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Klingt komisch, will die Gemeinde aber so: An diesem Strand darf nicht gebadet werden.

Am Kurpark und an der Bootsanlegestelle

An diesem Strand herrscht Badverbot - interessiert aber keinen

Auf der Wiese am Schliersee-Nordufer neben der Bootsanlegestelle ist nicht nur am Wochenende der Teufel los. Dabei hat die Gemeinde hier ein Badeverbot verhängt. Interessiert aber keinen.

Schliersee – Es ist und bleibt ein Problem für Schliersee: Am Nordufer zwischen Schlierach und Schlierseer Hof gibt nur wenige Stellen, an denen das Baden erlaubt ist. Doch das Verbot scheint immer weniger Ausflügler und auch Einheimische zu interessieren. Zuletzt störte eine Gruppe ein Kurkonzert. Auf einen Hinweis der Zweiten Bürgermeisterin Johanna Wunderle hin bat die Gäste-Info die Vermieter, ihre Gäste auf das Badeverbot aufmerksam zu machen.

Der Kurpark in Schliersee soll ein Ort der Ruhe sein. Entsprechend umfangreich ist der Verbotskatalog. Alkoholkonsum, Ballspiele, Grillen, Radlfahren: alles verboten. Auch in der Wiese liegen. Das ist einige Meter weiter nahe des Bootsstegs erlaubt, wegen des Schiffverkehrs ist aber auch dort das Baden verboten. Zu gefährlich. Die Verbote allerdings werden immer häufiger ignoriert, hat auch Christine Neunlinger vom Schlierseer Ordnungsamt festgestellt. „Ich habe das Gefühl, das interessiert keinen mehr. Woran das liegt weiß ich auch nicht.“ Wie Marion Riedel von der Gäste-Info berichtet, hat sich zuletzt eine Gästegruppe so lautstark im Kurpark amüsiert, dass ein Konzert im Musikpavillon gestört wurde. Daher habe die Gäste-Info mit dem wöchentlichen Newsletter einen entsprechenden Hinweis an die Vermieter verschickt. Ob das fruchtet, bleibt abzuwarten.

Dieser schöne Spielplatz zieht viele Familien mit Kindern an. Die würden auch gerne Baden gehen. Tun sie auch. Dürfen sie nur eigentlich nicht.

In störender Weise feiernden Gruppen, meist jüngere Leute, versucht die Gemeinde schon seit Jahren beizukommen, indem sich eine Security im Kurpark patoullieren lässt. „Das ist auch notwendig“, sagt Neundlinger. Gegen die Unvernunft mancher Erholungsuchender sind auch die Sicherheitskräfte machtlos. Denn auch das Badeverbot am Bootssteg wird weiterhin umgangen. „Die sagen zwar, sie gehen aus dem Weg, wenn das Schiff kommt, machen das aber dann dochnicht“, berichtet Neundlinger.

Zu einem schärferen Schwert zu greifen, namentlich Ordnungsgelder zu verhängen, kommt für das Rathaus derzeit nicht in Frage. Neundlinger: „Wir wollen die Leute ja nicht vertreiben.“ Bleibt das Aufmerksam-Machen auf Alternativen. Und davon gibt es am Schliersee genug. „Fast Dreiviertel des Sees sind frei zugänglich“, sagt Riedel. Das wiederum unterscheidet den Schliersee von anderen Gewässern, etwa dem Tegernsee.

Daniel Krehl

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