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Seine Krankengeschichte hat Maximilian Huttner aufgeschrieben.

Parkinson-Patient Max Huttner legt Buch vor

Der endlose Kampf mit der Krankheit

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Miesbach - Es ist geschafft: Maximilian Huttner hat seine Krankengeschichte geschrieben. „Maximal – Mein Leben mit Parkinson“ heißt das Buch, das am Wochenende veröffentlicht wurde.

Max Huttner ist zu Gast in der Redaktion. Seine Arme bewegen sich wild, sind nicht zu kontrollieren. An still sitzen ist nicht zu denken. Es ist ein Tag, an dem es dem 29-jährigen Miesbacher schlechter geht, an dem er zum Glück nur überbeweglich ist. Schlimmer wäre das Gegenteil: Unbeweglichkeit. Zum einen liegt an diesem Tag die Störung am föhnigen Wetter, dazu kommt noch etwas Nervosität wegen des Termins hinzu. Aber der ist Huttner wichtig. Immerhin geht es ja um sein Buch.

Zwei Jahre hat er zusammen mit Cindy Osterholzer, einer Freundin, an dem Taschenbuch geschrieben. Das Ergebnis sind 50 Seiten, die nicht nur Huttners Krankengeschichte Revue passieren lassen, sondern auch die emotionale Seite beleuchten. Wie es ihm ging, mit 26 Jahren eine solche Diagnose zu bekommen. Die Reaktionen der Passanten auf seine unkontrollierten Bewegungen. Der Schritt in die Öffentlichkeit vor zwei Jahren.

„Das Schreiben war nicht einfach für mich“, sagt er. Zum einen bescherte ihm die Krankheit immer wieder Zeiten, in denen er nichts machen konnte. Zum anderen musste er sich immer wieder Situationen in Erinnerung rufen, die er am liebsten für immer vergessen hätte. „Vor allem meine gescheiterte OP fiel mir schwer“, sagt er. Wie berichtet, sollten ihm Anfang 2015 Elektroden eingesetzt werden, um den Dopamin-Haushalt zu steuern, doch sein Körper nahm diese nicht an. Das jähe Ende einer großen Hoffnung.

Doch es gab auch positive Momente. „Ich hatte viele schöne und gute Begegnungen mit Menschen“, sagt er. Der TEV Miesbach habe ihn immer wieder unterstützt. Nicht zu vergessen die Versteigerung eines Bildes sowie ein Benefizkonzert, um Geld für sein Buchprojekt zusammenzubekommen. Mit dem Geld wurde der Druck des Buches finanziert. Dieses soll aber nicht verkauft werden. Vielmehr wird es verteilt gegen eine Spende. 300 Stück umfasst die Auflage.

Unterstützung hat Huttner vielfach bekommen. Egal, ob Eltern, Schwester, Freunde oder Ärzte – alle finden das Buch und den offenen Umgang gut. Die Krankheit steht nicht als nicht anzusprechendes Tabu zwischen ihm und den Mitmenschen. Im Gegenteil: Die Offenheit sorgt dafür, dass die Krankheit den Menschen dahinter nicht verstecken kann.

Mit dieser Erfahrung will Huttner anderen Mut machen. „Der offene Umgang mit meiner Krankheit hat mir sehr geholfen.“ Deshalb sei es die richtige Entscheidung gewesen, vor zwei Jahren über die Heimatzeitung den Weg in die Öffentlichkeit einzuschlagen. Ein stabiles Umfeld ist wichtig.

Zumal der 29-Jährige, der mittlerweile frühverrentet ist, immer noch mit der Krankheit zu kämpfen hat. „Teils ist es gut, und dann wieder nicht.“ Am schlimmsten sei es, starr zu sein und nur zu liegen. Dann könne er gar nichts tun. In der anderen Extremphase, der zappeligen Überbeweglichkeit, sei es leichter. „Da kann ich wenigstens raus.“ Gerade hat er ein neues Medikament bekommen, auf das er eingestellt wird. Außerdem wurde ihm eine erneute Reha in Konstanz bewilligt. Eine Heilung gibt es immer noch nicht. Es heißt weiter: hoffen und Medikamente ausprobieren. „Manchmal“, sagt Huttner, „wenn es mir schlecht geht, denke ich, dass ich der Einzige bin. Aber wenn es mir wieder besser geht, ist das anders.“

Das Buch und ein Fernsehbeitrag

„Maximal – Mein Leben mit Parkinson“ hat keine ISBN-Nummer. Es ist gegen eine Spende beim Buch am Markt in Miesbach, beim TEV Miesbach und über die Homepage parkinson25.de zu beziehen. Das Bayerische Fernsehen berichtet an diesem Montag ab 17.30 Uhr in der Abendschau über Huttner. Auch die Radiosendung „Mittags in Oberbayern“ (Bayern 1, 12 bis 13 Uhr) greift dieses Thema auf.

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