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Der Kampf geht weiter: Hans Pawlovsky (l.) und Werner Hartl, Leiter des IG Metall Jugendbildungszentrums in Schliersee mit Kranz und abgedeckter Gedenktafel.

Annaberg-Gedenktafel soll weg

Unermüdlicher Kampf gegen Nazi-Tradition

Schliersee - Das Bündnis gegen rechte Umtriebe im Oberland fordert unermüdlich die Entfernung der Annaberg-Gedenktafel. Denn das Gedenken gilt als Nazi-Tradition.

Das Bündnis gegen rechte Umtriebe im Oberland lässt nicht locker. Zum Tag der Befreiung vom deutschen Faschismus in Russland legten es an der Weinbergkapelle einen Kranz im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus nieder. Der Ort ist kein Zufall. Denn hier hängt die Annaberg-Gedenktafel, die den Anti-Faschisten seit vielen Jahren ein Dorn im Auge ist und für deren Beseitigung sie weiterhin kämpfen.

Mit der Tafel wird 52 Mitgliedern des Bunds (zuvor Freikorps) Oberland gedacht, die bei der Erstürmung des Annabergs in Schlesien gefallen sind. Heute vor 93 Jahren war das. Und noch heute gibt es Menschen, die der Gefallenen gedenken und jährlich Kränze an der Kapelle niederlegen – was vor allem höchstproblematisch ist, weil dieses Gedenken eine Nazi-Tradition war und viele Freikorps und Bund Oberland-Mitglieder sich später der SA anschlossen – noch lange vor der Machtübernahme durch die Nazis.

Hans Pawlovsky, einer der Bündnissprecher und Bezirksvorstands-Mitglied der SPD Oberbayern sagte bei der Kranzniederlegung: „Wir fordern die katholische Kirche auf, die Gedenktafel des rechtsextremen Freikorps Oberland endlich zu entfernen.“ In Bayern würden mittlerweile Schulen und Kasernen umbenannt, da die ursprüngliche Namen in Verbindung mit dem Dritten Reich stehen. In Schliersee hingegen passiere nichts. Inzwischen ist der Kranz entsorgt. Unbekannte hatten die Bänder abgeschnitten und so hätte er fälschlicherweise als Gedenken an die gefallenen Oberländer gedeutete werden können.

dak

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