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Nanu, so viel Streit wegen Bio? In Fischbachau haben nun die Mit-Initiatoren der Öko-Modellregion versucht, die Kritik zu entkräften.

Nach Kritik an Öko-Modellregion

Initiatoren stellen klar: "Öko" ist nicht nur "Bio"

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Fischbachau - Harsche Kritik mussten sich die Initiatoren der Öko-Modellregion zuletzt anhören. Im Gemeinderat Fischbachau verteidigten sie nun ihre Projekte.

Gewissermaßen ein Heimspiel erwartete Öko-Modellregions-Managerin Marika Kinshofer und Stefan Gabler vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Holzkirchen, im Fischbachauer Sitzungssaal. Gegenwind mussten sie – anders als in den Gemeinderäten Holzkirchen und Waakirchen (wir berichteten) – hier nicht fürchten. Kein Wunder, sitzt doch Bürgermeister Josef Lechner (CSU) als einer der Hauptinitiatoren der Projektreihe selbst mit am Ruder. Und dieses ergriff Lechner gleich zu Beginn, um der harschen Kritik einiger konventioneller Landwirte entgegenzusteuern. „Ich sehe mich da auch in der Verantwortung“, schickte er voraus. 

Was dann folgte, war nicht einfach nur ein Plädoyer über die Vorzüge der Öko-Modellregion, sondern ein Vortrag mit klaren Fakten. Denn die, mahnte Lechner an, seien zuletzt in ein falsches Licht gerückt worden. Anders als die Kritiker es dargestellt hätten, könnten keineswegs nur Erzeuger von Bioprodukten von den bislang zwölf Projekten profitieren. Und das, so Lechner, sei im Antrag explizit so formuliert. „Mindestens 50 Prozent Bio“ heiße es da. Das bedeute im Umkehrschluss, dass bis zu 49 Prozent konventionelle – also regional erzeugte Produkte ohne Biosiegel – enthalten sein dürften. Egal ob im geplanten Regionalregal im Supermarkt oder im bereits umgesetzten Fischbachauer Schmankerlkorb. Letzterer beinhaltet laut Lechner Honig, Wurst oder Käse von insgesamt sechs Anbietern aus der Gemeinde. Und davon sei genau einer ein Bio-Landwirt. 

Von einer „Feigenblatt-Aktion“, wie es Balthasar Brandhofer am Waakirchner Ratstisch formuliert hatte, könne keine Rede sein. „So etwas von einem Landwirt zu hören, tut weh“, schimpfte Lechner. So liege es einzig und allein an den Erzeugern selbst, die Öko-Modellregion für sich zu nutzen. Nicht als „Allheilmittel für alle Probleme der konventionellen Landwirtschaft“, sondern als Chance, das Bewusstsein der Verbraucher für den Wert regional erzeugter Produkte zu schärfen und damit auch die Zahlungsbereitschaft dafür zu wecken. „Ein heimischer Apfel ohne Bio-Siegel ist bei weitem hochwertiger als ein gekennzeichneter aus China“, stellte Lechner klar. 

Die Ideen müssten jedoch von den Landwirten kommen. Der Bürgermeister sieht die Öko-Modellregion in erster Linie als „Kreativwerkstatt“ für konkrete Projekte, die dann zum Teil durch Mittel aus dem Leader-Programm – für Lechner die „Umsetzungsmaschine“ – angeschoben werden könnten. 

Gabler schloss sich der Vorrede des Bürgermeisters an. Auch ihn hätten die Aussagen der Kritiker enttäuscht, ganz zu schweigen von den zahlreichen Anrufen, die er von konventionellen Erzeugern erhalten habe. Diese seien vor allem deshalb unangebracht, weil die immer niedrigeren Milchpreise die vielen Kleinbauern im Landkreis zunehmend gefährden würden. Allein in den vergangenen zehn Jahren sei die Zahl der Betriebe hier um 20 Prozent zurückgegangen. „Es müssen aber trotzdem nicht alle auf Bio umstellen“, sagte Gabler. Vielmehr gelte es, einen „Öko-Pakt“ mit den Gemeinden, der Landwirtschaft und auch dem Handwerk zu schließen. Alle regionalen Produzenten, stellte Gabler klar, würden von einer höheren Wertschätzung ihrer Erzeugnisse profitieren. 

Kinshofer versprach, zeitnah ein Strategiepapier vorzubereiten. Die Rückendeckung der Fischbachauer Gemeinderäte ist ihr sicher. „Danke, dass Sie das machen“, sagte Josef Obermaier (CSU). „Und viel Glück dabei."

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