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Gut gelaunt und positiv: So ble ibt Stefan Schachenmeier in Erinnerung.

Nachruf auf den Inhaber des Traditionscafés Lebzelter

Stefan Schachenmeier verliert den Kampf gegen den Krebs

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Seinen Optimismus hat Stefan Schachenmeier in seine Familie getragen und als beliebter Konditor in der ganzen Stadt verbreitet. Am Donnerstag wollte er seinen Ruhestand antreten.

Miesbach – Eigentlich sollte für Stefan Schachenmeier zu Ostern das Rentnerleben so richtig losgehen. Für Gründonnerstag war geplant, sein traditionsreiches Café Lebzelter in Miesbach nach 38 Jahren zum letzten Mal zu öffnen, bevor er seinen Ruhestand antreten wollte. Doch seine Krebserkrankung hat ihm diesen ersehnten Lebensabend im Kreise seiner Familie nicht mehr vergönnt. Der allseits bekannte wie beliebte Konditor verstarb in der Nacht auf Sonntag im Alter von 65 Jahren.

Die Lücke, die Schachenmeier hinterlässt, ist groß. Er war ein Familienmensch durch und durch. Arbeit und Entbehrungen steckte er weg – einfach so. „Man hat ihn nie jammern gehört“, erinnert sich Sohn Simon (32). „Er war immer für uns da.“ Und war dabei immer von Grund auf positiv.

Daran änderte auch seine Erkrankung nichts. Als die erste Chemotherapie anstand, wischte er die Bedenken von Freunden weg: Er werde dennoch weiterarbeiten, statt sich ins Bett zu legen. Und so war es auch, wie Simon Schachenmeier bestätigt: „Egal, was kam. Er sagte immer: Das ist nur halb so schlimm. Das kriege ich schon hin.“ Seinen Optimismus habe er in die Familie getragen. „Für uns war klar: Wenn es einer schafft, dann ist er das.“

Für die Zeit mit seiner Familie musste auch das Café Lebzelter zurückstehen. Er wollte auf sich schauen und „mehr Zeit füreinander haben“. Pläne hatte er genug: Mit seiner Frau wollte in den Bergen sporteln, wegfahren, und auch ein Stammtisch war geplant, wie Anneliese Blüml, seit 35 Jahren Bedienung im Leb, erzählt: „Er wollte sich auch mal als Gast an einen Stammtisch setzen.“

Für die Familie war es ein Schock, als der Krebs unerwartet und heftig zurückkam. Die erneute Therapie war für Schachenmeier zu viel. Eine Infektion kam hinzu, der sein Körper nicht mehr gewachsen war. Im Beisein seiner Frau Anita und der Söhne Tobias (29) und Simon schlief er friedlich ein.

Seinen Willen respektiert die Familie auch im Tod: Das Café Lebzelter schließt erst am Gründonnerstag, 13. April. Bis dahin übernehmen Anneliese Blüml und Konditorin Verena Meisinger die Geschäfte, um der Familie den Rücken freizuhalten – in Schachenmeiers Sinn.

Die Trauerfeier

und Beisetzung finden am Donnerstag, 23. März, ab 14 Uhr auf dem Miesbacher Friedhof statt.

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