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Nicht immer der gewünschte Ruhepol: Der Schlierseer Kurpark verwandelt sich im Sommer gerne mal in einen Badestrand. Für mehr Ärger sorgen aber in erster Linie alkoholisierte Jugendliche, die die Grünanlagen für private Partys nutzen. Das hat jetzt ein Nachspiel. 

Kontrollen durch Sicherheitsdienst zeigen Wirkung

Ärger im Kurpark: Mehrere Bußgeldverfahren laufen

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Alkoholisierte und pöbelnde Jugendliche bereiten dem Sicherheitsdienst im Schlierseer Kurpark viel Arbeit. Doch die Kontrollen zeigen Wirkung. Und 2018 werden es noch mehr.

Schliersee – Einerseits kann Christine Neundlinger die Beliebtheit des Schlierseer Kurparks gut verstehen. „Es ist schon ein verlockend schönes Platzerl“, sagt die Leiterin des Ordnungsamts im Rathaus. Andererseits hat Neundlinger aber auch viel Arbeit durch die Besuchermassen. Besonders das Sommerwetter der vergangenen Wochen wirkte wie ein Magnet. Nicht nur auf erholungssuchende Spaziergänger, sondern auch auf Badegäste und feiernde Jugendliche.

Gerade letztere haben den von der Gemeinde beauftragten Sicherheitsdienst stark beschäftigt. „Es gibt viele Beanstandungen“, berichtet Neundlinger. Auch Bußgeldverfahren seien am Laufen. Platzverweise oder gar Hausverbote habe man bislang nicht ausgesprochen. „Wir versuchen es immer erst im Guten.“ Das, sagt Neundlinger, reiche aber oftmals nicht aus. „Manchmal geht es schon ziemlich wild zu.“

Vor allem wenn Alkohol im Spiel sei, würden die Jugendlichen nicht nur andere Kurparkbesucher, sondern auch das Sicherheitspersonal anpöbeln. Einsichtig seien nur die wenigsten. Im Gegenteil: Schnapsflaschen würden nicht nur geleert, sondern letztlich auch zerdeppert. Weil die Securitys keine Personalien einfordern dürfen, müssten sie in solchen Fällen die Polizei rufen. Nur so könne man ein Bußgeldverfahren eröffnen.

Zustände, die nicht gänzlich neu sind im Kurpark. So massiv wie heuer sei es aber bislang noch nicht gewesen, meint Neundlinger. Deshalb habe die Gemeinde die Kontrollen ausgeweitet. Schauten die Sicherheitsleute früher nur freitags und an Wochenenden nach dem Rechten, gehen sie jetzt täglich Streife. „Wir haben aufstocken müssen, weil es so schlimm war“, sagt die Ordnungsamtsleiterin. Meist schon ab 16 Uhr würden die ersten Gruppen auftauchen. Also genau dann, wenn auch die Kurgäste noch im Park verweilen.

Doch nicht nur alkoholisierte Jugendliche sorgen für Konflikte. Auch das Badeverbot wird an schönen Tagen geflissentlich ignoriert (wir berichteten). In Einzelfällen könne man noch ein Auge zudrücken, meint Neundlinger. „Die Badenden stören ja nicht großartig.“ Anders sehe es aus, wenn 200 Sonnenanbeter ihre Handtücher in den Grünanlagen ausbreiten. „Dafür ist der Kurpark einfach nicht gemacht“, betont die Ordnungsamtsleiterin.

Immer wieder aufkeimende Kritik, die Gemeinde würde junge Leute bewusst vertreiben, weist Neundlinger klar zurück. So gebe es in Schliersee für jede Zielgruppe geeignete Bereiche. Für Spaziergänger mit Hunden, für Radler – und eben auch für Badegäste. „Wir müssen einfach darauf achten, dass wir Zonen für die verschiedenen Bedürfnisse haben“, sagt Neundlinger. Und, dass diese auch eingehalten werden.

Im kommenden Jahr ist daran auch das Landratsamt interessiert. Wie berichtet, hat die Behörde die Ausweisung eines Fischlaichschonbezirks angekündigt. Die entsprechende Verordnung tritt am 1. März 2018 in Kraft, teilt Verwaltungsdirektor Martin Pemler auf Nachfrage unserer Zeitung mit. Vom 1. April bis 30. September jedes Jahres gelte im Schlierseer Kurpark dann ein „Betretungs- und Badeverbot sowie ein Verbot sämtlichen Wassersports im ausgewiesenen Bereich“. Der Bezirk zum Schutz der Laichplätze für Lauben und andere Kieslaicher werde uferseitig mit Schildern, seeseitig mit Bojen gekennzeichnet.

Damit die Verbote eingehalten werden, kann das Landratsamt laut Pemler auf Antrag der Fischereiberechtigten oder des Pächters – in diesem Fall der Bezirks-Fischerei-Verein Miesbach-Tegernsee – einen Aufseher ernennen. Der sei auch zur Identitätsfeststellung oder zur Erteilung eines Platzverweises befugt. Wer vorsätzlich oder fahrlässig der Verordnung zuwiderhandle, müsse mit einer Geldbuße von bis zu 5000 Euro rechnen. Für die Ahndung der Verstöße sei das Landratsamt zuständig.

Die ausgeweiteten Kontrollen der Gemeinde zeigen bereits Wirkung, wie Neundlinger beobachtet hat. „Es ist schon eine Besserung eingetreten.“

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