Peter Könekamp, Arabella Alpenhotel Spitzingsee
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Gerüstet für die Gäste: Hoteldirektor Peter Könekamp und sein Team haben ein ausgefeiltes Hygiene- und Abstandskonzept entwickelt.

Hotel-Direktor im Interview

Kein Pool, kein Buffet: Wie Urlaub am Spitzingsee trotz Corona schön wird

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Die Hotels dürfen wieder öffnen. Aber wie sieht der Urlaub während Corona eigentlich aus? Das erklärt der Chef des Arabella Alpenhotels am Spitzingsee im Interview.

Landkreis – Urlaub im Hotel: Ab diesem Samstag ist das wieder möglich. Pünktlich zum Beginn der Pfingstferien beendet auch das Arabella Alpenhotel am Spitzingsee seine Corona-Zwangspause und darf wieder Gäste empfangen. Wie sich das Hotel auf den Neustart vorbereitet hat, was die Urlauber erwartet und mit welchen Einschränkungen sie trotz der Lockerungen noch rechnen müssen, haben wir Direktor Peter Könekamp im Interview gefragt.

Herr Könekamp, wie sieht der Pfingsturlaub im Arabella Alpenhotel am Spitzingsee aus?

Peter Könekamp: Auf jeden Fall anders als im vergangenen Jahr. Die Gesundheit unserer Gäste und Mitarbeiter hat für uns oberste Priorität. Und dennoch sollen alle ihren Aufenthalt bei uns genießen können. Um diesen Spagat bewältigen zu können, haben wir hier im Hotel in den vergangenen Wochen ein ausgefeiltes Konzept zur Einhaltung von Hygieneschutz und Abstand entwickelt.

Wie viel werden die Gäste davon mitbekommen?

Peter Könekamp:  So einiges. Das beginnt schon beim Einchecken. Sowohl unsere Mitarbeiter, wie auch die Gäste sind verpflichtet, in den öffentlichen Bereichen des Hotels Masken zu tragen. Das Begrüßungslächeln an der Rezeption wird man also nur an den Augen ablesen können. An der Herzlichkeit wird es deshalb aber nicht mangeln. Wir alle sind sehr glücklich, dass wir endlich wieder Gäste empfangen dürfen.

Wie groß ist denn der Ansturm auf die Zimmer?

Peter Könekamp:  Unmittelbar nach Bekanntgabe des Öffnungstermins sind die Buchungen wieder angesprungen. Am Pfingstwochenende sind wir zu knapp 70 Prozent belegt. Obwohl es in Bayern keine Obergrenze für die Bettenauslastung gibt, haben wir uns für eine stufenweise Rückkehr zum Normalbetrieb entschieden. Bereits im Juni haben wir die ersten beiden Tage mit voller Belegung. Da ist es schon eine Herausforderung, die Abstände in den gemeinsamen Aufenthaltsbereichen einzuhalten, vor allem in der Gastronomie.

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Sie rechnen mit langen Schlangen am Frühstücks- oder Salatbuffet?

Peter Könekamp:  Nein. Aus einem einfachen Grund: Es wird bis auf Weiteres keine Buffets geben. Um dennoch das komplette Speisenangebot anbieten zu können, haben wir unseren A-la-Carte-Service stark ausgebaut. Die Gäste stellen sich ihr Wunsch-Frühstück zusammen, und wir bringen es ihnen unter einer Glasglocke sicher an den Tisch. Das Buffet steht so gewissermaßen in der Küche.

Trotzdem dürfen sich die Gäste aber auch beim Essen nicht zu nahe kommen.

Peter Könekamp:  Da kommt uns zugute, dass wir mehrere Restaurants haben und bei schönem Wetter auch die Terrasse nutzen können. An den Tagen mit voller Belegung werden wir aber für unsere Halbpensionsgäste zwei Essenszeiten anbieten: um 18 und um 20 Uhr. Auch einen Absacker an der Bar kann man nehmen, allerdings nur bis 22 Uhr.

Die Kulinarik ist das eine. Wie aber sieht es mit den Freizeitmöglichkeiten im Hotel aus?

Peter Könekamp:  Hier gibt es noch die größten Einschränkungen. Unser Innenpool und der Saunabereich bleiben weiter geschlossen, das Fitnessstudio geht am 8. Juni wieder in Betrieb. Sofort öffnen dürfen wir hingegen die Wiese am See. Da stellen wir die Liegen so auf, dass zwei Meter Abstand gewährleistet sind.

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Ein Bad nehmen kann man also höchstens auf dem Zimmer?

Peter Könekamp:  (lacht) Oder im See. Da sollte man aber mit erfrischenden Temperaturen kein Problem haben – oder einen Neoprenanzug mitbringen. Im Ernst: Auch das Sonnenbaden am Spitzingsee ist sehr erholsam.

Wie erholt ist denn Ihr Personal nach der langen Pause?

Peter Könekamp:  Alle sind gesund, motiviert und freuen sich, dass es nach Überstundenabbau und Kurzarbeit jetzt wieder richtig losgeht. Jeder Mitarbeiter hat eine Hygieneschulung durchlaufen. Egal ob es um das Platzeinweisen der Gäste in den Restaurants oder um die Desinfektion bei der Zimmerreinigung geht: In jeder Abteilung gibt es sehr viele neue Dinge zu beachten. Wir sind aber bereit, die Herausforderungen anzunehmen und zu meistern. So, wie wir das auch während der Schließung getan haben.

Gab es denn da so viel zu tun?

Peter Könekamp:  Aber ja. Wir haben die Zeit für umfangreiche Instandsetzungsarbeiten genutzt. Vom Malern bis zum Austausch von Waschbatterien. Das alles lässt sich viel leichter machen, wenn das Haus leer ist.

Wann ist es denn mal wieder komplett voll?

Peter Könekamp:  Bei uns erst, wenn auch Tagungen und große Veranstaltungen wieder möglich sind. Da gibt es aktuell noch keinen Termin. Für heuer wurden beispielsweise sämtliche Hochzeiten storniert und auf 2021 verschoben. Spätestens dann dürfte es wieder richtig brummen bei uns.

sg

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