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Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer beim Neujahrsempfang im Schlierseer Rathaus.

Neujahrsempfang

Nahe dran am "bayerischen Paradies"

Schliersee - Hätte es einer musikalischen Untermalung der Neujahrsansprache von Schliersees Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer gebraucht, so würden sich anbieten: „(Ein Hoch) Auf uns“ (Andreas Bourani) oder auch „So soll es bleiben“ (Ich + Ich). Der Rathaus-Chef beschwor die Gemeinschaft.

Schliersee hat seine Identität bewahrt. Dessen ist sich Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) sicher. „Wenn man 20, 30 oder 40 Jahre zurückschaut, kann man sagen: Es ist viel passiert, aber Schliersee ist nach wie vor das, was es war.“ Diese Identität gelte es zu bewahren, und jene rund 150 Personen, die zum Neujahrsempfang eingeladen waren, seien genau die, die für dieses Bewahren stünden. Die ehrenamtlich Tätigen, die Menschen, die „mehr tun für die Gemeinschaft als andere“, so Schnitzenbaumer. Dafür gebühre ihnen Dank. Über Schliersee wird berichtet, lokal und überregional. Schnitzenbaumer hatte sich die Mühe gemacht und das Presse-Archiv der Gemeinde durchstöbert. An Nummer eins der Berichterstattung stehe eindeutig der Sport. Das korrespondiere durchaus auch mit dem Selbstverständnis der Gemeinde. Athleten wie Vanessa Hinz (Biathlon), Elisabeth Schicho (Langlauf) und Cheyenne Loch (Snowboard) setzen die Tradition von Spitzensportlern aus Schliersee fort und tragen den Namen der Gemeinde in die Welt hinaus. So wie die Hans Schaller, Peter Schlickenrieder und der wohl aktuell bekannteste Schlierseer, Markus Wasmeier, getan haben und tun. Die Gemeinde trage dem Rechnung, indem sie Nachwuchstalente finanziell fördere, noch bevor sie auf den großen Sportbühnen der Welt auftauchen. In Schliersee selbst spiegelt sich das Selbstverständnis als Sportgemeinde in Veranstaltungen wie dem Alpentriathlon wider. Dass sich vergangenes Jahr der Veranstalter zurückgezogen hat, „passiert nunmal und ist nicht weiter schlimm“, sagte Schnitzenbaumer. Nummer zwei bei der Berichterstattung ist das Thema Kultur. Der Veranqstaltungskalender ist vielfältig in Schliersee, und der Kulturherbst habe sich „vom Pflänzchen zum stattlichen Baum“ entwickelt, sagte Schnitzenbaumer. Selbst ein Gerhard Polt beteilige sich aktiv am Gelingen. Weithin bekannt ist auch das Schlierseer Bauerntheater. Das wisse auch der Gemeinderat, der für den Erhalt immer wieder Geld in die Hand nehme. Für das neue Jahr kündigte Schnitzenbaumer die Erneuerung der Ton- und Lichtanlage an. „Dafür werden wir relativ viel Geld ausgeben.“ Die „mickrigen“ Lautsprecher würden ihn schon seit Jahren ärgern, sagte Schnitzenbaumer. „Wichtige Zeichen nach außen“ aus dem erweiterten kulturellen Bereich seien auch die Leonhardifahrt und der Alt-Schlierseer Kirchtag. Just als der Bürgermeister auf das Thema Tourismus – Nummer drei der Berichterstattung – zur sprechen kam, blieb der Ton der Verstärkeranlage weg. Wer will, kann das als passend zum Schlierseer Kurs in Sachen Tourismus-Marketing betrachten. Schnitzenbaumer sieht dies natürlich anders und bekräftigte, dass Schliersee weiterhin Teil der Alpenregion Tegernsee Schliersee sei und Kooperationen anstrebe. Allerdings möchte die Gemeinde nicht nur die Region beworben haben, sondern die eigene Identität herausstellen und vermarkten. Die Strategie hierzu müsse man von unten nach oben entwickeln, sagte Schnitzenbaumer, der in der Summe ein Bild seiner Gemeinde zeichnete, die nahe dran ist an dem „bayerischen Paradies“, das man sich als Slogan fürs Tourismus-Marketing gewählt hat. Schnitzenbaumer schloss mit einem Zitat von Paulo Coelho: „Der Mensch will immer, dass alles anders wird, und gleichzeitig will er, dass alles beim Alten bleibt.“ Schliersee sei der Spagat zwischen Entwickeln und Bewahren gelungen – „so soll es bleiben“, würden Ich + Ich dazu singen.

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