+
Sorgt für Unmut: In das mittlere Haus in der Straße Tratberg Nord sollen acht Asylbewerber ziehen.

Geplante Unterkunft in Tratberg Nord

Neue Asylbewerber: Haushamer fühlen sich übergangen

  • schließen

Hausham - Protest von Anwohnern und Gemeinde: Die zwölf Asylbewerber, die nach Hausham kommen, sollen unter anderem in ein Reihenhaus ziehen. Zu beengt und abgeschoben, wären sie da, finden die Haushamer. Und bemängeln die Kommunikation des Landratsamts. Ein brisanter Info-Abend steht bevor.

Der ganze Unmut kochte am Donnerstagabend hoch. Im Hauptverwaltungsausschuss ärgerten sich Bürgermeister Jens Zangenfeind (FW) und einige Gemeinderäte darüber, dass sie vom Landratsamt Miesbach in Sachen Asylbewerber übergangen worden waren und dass sich die Behörde nicht kooperativ zeigt. Stein des Anstoßes ist die Unterbringung von acht Asylbewerbern. Wie berichtet, werden die Flüchtlinge, die noch in der Tegernseer Turnhalle leben, auf Osterhofen und Hausham verteilt. Vier sollen in die Asylbewerberunterkunft an der Schöllerstraße in Hausham ziehen, acht in ein Reihenmittelhaus in Tratberg Nord. Letzteres sehen jedoch Anwohner, die bereits ihre Bedenken vorbrachten, und Gemeinde als kritisch an.

„Die Tratberg-Bewohner sind nicht gegen Asylbewerber, allerdings würden sie auf zu engem Raum leben“, erklärte Gerhard Klante (FW), der Asylbewerber betreut. Die abgelegene Wohnsiedlung sah auch der Rathaus-Chef als ungeeignet an. „Am Tratberg sind die Asylbewerber sehr abgeschoben. Da werden die Ehrenamtlichen mit der Betreuung überfordert sein“, prognostizierte er. Zudem würden die acht Flüchtlinge in dem Gebäude auf engstem Raum leben. Auch wenn die mindestens erforderlichen sieben Quadratmeter pro Person, die die Regierung von Oberbayern fordert, erfüllt sind: Ideal sei die Wohneinheit nicht.

Gleiches gilt für die Informationspolitik des Landratsamtes, wie Gemeinderäte und Bürgermeister fanden. „Dramatisch, dass wir so was aus der Presse erfahren“, sagte Zangenfeind über die zwölf neuen Flüchtlinge. Den Vertrag mit dem privaten Haus-Eigentümer hatte das Landratsamt zu diesem Zeitpunkt schon längst unterschrieben. Klante ärgerte, dass die Behörde über den Kopf der Gemeinde, die ohnehin schon 39 Flüchtlinge beherberge, hinweg entscheide und damit „sehenden Auges den sozialen Frieden gefährdet“.

Um den wieder herzustellen, beraumte die Gemeinde für Montag, 26. Januar, um 17.30 Uhr im Rathaus einen Info-Abend für die Anwohner an. Anwesend sein werden auch der Intergrationsbeauftragte Max Niedermeier und Vertreter des Landratsamts. „Wir müssen eine offene Kommunikation einfordern“, sagte Zangenfeind. Bei dem Treffen möchte er auch eine Alternative diskutieren: Eine vierköpfige syrische Familie soll von der Schöllerstraße in das Anwesen am Tratberg ziehen. Die weiteren vier benötigten Plätze würde man über eine Gemeinde- oder Privatwohnung bereitstellen – der Vorschlag ging bereits an Landrat Wolfgang Rzehak.

Doch schon vor der Veranstaltung weht Gegenwind. „Das Landratsamt sagte, sie kommen nicht zum Verhandeln, sondern zum Informieren“, sagte Klante. „Die Alternativen sind geprüft worden, aber ein Tausch ist nicht möglich“, erklärt Gerhard Brandl, stellvertretender Sprecher des Landratsamts. Da es sich bei der syrischen Familie um anerkannte Asylbewerber handelt, müssten sie ohnehin aus der Unterkunft ausziehen.

„Das sind Ausflüchte. Mit so einer Antwort bin ich nicht zufrieden“, sagt Zangenfeind verärgert. Es wird also spannend am Montag.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Zu früh: Gemeinderat lehnt Bürgerentscheid zu Supermarkt in Neuhaus ab
Seit einem Monat wissen die Neuhauser, dass es gleich zwei Vorschläge für einen Supermarkt in ihrem Ortsteil gibt. Einen Bürgerentscheid wird es aber vorerst nicht geben.
Zu früh: Gemeinderat lehnt Bürgerentscheid zu Supermarkt in Neuhaus ab
Engagierte Liste: Freie aktive Bürger haben Kandidaten nominiert
Die Freien aktiven Bürger Fischbachau starten in den Wahlkampf. Gemeinderatsliste und Bürgermeisterkandidat wurden offiziell nominiert. Und alle haben klare Ziele.
Engagierte Liste: Freie aktive Bürger haben Kandidaten nominiert
Ursula Lex tritt als Landratskandidatin für die FDP an
Der Kreis der Landratskandidaten hat sich um einen prominenten Namen erweitert: Ursula Lex tritt bei der Kommunalwahl am 15. März 2020. Die Kreisvorsitzende der FDP …
Ursula Lex tritt als Landratskandidatin für die FDP an
Abschlussjahrgang von 1969 feiert Wiedersehen
50 Jahre nach dem Abschied hat sich der Abschlussjahrgang 1969 der Realschule Miesbach wieder getroffen. Zum Jubiläum gab es für diesen Premierejahrgang viel zu erzählen.
Abschlussjahrgang von 1969 feiert Wiedersehen

Kommentare