+
Helmut Gottstein starb am Samstag überraschend in seinem Haus in Miesbach.

Er wird in Erinnerung bleiben

Nachruf: BRK trauert um Visionär Helmut Gottstein

  • schließen

Miesbach - Helmut Gottstein hat beim BRK in Miesbach angepackt – und mehr als das: Er hat das Rettungswesen im Landkreis und darüber hinaus nachhaltig geprägt. Ein Nachruf.

Am Samstagabend verstarb der 88-jährige zweifache Vater und vierfache Großvater unverhofft in seinem Haus im Miesbacher Ortsteil Leitzach. 

Gottstein wird nicht nur beim BRK als Visionär in Erinnerung bleiben. Seit seinem Eintritt in die Miesbacher Bereitschaft im Februar 1955 galt sein Streben dem Ausbau des Rettungswesens und dem Ziel, Menschen zu helfen. Zusammen mit der ehrenamtlichen BRK-Gemeinschaft hat er vieles auf den Weg gebracht und Strukturen aufgebaut, die heute selbstverständlich sind. Damit setzte er auch auf Landesebene Maßstäbe. So hatte Miesbach Mitte der 1980er-Jahre den ersten Rettungswagen mit Allrad-Antrieb. Heute ist das Standard.

Von 1966 bis 1993 fungierte Gottstein als Kolonnenführer und später unter neuer Bezeichnung als Bereitschaftsleiter. In dieser Zeit wurden unter anderem die 24-Stunden-Bereitschaft und das Bereitschaftshaus an der Bergwerkstraße verwirklicht. Letzteres, in dem noch heute die BRK-Bereitschaft ihren Sitz hat, war Gottsteins Lebenswerk, wie dessen Sohn Florian sagt: „Er hat Klinken geputzt, um diesen Bau zu finanzieren.“

Gottsteins Verdienste wurden vielfach gewürdigt. So erhielt er unter anderem 1984 die BRK-Ehrennadel für außergewöhnliche Verdienste sowie 1987 den Verdienstorden des Freistaats Bayern für besondere Verdienste um das BRK sowie 2004 das Ehrenzeichen der BRK-Bereitschaften in der Stufe Gold.

Der Drang zu helfen begleitete Gottstein seit dem Zweiten Weltkrieg. Mit 16 Jahren wurde der aus dem Riesengebirge stammende Bursche eingezogen und musste nach nur viertägiger Ausbildung an der deutschen Ostfront mit dem Fallschirm abspringen. Unter Beschuss wurde er verwundet und kam in ein russisches Lazarett, wo er gut behandelt wurde. Erlebnisse, die prägten. Wieder zu Hause, folgte er seiner Familie, die bereits nach Oberbayern geflüchtet war. Seinen Vater beschreibt Florian Gottstein, der selbst beim BRK als Leiter der Schnellen Einsatzgruppe Schlierach-/Leitzachtal aktiv ist, als bescheidenen fürsorglichen Familienmenschen. Das BRK blieb aber bis zum Schluss eine Herzensangelegenheit.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

So hat der Landkreis das Wahnsinns-Wochenende verkraftet
Bayrischzell/Spitzingsee - Stahlblauer Himmel und strahlender Sonnenschein: Das Traum-Winterwochenende hat dem Landkreis einen riesigen Ansturm beschert. Das waren die …
So hat der Landkreis das Wahnsinns-Wochenende verkraftet
Grüne Woche: Region präsentiert unter Starnberger Flagge
Sie sind schon da. Nur ist es gar nicht so einfach, die Vertretungen unserer Region auf der größten Landwirtschaftsmesse der Welt zu finden. Kein Wunder...
Grüne Woche: Region präsentiert unter Starnberger Flagge
Vier Autos an einem Tag demoliert
Ob die Taten zusammenhängen, kann die Polizei nicht sagen. Klar ist: Der Sachschaden ist enorm. Ein Miesbacher Dacia verlor sogar seine Stoßstange.
Vier Autos an einem Tag demoliert
Rumänen verteilen Goldmünzen auf der A8
Irschenberg - Ein Auto mit drei Rumänen folgte einem Polizeiauto, dabei warfen sie Socken gefüllt mit Gold in Schmuck- und Münzenform aus dem Fenster. Die Aktion hatte …
Rumänen verteilen Goldmünzen auf der A8

Kommentare