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Im Ruhestand aktiv ist Pfarrer Josef Winkler aus Frauenried. Jetzt feiert er Goldenes Priesterjubiliäum.

Josef Winkler feiert Goldenes Priesterjubiläum

Der Pfarrer, der Pilot werden wollte

Frauenried - Als Bub wollte er Pilot werden, jetzt feiert er sein Goldenes Priesterjubiläum. Ob er seine Entscheidung jemals bereut hat, hat uns Pfarrer Josef Winkler im Gespräch verraten.

Gen Himmel zog es Josef Winkler schon als junger Mann. „Früher wollte ich mal Pilot werden“, verrät der 76-Jährige, der an diesem Sonntag in der Wörnsmühler Kirche sein Goldenes Priesterjubiläum feiert. Letztlich entschied er sich aber für einen anderen Zugang zum Himmel – und ließ sich am 29. Juni 1966 von Julius August Kardinal Döpfner in Freising zum Priester weihen. Der Jubilar, der in Frauenried bei Irschenberg lebt, gibt sich ganz bescheiden: „Ich möchte nicht groß gefeiert werden, aber dankbar bin ich natürlich schon.“

Vor allem der Stadt Freising hat der gebürtige Miesbacher viel zu verdanken. Dort waren die Anfänge seines Priesterdaseins. Mit elf Jahren kam er ins Knabenseminar, im Jahr 1960 machte er sein Abitur. Auch danach blieb er Freising treu. „Dort habe ich an der biologischen Hochschule Philosophie und Theologie studiert“, sagt er.

Nach seiner Priesterweihe trat er dann seinen Weg durch Oberbayern an. Bis 1972 war Winkler als Kaplan in München-Großhadern tätig, ehe er bis 1974 in Bad Reichenhall wirkte. Nach zwei Jahren war es dann soweit: Winkler bekam seine erste Pfarrerstelle in Kirchheim bei München. „Ganze 16 Jahre bin ich dort tätig gewesen“, erzählt der 76-Jährige. Das konnte er jedoch noch toppen. Bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2010 war der heutige Ruhestandsgeistliche Pfarrer in Aschau im Chiemgau – also 20 Jahre lang.

Anders als sein Titel vermuten lässt, ist Winkler aber kein klassischer Ruheständler. Noch immer ist er im Pfarrverband Irschenberg aktiv und zelebriert Gottesdienste – und das gar nicht mal so selten, wie er berichtet: „Sie glauben gar nicht, wie oft man als Ruhestandsgeistlicher angefragt wird“, sagt Winkler schmunzelnd.

Auch wenn er seinen Beruf sehr schätzt – „weil man als Priester mit allen Lebenslagen konfrontiert wird“ – gebe es dabei auch große Herausforderungen. „Extremsituationen waren für mich immer Todesfälle und Beerdigungen“, erzählt der 76-Jährige. „Zu sehen, wie die Angehörigen trauern, ist sehr schlimm.“

Trotzdem hätte Winkler seinen Beruf nie gegen einen anderen eintauschen wollen. Naja, außer vielleicht mit dem Cockpit eines Flugzeugs. Wobei: Auch außerhalb vom Kirchenraum und damit nicht nur im geistlichen Sinne kommt Winkler heute dem Himmel noch ganz nah. Bei seinen zahlreichen Bergtouren zum Beispiel. Auch da zieht es ihn hoch hinaus.

Von Philip Hamm

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