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Nichts mehr zu retten gab es für die insgesamt 86 Einsatzkräfte beim Brand eines Zweifamilienhauses in der Hennererstraße vergangenen Februar. Ein psychisch Kranker 36-Jähriger hatte das Feuer im Drogenrausch gelegt.

Feuer an der Hennererstraße

36-Jähriger vor Gericht: Brandstiftung im Drogenrausch 

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Schliersee - Weil er zusätzlich zu seinen Psychopharmaka Crystal Meth schnupfte, fackelte ein 36-Jähriger seine Wohnung in Schliersee ab. Jetzt muss er sich vor Gericht verantworten. 

Den Valentinstag des Vorjahres dürften viele Schlierseer noch in Erinnerung haben: Am 14. Februar 2016 stand ein Zweifamilienhaus an der Hennererstraße im Ortsteil Breitenbach in Flammen und brannte komplett aus. Der Brandstifter, ein heute 36-Jähriger, muss sich nun vor dem Landgericht München II verantworten. 

Seinen Lauf genommen hatte das Unheil bereits am Freitag, 12. Februar. Seit Wochen hatte sich der Zustand des paranoid schizophrenen 36-Jährigen verschlechtert, an besagtem Tag beschloss er schließlich seine Medikamente – drei verschiedene Psychopharmaka – abzusetzen. Obendrein hatte der Brandstifter bereits Anfang 2015 begonnen, zumindest am Wochenende regelmäßig Crystal Meth zu konsumieren. An den Ablauf der folgenden Tage und seiner Tat könne er sich nicht im Detail erinnern, räumte der Angeklagte vor Gericht ein.

An jenem Freitagabend habe er eine geringe Dosis Metamphetamin eingenommen, zwei Flaschen Met getrunken und versucht, sich die Pulsadern zu öffnen. „Das hat aber nicht geklappt“, sagte der Schlierseer. Anschließend nahm er eine große Menge eines Antidepressivums ein. Der 36-Jährige schlief schließlich ein. Zu einem weiteren Exzess kam es am späten Samstagabend. Der Angeklagte schnupfte seine gesamten Metamphetamin-Vorräte weg – nach eigener Aussage in suizidaler Absicht. „Ich bin dann erst mal panisch geworden.“

Dann setzten dem Angeklagten zufolge Wahnvorstellungen ein. „Ich hatte den Eindruck, dass andere Personen in der Wohnung waren, die mich umbringen wollten.“ Deswegen riegelte der 36-Jährige seine Wohnung hermetisch ab: Er rückte Mobiliar vor die Türen und versteckte sich in einem Raum, den er für sicher hielt. „Das ging so über Stunden.“

Am Sonntagnachmittag sah der Angeklagte dann keinen anderen Ausweg mehr, als die Wohnung anzuzünden. „Ich wollte die Leute ablenken, damit ich fliehen kann.“ Der 36-Jährige warf eine Fensterscheibe ein und übergoss schließlich mehrere Möbel-Haufen mit 80-prozentigem Rum, ehe er sie in Brand steckte. Dabei hatte ihn sein Onkel durch das zerbrochene Fenster beobachtet. 

Während der 47-Jährige nebenan, in der Wohnung der Oma, einen Notruf absetzte, kletterte der Brandstifter - bewaffnet mit einem Zierschwert - aus der Wohnung. Auch er steuerte die Wohnung der Oma an, wo er schließlich mit dem Schwert in der Hand im Hauseingang stand. Jedoch nicht, um gewalttätig zu werden, wie der Onkel vor Gericht aussagte. 

Ohne ein Wort zu sagen, machte der Angeklagte kehrt und versteckte sich im angrenzenden Bergwald, wo er schließlich einschlief. In der Zwischenzeit brachte der Onkel die Oma in Sicherheit. Erst Stunden später griffen Beamte der PI Miesbach den Mann auf dem Weg Richtung Schliersee auf.

Dieser gab sich vor Gericht reumütig. „Das war ein ganz großer Scheiß mit den Drogen“, sagte er. Dass sich seine Großmutter zum Tatzeitpunkt in ihrer Wohnung befunden hatte, habe er nicht gewusst. „Ich hatte sie seit Tagen nicht gehört oder gesehen.“ Derzeit befindet sich der Angeklagte im Isar-Amper-Klinikum München-Ost. Vor Gericht soll nun über eine dauerhafte Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik entschieden werden. Der Prozess dauert an.

Das abgebrannte Zweifamilienhaus will der Onkel des Angeklagten wieder aufbauen. Ein entsprechender Antrag war im April Gegenstand im Schlierseer Bauausschuss

hb

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