Ein Bagger hat das Kriegerdenkmal in Schliersee abgerissen
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Das Kriegerdenkmal in Schliersee ist weg.

Tafel und Mauer weg

Abbau des Kriegerdenkmals in Schliersee: Gebirgsschützen-Hauptmann nicht befragt

Bisher war davon die Rede, dass der Abbau des Kriegerdenkmals in Schliersee in Absprache auch mit den Gebirgsschützen stattfand. Doch deren Hauptmann widerspricht.

Schliersee – Das Kriegerdenkmal am Rathaus in Schliersee ist verschwunden (wir berichten). Anders als dargestellt, haben die Gebirgsschützen dafür aber nicht ihr Okay gegeben. Zumindest nicht in Person von Hauptmann Michael Ausfelder. „Mit mir hat keiner geredet“, sagt er. Dies bestätigt auf Anfrage auch Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU), dessen Darstellung im Hauptausschuss diesen Schluss aber erlaubt hatte. Er habe sich wohl auf Gespräche mit anderen Gebirgsschützen bezogen, so der Rathauschef weiter.

Kriegerdenkmal wird ein paar Meter weiter wieder aufgestellt

Immerhin kann er Ausfelder, der mit der Entfernung „nicht einverstanden“ gewesen wäre, ein Wiederaufstellen des Kriegerdenkmals konkret in Aussicht stellen. Die Tafel, wenn auch nicht die ganze Mauer, werde auf der anderen Seite der Straße, gleich neben der Heimkehrergrotte am Weinberg, wieder errichtet – und eine Gedenktafel für die Vermissten und Toten aller Kriege obendrein. Im nächsten Frühjahr soll das über die Bühne gehen.

Ursprung des Denkmals ungewiss

Über die Hintergründe des Denkmals ist Schnitzenbaumer derweil wenig bekannt. „Wir haben dazu keine Unterlagen“, sagt er. Tafel und Mauer müssen wohl in den 1940er-Jahren entstanden sein. Ins gleiche Jahrzehnt fällt auch die Weihe der Nikolaus-Kapelle auf dem Friedhof als Kriegergedächtniskapelle. Hier finden vornehmlich auch die Gedenken statt, und hier sind auch die Gefallenen der Weltkriege namentlich aufgeführt, so Schnitzenbaumer.

Gehweg am Rathaus wird womöglich noch heuer fertig

Wie berichtet, hat die Gemeinde das Denkmal abgetragen, weil sie den Rathausvorplatz umgestalten möchte. Insbesondere der Gehweg entlang des kleinen Parks liegt dem Bürgermeister am Herzen. Und wenn das Wetter stabil bleibt, könnte man noch heuer weit damit kommen, hofft Schnitzenbaumer.

Der nächste Schritt sei dann die Versetzung der Treppe um ein gutes Stück in Richtung Weinberg und das Entfernen der kleinen Waschbeton-Wüste, die so gar nicht zum historischen Rathaus passen mag.

Lesen Sie hierzu auch: Schliersee plant neuen Rathausvorplatz: So könnte er aussehen

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