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Das Alpenländische Osteroratorium von und mit Hans Berger (vorne l.) war heuer erstmals im Landkreis zu hören.

Premiere: Alpenländisches Osteroratorium

Klingende Osterbotschaft von Hans Berger

Das Osteroratorium von Hans Berger wurde zum ersten Mal im Landkreis in der Schlierseer Pfarrkirche St. Sixtus aufgeführt. Das Werk überzeugte durch seine Leichtigkeit.

Schliersee – Es ist eine Uraufführung im Landkreis gewesen: In der St. Sixtus-Kirche in Schliersee wurde unter der Leitung von Hans Berger das von ihm komponierte „Alpenländische Osteroratorium“ aufgeführt. Erst im vergangenen Jahr wurde die Komposition überhaupt zum ersten Mal dargebracht.

Berger ist bayerischer Kirchenmusiker und Chorleiter. Zudem gilt er als Zithervirtuose und hat für dieses Instrument sowie für das Ensemble eine Vielzahl von Werken aus Barock und Klassik bearbeitet und komponiert. Er hat bereits mehrere alpenländische Oratorien, unter anderem zu Weihnachten, geschaffen. Das Osteroratorium ist ein weiteres fulminantes Musikwerk aus seiner Feder.

Die Kirche war voll besetzt – ein großes Publikum und eine immense Anzahl an Musikern und Sängern füllten das Gotteshaus. Es wirkten Solisten wie der Tenor Andreas Smettan und Bariton Daniel Hinterberger, aber auch die Lainthaler und Audorfer Sängerinnen mit. Eine Vielzahl an typisch alpenländischen Instrumenten kam zum Einsatz: Harfe, Hackbrett, Zither oder Blasinstrumente. Gesungen haben gleich drei Chöre: die Chorgemeinschaft Montini zusammen mit den Kirchenchören von Schliersee und Hausham unter der Leitung von Christa Höller und Viktoria Rotholz.

Der voluminöse Tonkörper verschmolz mit dem Ambiente der St. Sixtus-Kirche zu einem wahren Frohlocken über die Osterbotschaft. Fast eine Stunde dauerte das Oratorium samt der festlichen Orchestereinleitungen, Duette, Rezitativen und Arien sowie anspruchsvollen Chorsätzen. Inhaltlich ging es um die Reflexion der Nachricht von der Auferstehung des gekreuzigten Jesu. Das Werk wird als Oratorium eingeordnet, weil ihm ein erzählender Bibeltext zugrunde liegt. Normalerweise wird dieser Text von einem Evangelisten vorgetragen, hier wurde er in freier Form wiedergegeben.

Die Texte der Gesänge stammten zum Teil von früheren Kirchenlied-Dichtern wie Friedrich von Sprees „In stiller Nacht“ aus dem Jahr 1649 oder Christoph Fischers „Wir danken Dir Herr Jesu Christ“ von vor 1568. Es wurden aber auch Texte von neueren Kirchenlied-Dichtern wie „O Licht der wunderbaren Nacht“ von Georg Thurmair (1984) gesungen, allesamt von Berger bearbeitet.

Bergers Audorfer Osterlied beeindruckte vor allem durch Leichtigkeit. Am Ende der Aufführung sangen Chor und Publikum gemeinsam den Abschluss „Lasst uns erfreuen herzlich sehr“ mit großem Halleluja. Ein wuchtiger Gesang und einzigartig obendrein – denn genau in dieser Weise wird das Zusammenspiel so bald nicht wieder inszeniert werden.

Eine Zugabe bekam das Publikum freilich auch zu hören: Mit der Perspektive auf Pfingsten ließen die Chöre „Weit ist das Meer“ erklingen. Die nächste Möglichkeit, das Oratorium zu erleben – dann allerdings in anderer Besetzung – gibt es am Dienstag, 2. Mai, in der Bürgersaal-Kirche in München.

Von Sonja Still

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