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Im Bauausschuss wurde mit Blick auf einen Neubau anstelle des Autohauses ein Änderungsverfahren des Bebauungsplans gestartet.

Auf dem Kathan-Gelände in Miesbach

Neubau soll Ordnung in die Pläne bringen

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Miesbach - Die Stadt Miesbach will das Areal des Autohauses Kathan neu überplanen. Im Bauausschuss wurden dazu bereits Pläne für eine Nachnutzung vorgelegt, die einen planerischer Missstand beheben sollen.

Beim Autohaus Kathan ist noch gar keine Rede von einem Abschied, da wird bereits im Bauausschuss über eine mögliche Folgenutzung beraten. Wie Architekt Joachim Staudinger dem Gremium darlegte, soll der gesamte Grundstücksstreifen von der Münchner Straße bis hinüber zum Windfeld komplett neu bebaut werden. Das Wohnhaus am Windfeld soll ebenso entfernt werden wie die Geschäftsräume des Autohauses. Diese seien zu marode, erklärte der Planer: „Entweder investiert man viel, um wenig zu erreichen, oder man überplant das gesamte Grundstück neu.“

Letzteres sieht so aus: Ein einziger 72 Meter langer Gebäudekomplex soll dort entstehen. Ins Untergeschoss kommt eine Tiefgarage, im ersten und zweiten Obergeschoss sind etwa 20 Wohnungen mit Dachterrassen und kleinen Gärten vorgesehen, und das Dach selbst bietet Platz für Penthouse-Wohnungen.

Bleibt das Erdgeschoss: Dort soll ein großflächiges Gewerbe einziehen. „Angedacht war mal ein Einzelhandel“, berichtete Staudinger, doch ein Gespräch mit Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU) habe ergeben, dass ein Supermarkt „nicht mehr gewollt“ sei. Auch eine Kfz-Werkstatt sei nicht erwünscht. „Vielleicht wäre ja ein Elektronikhandel eine Möglichkeit“, überlegte der Architekt. Insgesamt seien rund 1600 Quadratmeter Wohnfläche und 1200 Quadratmeter Gewerbe vorgesehen. „Da wird richtig investiert“, stellte er fest.

Die Resonanz im Ausschuss fiel teils positiv aus. „In Miesbach fehlen Wohnungen“, stellte Zweiter Bürgermeister Paul Fertl (SPD) fest. „Egal ob Eigentums-, Miets- oder Sozialwohnungen.“ Ähnlich sah es Franz Mayer (CSU). Umso mehr wunderte er sich, warum überhaupt Gewerbe integriert werden soll, „wenn wir noch nicht mal wissen, was da rein soll“. Eine reine Wohnnutzung sei da sinnvoller.

Doch ein Gewerbe ist planungsrechtlich unverzichtbar. Da die im Süden angrenzenden Wohnungen der Kirche ein allgemeines Wohngebiet sind, im Norden jedoch ein Gewerbegebiet sowie ein Sondergebiet mit großflächigem Einzelhandel – dem Hagebaumarkt – an das Areal angrenzen, braucht es im Übergang ein Mischgebiet. Und das kommt ohne einen gewissen Gewerbeanteil nicht aus. Erschwert wird dies durch die ehemaligen Betriebswohnungen der Isar-Amper-Werke, die sich Am Windfeld neben dem Kathan-Gelände befinden und mit diesem gemeinsam als Gewerbegebiet ausgewiesen sind.

Mit der neuen Bebauung hat die Stadt die Möglichkeit, diesen Bereich in ein Mischgebiet zu ändern – als passende Übergangsform zum Wohngebiet. Den entsprechenden Aufstellungsbeschluss zur Bebauungsplanänderung fasste der Ausschuss mehrheitlich – obwohl der vorgelegte Bauriegel mehreren Ausschussmitgliedern als zu massiv erschien.

Noch nichts fix

Trotz aller Überlegungen im Bauausschuss: Einen Rückschluss auf die Zukunft des Autohauses Kathan in Miesbach lassen sie nicht zu. „Bei uns ist noch nichts entschieden“, sagt Geschäftsführer Rainer Kathan auf Nachfrage unserer Zeitung. Der Pachtvertrag in Miesbach laufe noch bis Anfang 2018, und seitens seines Unternehmens sei eine Verlängerung noch nicht vom Tisch. Eine Schließung stehe aber definitiv nicht zur Diskussion, betont Kathan: „Es geht auf alle Fälle weiter.“ Das Autohaus, das Anton Kathan 1960 in Bad Wiessee gegründet hatte, unterhält seine Filiale in Miesbach seit 2003. Die Diskussionen im Bauausschuss nimmt Kathan gelassen: „Wir sehen die Beratungen lediglich als eine Art Machbarkeitsprüfung.“

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