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Beliebter Strand: Das Schlierseeufer im Kurpark wird gerne von Ausflüglern bevölkert. Im Fischlaichschonbezirk ist das aber künftig nicht mehr erlaubt.

Neuer „Fischlaichschonbezirk“ im Kurpark

Achtung: Hier wird der Schliersee zur Tabu-Zone

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Wer hat nicht schon mal überlegt, an heißen Sommertagen im Schlierseer Kurpark ins Wasser zu gehen? Das könnte ab April richtig teuer werden. Zum Schutz der Fische drohen hohe Bußgelder.

Schliersee – Ein Kiesstrand, der flach ins Wasser abfällt. Dazu der traumhafte Blick auf die Bergkulisse mit Jägerkamp und Brecherspitz. Bedingungen, die Erholungssuchende im Sommer in Scharen an das Nordufer des Schliersee locken. Auch im Kurpark breiten manche ihre Handtücher aus und stürzen sich ins kühle Nass – trotz geltendem Badeverbot. Was bislang „nur“ ein Verstoß gegen die Hausordnung war, könnte sich schon bald zu einer Ordnungswidrigkeit im „Fischlaichschonbezirk“ auswachsen – und Bußgelder von bis zu 5000 Euro zur Folge haben.

Auf Antrag der Fischereigemeinschaft Schliersee-Spitzingsee will das Landratsamt eine Verordnung über die Ausweisung des Fischlaichschonbezirks „Schliersee-Kurpark“ erlassen. „Der Antrag begründet sich auf einen Beschluss in der Pächtersitzung der Fischereigemeinschaft im April 2016“, erklärt Landratsamtspressesprecher Birger Nemitz. Den entsprechenden Verordnungsentwurf stellte Schliersees Geschäftsleiter Jörn Alkofer nun im Gemeinderat vor. Um die Laichplätze von Lauben und anderen Kieslaichern im flachen Wasser im Uferbereich des Kurparks vor Störungen zu schützen, soll dort ein 217 Meter langer und zehn Meter breiter Schonbezirk ausgewiesen werden. Vom 1. April bis 31. September würde hier damit ein „Betretungs- und Badeverbot“ herrschen. Auch sämtliche Wassersportarten wären tabu.

Obwohl letztlich das Landratsamt allein über die Ausweisung entscheidet, habe sich die Gemeinde zu Wort gemeldet, berichtete Alkofer. „Wir haben um Ausnahmen bei bestimmten Veranstaltungen gebeten.“ Mit Erfolg: Der nordöstliche Bereich im Anschluss an den Bootsverleih dürfe auf einer Länge von 75 Metern weiter für Feste oder Sportereignisse nutzen. Insbesondere bei letzteren sei der Kiesbereich von der Gemeinde aber „nach den Regeln des Fachs zu schützen“, heißt es in der Verordnung.

Gekennzeichnet werden soll der Schonbezirk am Ufer mit mehreren Schildern. Die wasserseitige Grenze markieren „signalfarbige Bojen“ im Abstand von 25 Metern, die mit einem gleichfarbigen Seil verbunden werden. Das ging einigen Gemeinderäten ein Stück zu weit. „Da wird einer der schönsten Plätze am Schliersee mit Bojen abgesperrt“, schimpfte Wolfgang Schauer. „Das ist Hardcore. Damit verbauen wir uns alles.“ Ursula Bommer (Die Schlierseer) schlug vor, die Schutzzone zu verschieben. Das sei nicht so ohne Weiteres möglich, erklärte Gerhard Waas (Grüne). „Diese Fische brauchen flaches Wasser.“ Waas regte an, Ausgleichsmaßnahmen an anderer Stelle zu prüfen. „Wir weisen das Landratsamt darauf hin“, sagte Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU).

Beim Bootsverleih Lauber, dessen Steg an die Schutzzone angrenzt, sieht man die Ausweisung entspannt. „Wir sind froh, wenn die Leute nicht zu nah ans Ufer hinfahren“, sagen die Betreiber auf Anfrage unserer Zeitung. So würde nicht nur die Umwelt geschont, sondern auch Schäden an den Booten vermieden.

Und auch für die Badegäste ändert sich durch die Ausweisung des Fischlaichschonbezirks im Kurpark nicht viel. Wer sich wie bisher an die Hausordnung hält, hat kein Problem. Wer es allerdings auf einen Verstoß ankommen lässt, den dürfte dieser künftig so teuer zu stehen kommen wie ein zweiwöchiger Luxusurlaub auf den Malediven. Entsprechende Kontrollen können laut Landratsamt von den Vertretern der Fischerei selbst durchgeführt werden.

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