Die hier gezeigte Brecherspitze ist ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderer und Kletterer. Ein Familienvater aus der Nähe von München stürzte dort nun in den Tod.
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Die hier gezeigte Brecherspitze ist ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderer und Kletterer. Ein Familienvater aus der Nähe von München stürzte dort nun in den Tod.

Familie muss alles mit ansehen

Bergunfall an der Brecherspitze: Familienvater stürzt 100 Meter in den Tod - Tochter wollte ihn noch retten

  • Dieter Dorby
    vonDieter Dorby
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  • Lucas Sauter-Orengo
    Lucas Sauter-Orengo
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Am Sonntagnachmittag (10. Mai) ereignete sich in der Nähe des oberbayerischen Schliersees ein tragischer Bergunfall. Ein Familienvater (61) verlor dabei sein Leben.

  • Im oberbayerischen Kreis Miesbach ereignete sich am Sonntagnachmittag ein tragischer Bergunfall über Schliersee und Spitzingsee.
  • Ein Mann verlor die Kontrolle und stürzte an der Brecherspitze 100 Meter ab.
  • Die Bergwacht konnte nichts mehr für den Mann tun, dessen Sturz seine Familie vermutlich mit ansehen musste.

Todesdrama auf Brecherspitze - Das ist passiert

Es sollte offenbar ein schöner Familienausflug am Muttertag werden, doch er endete mit einem tragischen Unfall. Wie die Polizei Miesbach berichtet, ist am späten Sonntagnachmittag ein 61 Jahre alter Mann aus Unterföhring (Kreis München) im Bereich des Westgrates der Brecherspitz am Spitzingsee abgestürzt und dabei ums Leben gekommen. Der Verunglückte befand sich mit seiner Familie im Abstieg vom Gipfel der Brecherspitz zur Oberen Firstalm, als er plötzlich den Halt verlor und etwa 100 Meter über steiles, felsdurchsetztes Gelände abstürzte.

Lesen Sie auch das Interview:  Ist die Brecherspitz zu gefährlich?

Als gegen 17.30 Uhr der Alarm einging, machte sich die Bergwacht Schliersee mit 14 Mann auf den Weg zur Unfallstelle. Auch der Rettungshubschrauber „Christoph 1“ startete umgehend. Doch für das verunglückte Opfer kam jede Hilfe zu spät. Der Mann hatte sich beim Sturz multiple Verletzungen zugezogen – er verstarb noch an der Unfallstelle.

Gefahrenstelle Brecherspitze: Immer wieder Todesfälle am Grat

Bemerkenswert ist, dass an dieser Stelle in den vergangenen Jahren bereits mehrere Menschen ihr Leben verloren haben. 

  • Im vergangenen Jahr stürzte Ende August ein 39-jähriger Mann aus Irschenberg etwa 200 Meter in die Tiefe und erlag ebenfalls noch an der Unglücksstelle seinen Verletzungen. Er befand sich mit seinem Hund mittags auf dem Weg von der oberen Firstalm in Richtung Gipfel.
  • 2018 wurde ein 22-Jähriger von einem Gewitter überrascht und auf dem Brecherspitz-Grad vom Blitz getroffen. Er war sofort tot.
  • Anfang Oktober 2016 verunglückte dort ein 24-Jähriger aus Hausham, der mit einem Freund beim Bergwandern war. Beide waren mittags vom Gipfel kommend westwärts in Richtung Obere Firstalm unterwegs. Auch hier wurde die ausgesetzte Stelle zum Verhängnis. 

Der Weg verläuft dort teilweise über Felsen und ist sehr schmal, jedoch mit einem Drahtseil gesichert. Dort wollten die beiden eine Wanderin überholen. Der Begleiter ging voran. Als er sich umdrehte, sah er, wie der 24-Jährige, der ihm nachfolgen wollte, 200 Meter über die steile Bergflanke abstürzte.

Tödlicher Bergunfall über Schliersee: Gefährliche Felsvorsprünge

  • 2015 überlebte eine 60-Jährige aus Unterfranken den Sturz über 150 Meter an dieser Stelle. Zwei junge Bergwanderer hatten sich hinabgeseilt, Erste Hilfe geleistet und die Rettungsleitstelle alarmiert. Die Frau erlitt einen offenen Unterschenkel- und einen Oberschenkelbruch sowie schwere Wirbelsäulen- und Kopfverletzungen. 
  • 2013 stürzte eine 61-Jährige aus Hessen in den Tod. Sie war dort oben gestolpert.

Der westliche Steilhang hat an dieser Stelle etwa 45 bis 50 Grad Steigung und ist zudem von Felsrücken und großen Vorsprüngen durchsetzt. Es gibt dort letztlich nur eine ausgesetzte Stelle, die mit besagtem Stahlseil gesichert ist. Seitens der Bergwacht heißt es: Die Stelle erfordere Trittsicherheit, sei aber normal begehbar. Als besonders gefährlich sei sie eigentlich nicht einzuschätzen.

