Christian Auracher, Krankenhaus Agatharied
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Dr. Christian Auracher: Leiter des Gesundheitsamts Miesbach.

Erstmals äußerst sich Gesundheitsamt

Noro-Virus-Epidemie im Krankenhaus: Das sagt der Behördenchef

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Die Durchfall-Epidemie im Krankenhaus Agatharied verunsichert Besucher und Patienten. Wir haben Gesundheitsamtsleiter Dr. Christian Auracher gefragt, wie es weitergeht.

Agatharied/Miesbach – So mancher Besucher des Krankenhauses Agatharied hat in diesen Tagen ein flaues Gefühl im Magen. Seit das Klinikum und das Gesundheitsamt Miesbach am Mittwochabend in einer gemeinsamen Pressemitteilung bekannt gegeben haben, dass in der Klinik eine Durchfall-Epidemie ausgebrochen ist, ist die Verunsicherung groß. Wir haben den Leiter des Gesundheitsamts, Dr. Christian Auracher (56), um eine Einschätzung der Lage gebeten und ihn zum weiteren Prozedere befragt.

Herr Dr. Auracher, wenn das Kreiskrankenhaus und das Gesundheitsamt gemeinsam vor einer Durchfall-Epidemie warnen, klingt das alarmierend. Wie ernst ist die Situation tatsächlich?

Auracher: Ernst, aber nicht dramatisch. Ein Ausbruch von Brechdurchfall ist in den Herbst- und Wintermonaten keine Seltenheit. Immer wieder sind Einrichtungen wie Kindergärten oder Seniorenheime davon betroffen. Auch vor Kliniken machen die Viren eben nicht halt. Weil es sich bei einer Häufung von Brechdurchfall um eine laut Infektionsschutzgesetz meldepflichtige Erkrankung handelt, hat uns das Krankenhaus Agatharied vorschriftsgemäß über den Vorfall informiert.

Ab welcher Fallzahl spricht man denn von einer Häufung?

Auracher: Laut Definition bereits ab zwei Fällen. Hier sind es natürlich mehr, das ist also schon eine andere Dimension. Auch deshalb wurden in enger Absprache mit der Klinik und den dortigen Hygieneexperten gleich die entsprechenden Schritte eingeleitet. Sofortmaßnahmen vor Ort wie der Aufschub von nicht dringlichen Behandlungen und die Bitte, Patientenbesuche auf ein Minimum zu reduzieren, sind dabei nur ein Teil.

Was wurde denn noch unternommen?

Auracher: Wir haben umgehend mit der Erfassung der Krankheitsdaten begonnen und leiten diese dann – wie bei meldepflichtigen Krankheiten üblich – an das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit und an das Sachgebiet Gesundheit der Regierung von Oberbayern weiter. Dort wird dann gemeinsam unter anderem auch Ursachenforschung betrieben, wie es zum Ausbruch kommen konnte, und geprüft, ob weitere Hygienemaßnahmen erforderlich sind. Bis auf Weiteres empfehlen wir jedem, sich häufig und gründlich die Hände zu waschen – egal ob er im Krankenhaus war oder nicht.

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