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Freut sich auf die Kultautos: Autohaus-Chef Klaus Pusl aus Fischhausen vor dem Bild eines Rallye-Quattro.

„Die Technik ist noch heute überlegen“

Ur-quattros kommen an den Schliersee: Autohaus-Chef erklärt die Faszination

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Für Audi-Fans sind Ur-quattros Kult. Die Modelle von Baujahr 1980 bis 1991 waren vor allem in Rallyes sehr erfolgreich. Am Freitag rollen sie an den Schliersee.

Fischhausen – Der Ritterschlag für den Audi quattro kam ausgerechnet von der Konkurrenz. Opel-Rallye-Pilot Walter Röhrl geißelte die Neuentwicklung als Auto, „in dem auch ein Affe Weltmeister werden könnte“. Ganz so leicht zu beherrschen waren die von Fans ehrfürchtig als „Gruppe-B-Monster“ bezeichneten Fahrzeuge dann doch nicht. Kultstatus haben sie dennoch erreicht. Am Freitag, 21. Juni, sind 14 der sogenannten „Ur-quattro“ ab Baujahr 1980 vor dem Autohaus Pusl in Fischhausen zu bewundern. Grund ist das Treffen des 1. Bayerischen Ur-quattro-Clubs beim Schnapperwirt. Im Interview erklärt Autohaus-Chef Klaus Pusl (63), warum er seinen Hof als Parkplatz zur Verfügung stellt und wo seine Quattro-Leidenschaft herkommt.

Herr Pusl, erinnern Sie sich noch an den Zündfunken, der Ihre Quattro-Begeisterung entfacht hat?

Klaus Pusl: Sehr lebhaft sogar. Das war 1983 bei der Präsentation des Audi 80 quattro auf der Alten Spitzingstraße, die ich über meine Verbindungen sogar selbst eingefädelt habe. Da sind die damals aktiven Rallye-Fahrer von Audi mit Journalisten und anderen Gästen im Renntempo raufgefahren. Ein unvergessliches Erlebnis. Als wir mit 100 auf die Spitzkehre zugerast sind, war ich mir sicher, dass wir jetzt den Hang runterkugeln.

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Eine berechtigte Angst?

Klaus Pusl: Natürlich nicht. Die Rennfahrer haben ihr Handwerk beherrscht, und die Allrad-Technik war voll ausgereift. Trotz der nur kurzen Entwicklungszeit. Das ist auch nach heutigen Maßstäben beeindruckend.

Tatsächlich?

Klaus Pusl: Klar. 1977 ist die Idee entstanden, den Allrad-Antrieb des Militärfahrzeugs VW Iltis in die Serie zu übertragen. Nur drei Jahre später war die Technik auf der Straße. Und 1981 ist Michèle Mouton damit als erste Frau einen Rallye-Weltmeisterschaftslauf gewonnen. Was das für einen Hype ausgelöst hat, kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen. Auf einmal waren unsere Autos in sämtlichen Frauenzeitschriften abgebildet.

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Sie haben sich also von selbst verkauft?

Klaus Pusl: Es hat uns Händlern die Arbeit auf jeden Fall erleichtert. Die Werbefilme haben ja bis heute Kultstatus. Am bekanntesten ist sicher der Spot, in dem ein Quattro eine Skisprungschanze hochfährt. Damit verbunden war auch ein massiver Qualitätssprung bei Audi, der damals auch dringend notwendig war. Allerdings hat uns das neue Image „Vorsprung durch Technik“ auch zu Höchstleistungen verpflichtet. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

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An der Faszination des Quattro auch nicht?

Klaus Pusl: Nein. Die Antriebstechnik ist immer noch überlegen. Die ausgewogenen Fahreigenschaften schätzen die Kunden nach wie vor. Das gilt übrigens auch für E-Autos. Die Zukunft des Quattro ist in meinen Augen also gesichert.

sg

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