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Die Alpenrose verändert ihr Gesicht. Die Bauarbeiten an dem Gebäude am Bahnhof sind in vollem Gange.

Bau von 20 Luxuswohnungen

Alpenrose Schliersee: Mehrkosten durch Altlasten

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Die Arbeiten an der Alpenrose in Schliersee schreiten voran. Der Bau der 20 Luxuswohnungen verlangt Eigentümer Erich Meidert allerdings einiges ab. Doch der Löwe ist ein Kämpfer.

Schliersee – Drei Mal musste der Bagger „husten“, dann war die Westwand weg. Ein weiteres welkes Blatt der alten Schlierseer Alpenrose, die Neu-Eigentümer Erich Meidert in eine blühende Zukunft führen will (wir berichteten). Doch die Frischzellenkur verlangt dem Bauherrn einiges ab.

Ursprünglich hätte die Mauer an der Westseite nämlich stehen bleiben sollen. Meidert ließ sie sogar aufwendig abstützen. Doch als es an die Unterfangungsarbeiten ging, ereilte ihn eine böse Überraschung: „Der Untergrund war biologisch zersetzt“, erklärt er. Keine Firma hätte unter diesen Voraussetzungen die Haftung übernommen. „Ein Einsturz wäre lebensgefährlich gewesen“, sagt Meidert. Dass die Sicherung der Wand damit für die Katz war, nimmt er gelassen. „So was muss man einkalkulieren bei einem Projekt dieser Größenordnung.“

Tatsächlich hat sich Meidert einiges vorgenommen in Schliersee. Wie berichtet, sollen 20 Luxuswohnungen und zwei Läden auf dem Grundstück gegenüber dem Bahnhof entstehen. Die größte Schwierigkeit liegt in der alten Bausubstanz begründet. Die Alpenrose stammt aus dem Jahr 1904. Alleine schon deshalb ist die Sanierung des Gasthofs mit einem enormen Aufwand verbunden.

Das bekam Meidert auch beim geplanten Aushub für die Tiefgarage für 18 Autos zu spüren. „Der Boden ist leider kontaminiert“, erklärt er. Erdmaterial in einem Bereich von 50 Meter Breite, 30 Meter Länge und drei Meter Höhe müsse abgegraben und entsorgt werden. Meidert rechnet dabei mit Mehrkosten in einem hohen sechsstelligen Bereich.

Missmutig ist er dennoch nicht. Vielleicht auch, weil er als glühender Fan des Fußballvereins TSV 1860 München einiges an Leidensfähigkeit und Kampfgeist mitbringt. Mit dem Ort ist Meidert, der selbst eine der Wohnungen in der Alpenrose beziehen wird, jedenfalls bereits warm geworden. Er werde sich im Chor, bei den Musikanten und den Fußballern engagieren, kündigt er an. Auch um ein gutes Miteinander mit seinem Nachbarn Jakob Gritscher, der das Café Jennerwein betreibt, sei er bemüht.

Gesprächsbedarf gibt es zudem noch mit der Gemeinde. Wie berichtet, müsste diese auf zwei ihrer Parkplätze verzichten, damit Meidert die beiden Stellplätze auf seinem Grundstück erreicht. Gelöst sei die Frage nach wie vor nicht, er strebe aber zeitnah einen Runden Tisch an, meint der Bauherr. „Aktuell sind es eben noch Hubschrauberparkplätze“, scherzt er.

Seine Gelassenheit will sich Meidert nicht nehmen lassen. Die Nachfrage gibt ihm recht. Ein Großteil der Wohnungen ist verkauft. Bis Jahresende soll alles bezugsfertig sein. Für die Gewerbeflächen im Erdgeschoss hat er auch schon eine Idee. Seiner Vorstellung nach würde hier die Kurverwaltung gut hineinpassen – nicht zuletzt wegen der Nähe zum Bahnhof.

Es gibt also noch einiges zu tun in der Alpenrose. Der „Löwe“ Meidert sieht es sportlich – und hat bereits eine 1860 München-Fahne auf der Baustelle gehisst.

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