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So könnte es kommen: Die CSU schlägt fünf Gebäude vor, die das alte Schulhaus und die Turnhalle ersetzen. Auf dem somit entstehenden Platz könnte eine Wasserfläche für Aufenthaltsqualität sorgen. Das Heimatmuseum soll einen Anbau bekommen. In diesem Entwurf überbaut: die Vitalwelt-Parkplätze. Auf diese Fläche hat bekanntlich ein Hotelinvestor ein Auge geworfen. Die blauen Pfeile zeigen die Sichtachsen, im kleinen Bild oben links von der Bahnhofstraße aus.

CSU legt Konzept vor

Ein neuer Startschuss für die Ortsmitte-Planung

CSU legt Konzept für Gelände rund ums alte Schulhaus vor. Neuer Schwung in der Ortsmitte-Diskussion.

In die Überplanung der Schlierseer Ortsmitte ist wieder Schwung gekommen. Diesen Eindruck vermittelte zumindest der Info-Abend, zu dem die Orts-CSU ins Vitalwelt-Restaurant Charivari eingeladen hatte. Klar wurde aber auch: Es ist noch ein weiter Weg zu gehen.

Seit die letzten Klassen 2010 das Schulhaus an der Lautererstraße in Richtung Neuhaus verlassen haben, bastelt Schliersee an der Zukunft der Ortsmitte. Doch richtig Feuer war selten in der Sache. Vom eigens gegründeten Arbeitskreis hat man kaum mehr etwas gehört. Die Ergebnisse einer Bürgerbefragung schlummerten monatelang im Rathaus. Und eine zwischenzeitlich beauftragte Beraterfirma wurde wieder vor die Tür gesetzt. Jetzt hat die CSU den Faden aufgenommen, die konkrete Variante einer Bebauung vorgelegt, die dem Gemeinderat als Grundlage für die weitere Diskussion dienen soll. In der von der PWG beantragten Sondersitzung zum Thema Ortsmitte im November (wir berichteten) soll das Gremium erstmals den Vorschlag beraten.

Und das schlägt die CSU vor: Schule und Sporthalle werden abgerissen und machen Platz für vier bis fünf Gebäude, die sich giebelständig um einen dann entstehenden Platz gruppieren. Eine Wasserfläche, wohlgemerkt kein Brunnen, soll dem Platz Aufenthaltsqualität verleihen. Drei der Häuser könnten mit flacheren Zwischenbauten verbunden sein, und ein Arkadengang – andere Beispiele in Schliersee zitierend – das Ganze gefällig gestalten. Das Heimatmuseum bekommt einen Anbau, der sich am abgerissenen Wirtschaftsteil orientiert – letztere Maßnahme gilt als Konsens in Schliersee.

„Wir haben viel zu wenig Verweilplätze“, sagte Florian Zeindl, der das Konzept den rund 70 Gästen vorstellte. Ex-Gemeinderat Gerhard Krogoll, der die Planung erstellt hatte, fügte an: „Das ist genau das Thema: Schliersee hat kein Zentrum.“ Eine solches könnte der Bereich am alten Schulhaus werden – eine Piazza. Zeindl erläuterte, was diesen Flecken so besonders macht: die Sichtachsen. Sowohl vom Bahnhof als auch der Perfall- sowie beiden Seiten der Lautererstraße aus falle der Blick auf das Schulhaus. Auf der rückwärtigen Seite ergebe sich ein Bezug vom neuen Café Fichtner, der Apotheke und dem Gasthof Zur Post sowie – wenn sich die CSU mit ihrem Antrag durchsetzt – eine Erschließungsmöglichkeit von der Bundesstraße her durch einen Kauf des Gebäudes an der Rathausstraße 8. Zentraler geht’s kaum. Ex-Gemeinderat Alois Maichel, der zusammen mit Zeindl durch den Abend führte, sagte: „Wir sehen das als einen möglichen Vorschlag.“

In der engagiert geführten Diskussion warf Architekt Heinz Blees die Frage in den Raum, ob das Museum nicht in den Platz einbezogen werden solle. Krogoll sah das anders: „Das Museum sehe ich als Solitärbau, der muss freistehen.“ Deshalb habe er davor auch eine „Festwiese“ zur Lautererstraße hin eingeplant. Ein kritischer Punkt ist wohl das Thema Sporthalle. In der Bürgerbefragung sprach sich nur eine knappe Mehrheit für den Abriss aus. Krogoll legte deshalb eine Variante mit nur vier Gebäuden vor. Der eigentlich rund 600 Quadratmeter große Platz würde erheblich schrumpfen.

Auch hinsichtlich des Verkehrs gab es unterschiedliche Auffassungen. Während Lantenhammer-Geschäftsführer Anton Stetter fragte „warum nicht mutig sein und ein autofreies Zentrum schaffen?“, sieht der CSU-Vorschlag lediglich eine Verkehrsberuhigung nebst Tiefgarage vor.

Grundsätzlicheres brachte Herbert Osterkorn zur Sprache: „Wir brauchen eine Wirtschafts-Standortentwicklung, die über das Städtebauliche hinausreicht.“ Und: „Wir haben in Schliersee und Neuhaus eine Reihe wirtschaftserfahrene Menschen, die im Zweifelsfall bestimmt helfen.“ Einer von diesen war eben auch Stetter, der andeutete, sich schon Gedanken über eine „Attraktion“ gemacht zu haben. Seine Idee möchte er als nächstes dem Gemeinderat präsentieren.

In längeren Zeiträumen zu denken, empfahl auch Architekt Johannes Wegmann. Man könnte mit ein oder zwei Gebäuden Gestaltungswillen zeigen, es sich vielleicht aber auch leisten, „öffentlichen Raum für zukünftige Generationen freizuhalten“. Wer weiß, vielleicht bekomme Schliersee irgendwann etwas wie das Gulbransson-Museum in Tegernsee. Bei der Nutzung legte sich auch die CSU nicht fest. Das sei auch von den Investoren abhängig.

Neben vielen Ideen und Vorschlägen nimmt die CSU auch die Forderung der Zuhörer mit in den Gemeinderat, den weiteren Prozess transparent zu machen – und ihn von einem externen Berater begleiten zu lassen. Für einen solchen hatte sich eine große Mehrheit bei der Bürgerbefragung ausgesprochen, erinnerte Maichel.

Entwicklungsbereiche

Zu den gemeindeeigenen Flächen, auf denen sich Schliersee im Ortskern entwickeln könnte, gehören auch die Tennisplätze an der Vitalwelt sowie die Parkplätze am Bahnhof. Auch diese gilt es, in eine Gesamtplanung einzubeziehen. Die Seewiese indes soll tabu bleiben.

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