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Ein Bild wie aus dem Januar: Die Eisstockschützen in der Nähe des Schlierseer Kurparks nutzen den Kälteeinbruch für ihren Sport. Trotz der schon kräftigeren Spätwintersonne müssen sie sich durch den eisigen Wind warm anziehen. 

Eis aber noch nicht überall tragfähig

Arktikluft vorm Frühlingsstart: Schliersee friert zu

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Die arktische Kälte ist im Landkreis angekommen. Mit der Folge, dass der Schliersee eine Woche vor Frühlingsanfang erstmals in diesem Winter zufriert. Die Wintersportler freuen sich.

Schliersee/Spitzingsee – Der Schnee kreischt fast unter den Schuhen, ein beißender Wind bläst einem feine Eiskristalle ins Gesicht. Wenige Tage vor dem meteorologischen Frühlingsanfang am 1. März ist eine Kältewelle über den Landkreis hereingebrochen, die – glaubt man manchen Experten – zumindest zu dieser fortgeschrittenen Jahreszeit Seltenheitswert hat. Wer kein windgeschütztes Plätzchen in der doch schon merklich wärmenden Spätwintersonne gefunden hat, musste sich sich zu Wochenbeginn richtig warm anziehen, um der Arktikluft zu trotzen.

Die Wintersportler freuen sich über das späte Kältegeschenk: Wer hätte gedacht, dass der Schliersee heuer doch noch zufriert? Ein erster Versuch Mitte Februar wurde von einem Warmlufteinbruch zunichte gemacht, diesmal scheint es aber zu klappen. Die teils auch tagsüber zweistelligen Minustemperaturen leisten ganze Arbeit, sagt Nikolaus Gumberger. „Gefühlt haben wir jetzt Januar.“

Der frühere Betreiber des Bootsverleihs am Milchhäusl hat den Schliersee auch heute noch im Blick. Und am Sonntag konnte er am Ufer im Kurpark bereits die ersten Eisstockschützen beobachten. Auf zehn Zentimeter schätzt Gumberger hier die Eisdicke. „Hier ist das Wasser nicht so tief“, erklärt er. Tückisch sei die Schneedecke auf dem See. „Da sieht man nicht, wo das Eis noch zu dünn ist“, warnt Gumberger.

Auch Thomas Wohlrab, Zweiter Vorsitzender der Schlierseer Wasserwacht, mahnt zur Vorsicht. „Die Lage ist sehr ungleichmäßig und durch den Schnee schwer zu bewerten.“ Deshalb sollten sich Spaziergänger bei ihren Ausflügen auf den See lieber auf die ufernahen Bereiche beschränken. Ohnehin gelte wie immer: „Betreten auf eigene Gefahr.“

Auch für die Schlittschuhläufer, die auf Spiegeleis wie im Januar 2017 hoffen, hat Gumberger keine guten Nachrichten. Die Schneeschicht halte die größte Kälte ab, wodurch sich kein richtiges Kerneis mehr bilden könne. Aufatmen können hingegen die Stegbesitzer, die durch die ebenfalls abgeschirmte Sonneneinstrahlung nicht befürchten müssen, dass sich das Eis ausdehnt und damit ihre Holzbauten gefährdet.

Noch ein paar Grad kälter ist es auf den Skipisten. Minus 15 Grad hat Ski- und Snowboardschulen-Betreiberin Martina Loch am Montagvormittag an der Stümpfling-Talstation in Spitzingsee gemessen. Die Kurse – auch die für Kinder – würden trotzdem stattfinden. Zwar würden schon einige Eltern nachfragen, aber Loch kann sie beruhigen. „Wir verzichten bei solchen Temperaturen auf unsere Pausen im Freien und gehen lieber regelmäßig ins Warme“, erklärt sie. Mit Helm, Brille und Halstuch bis unter die Nase seien die Kleinen eh so angezogen, dass kaum ein Stück Haut der kalten Luft ausgesetzt sei. Auch die Skistiefel würden vorgewärmt. Die Skilehrer hätten ohnehin immer ein Auge auf die Kinder. „Wir fahren sonst ja auch bei Wind und Wetter“, sagt Loch.

Beides soll mindestens bis Donnerstag noch eisig bleiben, sagen die Vorhersagen. Wirklich ungewöhnlich sei das nicht, meint Gumberger. „Wir hatten auch schon mal bis Ostern Eis.“

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