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Der Link ist noch da, die Seite nicht mehr: Hier stand das Programm der Pegida zum Nachlesen.

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Pegida-Programm auf CSU-Homepage gepostet

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Miesbach - Der Ärger um die Homepage der Miesbacher Kreis-CSU hört nicht auf: Wie jetzt bekannt wurde, war auf der Website das Programm der islamfeindlichen Pegida veröffentlicht - bis der Kreischef ein Machtwort sprach.

Erst Medienschelte, dann Sympathiebekundungen für Pegida? Der Schwabe würde es "Gschmäckle" nennen, der Bayer schüttelt vermutlich nur den Kopf. Auf der Website des Miesbacher CSU-Kreisverbandes stand nicht nur eine Sammlung medienkritischer Zitate, sondern auch das komplette Programm der "Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes", kurz Pegida. Unsere Kollegin Tatjana Kerschbaumer, Miesbacherin und inzwischen für den Berliner Tagesspiegel tätig, hat uns auf die Veröffentlichung hingewiesen.

Der Betreiber der Website der CSU Miesbach, Karl B. Kögl, hatte nach den Irritationen über seine Zitatesammlung zum Thema "Presse" und deren Löschung gesagt, dass ihn die "einseitige Berichterstattung" über Pegida gestört habe. Hat er deshalb das Programm der Pegida in voller Länge auf der Homepage der CSU veröffentlicht? Die Antwort bleibt er zumindest am Mittwoch schuldig, der Schlierseer war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. 

Die Diskussion um Pegida, seine unzähligen Untergruppierungen und Gegenbewegungen ist vermintes Gebiet. Wie die Medienschelte, laut CSU die Einzelmeinung Kögls, existiert die Seite nicht mehr. Aber das Internet vergisst nicht: Der Link http://www.csu-landkreis-miesbach.de/programm-der-pegida/ führt inzwischen auf eine Fehlerseite, der User erfährt: "Die gewünschte Seite existiert leider nicht (mehr)..."  Und ist trotzdem irgendwie noch da. Verbreitung hat der Link im Internet ohnehin schon gefunden: In verschiedenen Foren teilen und verweisen Anhänger und Gegner der Pegida gleichermaßen auf das Programm - mit Verweis auf die CSU Miesbach.

Und das auf Seiten wie Heise, Wallstreet Online oder im Forum der Frauenzeitung Brigitte. Unter dem Titel "PEGIDA: Rechte Spinner oder beunruhigte Bürger aus der Mitte?" hat eine Userin hier das Programm gepostet. Quelle: die CSU Miesbach. Auch auf Facebook wurde der Link durchs Netz gejagt.

CSU Kreisgruppe Miesbach macht Werbung für Pegida. Außerdem strotzt die Seite nur so vor islamfeindlichen Äußerungen. Wenn das die Kanzlerin wüsste ;) http://www.csu-landkreis-miesbach.de/programm-der-pegida/

Posted by Heinz Schenk on Donnerstag, 8. Januar 2015

Oberbayerns CSU - die sich schon beim ersten Bekanntwerden der Medienschelte ausdrücklich distanzierte - verwies darauf, dass die Meinung, die auf der Seite im Namen der CSU verbreitet wurde, nicht die Meinung der CSU sei. Das bekräftigt auch Kreischef Alexander Radwan am Mittwoch. "Wir teilen die Grundsätze der Pegida-Bewegung nicht", sagt er, "darum habe ich sofort die Löschung veranlasst, als ich von der Existenz dieser Seite gehört habe." Man müsse die Menschen, die sich von der Politik verlassen fühlen, ernst nehmen. "Pegida ist aber die falsche Antwort, darum haben wir reagiert."

Dass ihm die Verbindung "CSU-Pegida" nicht schmeckt, ist deutlich herauszuhören. Aufatmen werden Radwan und die Miesbacher Kreis-CSU aber wohl erst, wenn in Kürze die neue Website online geht. Ohne Pegida-Verbindung.

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