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Nahversorgung auf einen Blick: Die Grafik ist so aufgebaut, dass sich die einzelnen Kategorien gemeindeübergreifend leicht vergleichen lassen. Innerhalb der Gemeinden sind die Zahlen ausschlaggebend.

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Nahversorgung: So weit sind die Wege im Landkreis

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Landkreis - Wenn das Auto in der Werkstatt ist, kommt’s raus: Wie gut ist die Nahversorgung im Landkreis wirklich?  Unsere Karte entlarvt die Spitzenreiter und Schlusslichter unter den Gemeinden.

Wer im Landkreis etwas erledigen muss, sollte gut zu Fuß sein. Mal schnell zum Supermarkt oder in die Apotheke? Ohne Auto ist das kaum zu schaffen. 1,6 Kilometer müssen die Bürger im Schnitt für Medikamente zurücklegen, 1,3 Kilometer für den Großeinkauf beim Discounter. Ähnlich weit haben es die Kinder bis zur nächsten Grundschule. Und selbst zum Hausarzt ist es fast ein Kilometer. Spätestens im Krankheitsfall keine angenehme Vorstellung. Kleiner Trost: Zumindest die Haltestellen für öffentliche Verkehrsmittel, von denen aus sich das nächste Mittelzentrum in weniger als 30 Minuten Fahrzeit erreichen lässt, sind im Landkreis im Schnitt in 500 Metern und damit per Definition (maximal ein Kilometer) fußläufig anzusteuern. Dennoch: Echte Nahversorgung sieht anders aus.

Doch damit ist der Landkreis Miesbach nicht allein. Für gut ein Viertel der Landbevölkerung in Bayern sind die Wege weit. Das hat eine Anfrage der Landtags-Grünen beim Wirtschaftsministerium ergeben (wir berichteten). Für mehr als 2000 Gemeinden haben die Experten des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung die durchschnittlichen Wegstrecken zu den wichtigsten Nahversorgungseinrichtungen wie Arzt, Supermarkt, Bus oder Bahn ausgerechnet. Die Ergebnisse für die Kommunen im Landkreis sind höchst unterschiedlich, wie unser Überblick zeigt.

  • Apotheke: Mal eben um die Ecke ein Fläschchen Hustensaft besorgen? Das wird in Irschenberg nichts. Mit im Schnitt 5,2 Kilometer sind die Bürger in einer der flächenmäßig größten Gemeinden im Landkreis auch am längsten unterwegs, gefolgt von Warngau, Valley und Weyarn. Am einfachsten an Tabletten kommen sie dagegen im gesamten Tegernseer Tal, in Otterfing, Miesbach und Holzkirchen.
  • Hausarzt: Wem’s nicht gut geht, der kann auf einen längeren Spaziergang gerne verzichten. Dumm nur, wenn die nächste Arztpraxis weit entfernt liegt. Satte 1,8 Kilometer sind es zum Beispiel in Valley bis zum Doktor, gefolgt von Warngau, Irschenberg und Fischbachau. Am kürzesten sind die Wege erneut am Tegernsee sowie in Otterfing und Hausham.
  • Supermarkt: Mal wieder die Milch vergessen? Oder das Klopapier? Kein Problem, wenn ein Supermarkt in der Nähe liegt. Doch das ist im Landkreis nicht immer der Fall. 4,6 Kilometer wie in Weyarn oder 4,3 Kilometer in Valley sind mit Einkaufstüten kaum zu Fuß zu bewältigen. Anders als in Bad Wiessee oder Hausham, wo mit gut 500 Metern der schnelle Feierabendeinkauf auch ohne Auto möglich ist.
  • Grundschule: Zu Fuß in die Schule gehen kann für Kinder ein willkommener Ausgleich zum Sitzen im Klassenzimmer sein. Aber wie in Kreuth 3,2 Kilometer mit dem Schulranzen auf dem Rücken? Wohl dem, der da eine Bus- oder Bahnhaltestelle in der Nähe hat. Oder in Hausham, Otterfing, Tegernsee oder Miesbach wohnt. Hier sind die Schulwege nur 650 bis 880 Meter lang.
  • Haltestelle: Wenn kein Auto greifbar ist, sind öffentliche Verkehrsmittel Gold wert. Tatsächlich schlägt hier die Stunde des Landkreises. In nahezu jeder Gemeinde ist die nächste Haltestelle nicht weiter als einen Kilometer entfernt. Echte Nahversorgung also. Außer in Bayrischzell. Ganze 6,5 Kilometer sind es hier bis zu einem Punkt, von dem aus die Bürger mit Bus oder Bahn in weniger als 30 Minuten ein Mittelzentrum erreichen. Der Bahnhof im Ort zählt deshalb nicht dazu. Dafür sind alle anderen Einrichtungen nur gut einen Kilometer weit weg. Wer in Bayrischzell bleibt, darf sich also durchaus als nahversorgt betrachten.

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