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Industriegebiet mit Potenzial: Die Eigentümer von Müller am Baum wollen das Areal an der B 472 entwickeln, doch dazu brauchen sie die Stadt.

Bauamt weist Kritik der Eigentümer zurück

Pläne für Müller am Baum: Stadt ist gesprächsbereit

Miesbach - In die komplizierte Lage im Miesbacher Industriegebiet Müller am Baum kommt Bewegung. In einer Pressemitteilung bietet die Stadt den Eigentümern nun Gespräche an. 

Die Situation ist vertrackt im Miesbacher Industriegebiet Müller am Baum. Zwar wird in vielen Hallen und Häusern gearbeitet, für eine geordnete und langfristige Entwicklung des 170 000 Quadratmeter großen Areals fehlen jedoch zwei entscheidende Komponenten: eine gesicherte Erschließung der Grundstücke sowie ein Bebauungsplan.

Bei letzterem sieht Harald Stang, einer der fünf Eigentümer in Müller am Baum, bekanntlich in erster Linie die Stadt in der Pflicht. So habe die Eigentümergemeinschaft 2013 einen Bebauungsplanentwurf eingereicht, daraufhin aber nichts mehr aus dem Miesbacher Rathaus gehört.

In einer Pressemitteilung reagiert das Bauamt nun auf die Kritik – und spielt den Ball teilweise zurück. So sei das gesamte Areal in Müller am Baum vollständig in Privateigentum – inklusive des Straßennetzes mit den dazugehörigen Brücken und der Wasserversorgung. Ein Großteil der Grundstücke sei zudem nicht erschlossen, eine bauliche Entwicklung daher „nur in sehr eingeschränktem Umfang möglich“.

Da es der Stadt aus „tatsächlichen, rechtlichen – insbesondere eigentumsrechtlichen – und finanziellen Gründen“ nicht möglich sei, in Müller am Baum eine ordnungsgemäße Erschließung zu erstellen, sei an die Eigentümer mehrfach das Angebot ergangen, dies „in Eigenregie“ zu übernehmen und der Stadt zu übergeben. „Leider kam es aus diversen Gründen, die die Stadt nicht zu vertreten hat, hierzu nicht“, heißt es in dem Schreiben.

Die von Stang gewünschte Aufstellung eines Bebauungsplans zur Ordnung der Verhältnisse stellt für die Stadt „aufgrund der Vielzahl der zu berücksichtigenden Belange und der rechtlichen Rahmenbedingungen sowie der Vorgeschichte ein extrem aufwendiges Unterfangen“ dar. Als Beispiele nennt das Bauamt neben den Eigentumsverhältnissen die notwendige Altlastenerkundung, die „teils schwierige Gemengelage mit höchst unterschiedlichen Anforderungsprofilen der Nutzungen“ und die damit verbundenen immissions-, natur- und artenschutzrechtlichen Bestimmungen sowie wasserrechtliche Vorgaben. Erschwerend hinzu kämen die geplante Erweiterung des Wasserschutzgebiets der Landeshauptstadt München sowie die vorhandenen „Geflechte“ aus privaten Rechten und Leitungssystemen.

Auch wenn die Liste der Probleme in Müller am Baum lang ist: Das Fehlen eines Bebauungsplans führt laut Stadt nicht zwangsläufig zu Stillstand im Industriegebiet. Wäre eine Erschließung vorhanden, stünde einer baulichen Entwicklung nichts im Weg, da das Areal baurechtlich Innenbereich darstelle. Damit sei dort alles zulässig, „was sich nach Art und Maß der Nutzung in die Eigenart der Umgebung einfügt“.

Ein Beispiel ist der geplante Abbruch der Gebäude mit den Hausnummern 1 und 3, an deren Stelle ein Gewerbegebäude mit Gastwirtschaft und Wirtsgarten errichtet werden soll. Wie berichtet, hat der Bauausschuss dafür bereits grünes Licht gegeben. Die Erschließung erfolgt über eine Privatstraße des Antragstellers, Konflikte mit anderen Grundeigentümern sind damit ausgeschlossen.

Die seien aber auch bei einer Gesamtentwicklung des Areals nicht mehr zu befürchten, meint Stang. Seines Wissens seien die Differenzen zwischen einzelnen Eigentümern mittlerweile ausgeräumt. Jetzt gelte es, die Gemeinschaft wieder aufleben zu lassen und „mit einer Stimme“ mit der Stadt zu sprechen. Die ist dazu durchaus bereit, wie aus der Pressemitteilung hervorgeht: „Gerne nimmt die Stadt Miesbach die Gespräche mit den Eigentümern wieder auf.“ Mehr noch: Im Interesse aller wäre es aus Sicht der Stadt wünschenswert, wenn dabei „gemeinsam getragene Ergebnisse erzielt werden können“. Stang nimmt den Ball gerne auf: „Unser Bebauungsplanentwurf liegt vor.“

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