen Kreis ins Gespräch zu kommen. Denn, wo immer, sei eine Sperrung von Wegen das letzte Mittel.

von Heidi Siefet

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