Bergdrama auf Brecherspitze: Tochter versuchte Vater zu retten

Wie die Bergwacht weiter berichtet, herrschten an diesem Sonntag keine extremen Wetter- und Wegverhältnisse. Dennoch stolperte der 61-Jährige just an jener Schlüsselstelle und stürzte vor den Augen seiner Familie rund 100 Meter tief über steiles Schrofengelände Richtung Spitzingsee. Obwohl der Einsatzleiter der Bergwacht Schliersee während der telefonischen Alarmierung darauf bestand, dass alle auf dem Grat bleiben sollten, stieg die Tochter des Verunglückten durch das weglose Steilgelände zu ihrem Vater ab und versuchte, ihn zu reanimieren. Vergeblich. Auch der Notarzt, der kurz darauf per Rettungshubschrauber an der Absturzstelle eintraf, konnte nichts mehr für den Mann tun.

Die traumatisierte Tochter wurde von einem Bergwachtler mit einem Rettungssitz am Hubschrauber-Seil ins Tal geflogen. Die anderen Beteiligten wurden vom Krisen-Interventionsdienst der Bergwacht Bayern betreut. Die Alpine Einsatzgruppe Rosenheim, die zum Polizeipräsidium Oberbayern-Süd gehört, übernahm zusammen mit dem Polizeihubschrauber „Edelweiß 8“ Bergung und Abtransport des Verstorbenen. Die Einheit hat auch die Ermittlungen zum Hergang des Unfalls aufgenommen.

ddy

Erstmeldung, 11. Mai, 7.14 Uhr

Schliersee - In der Nähe des Schliersees kam es am Sonntag, 10. Mai, zu einem furchtbaren Unfall. Ein Familienvater aus Unterföhringim Landkreis München verlor am Hang der Brecherspitze die Kontrolle, stürzte 100 Meter in die Tiefe und verlor sein Leben. Vermutlich musste seine Familie, die mit ihm unterwegs war, alles mit ansehen.

Miesbach: Mann stürzt an der Brecherspitze und verliert sein Leben

Wie die Polizei Miesbach berichtet, ereignete sich der tödliche Unfall gegen 17.30 Uhr im Bereich des Westgrates der Brecherspitze. Demnach war der 61-jährige Verunglückte dort mit seiner Familie unterwegs. Aus bisher ungeklärten Gründen verlor er dann die Kontrolle und stürzte etwa 100 Meter über steiles Gelände. Die Bergwacht Schliersee konnte nichts mehr für den verunglückten Mann tun.

Schliersee: Mann stürzt an der Brecherspitze - Bergwacht kann nichts mehr tun

Die Ermittlungen übernimmt die Alpine Einsatzgruppe beim Polizeipräsidium Oberbayern Süd in Rosenheim.

Hier die Polizeimeldung im Wortlaut: 

„Am Sonntag den 10.05.2020 gegen 17:30 Uhr kam es im Bereich des Westgrates der Brecherspitze in der Nähe des Spitzingsees zu einem tragischen Unfall bei dem ein 61 jähriger Mann ums Leben kam. 

Der Mann befand sich mit seiner Familie im Abstieg vom Gipfel der Brecherspitze zur Oberen Firstalm als er aus bislang unbekannter Ursache plötzlich den Halt verlor und ca. 100 Meter über steiles, felsdurchsetztes Gelände abstürzte. 

Die herbeigerufene Bergwacht Schliersee, welche mit 14 Mann im Einsatz war, konnte dem Verunglückten leider nicht mehr helfen. Dieser verstarb noch an der Unfallstelle. 

Die Bergung des Leichnams mittels Hubschrauber erfolgte durch die Bergwacht Schliersee in Zusammenarbeit mit zwei Polizeibergführern der Alpinen Einsatzgruppe Rosenheim des PP Oberbayern Süd welche auch die Ermittlungen zum Unfallhergang aufnahmen.“

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Sonne und Corona-Lockerungen locken die Menschen nun wieder in die Berge. Ein 43-Jähriger ist im Allgäu am Donnerstag in den Tod gestürzt*.

Markus Söder (CSU) verkündete weitreichende Lockerungen  der Coronavirus-Maßnahmen. Zu Beginn der Motorradsaison am Mittwoch (6. Mai) ereignete sich direkt ein furchtbarer Unfall*.

In Garching bei München hat wohl ein individueller Fehler den Austritt von Radioaktivität verursacht. Die Auswirkungen sind noch nicht klar.

Auch bei Steingaden nahm ein Bergausflug ein schlimmes Ende*: Eine Frau stürzte über Geröll in die Tiefe. Zwei Wanderer mussten alles mitansehen.

Das Coronavirus ist für viele Branchen eine gefühlt unendliche Zerreißprobe. Dabei entstehen viele kreative Lösungen, um durch ungewöhnliche Wege das Geschäft zu beleben.

Alle News und Geschichten aus Schliersee und Umgebung lesen Sie immer aktuell und nur bei uns*.

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