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Die Blechlawine rollt: Am Pfingstmontag bildete sich wieder ein kilometerlanger Stau in Schliersee. Auf lange Sicht soll eine intelligente Verkehrslenkung Abhilfe schaffen. Ein Forschungsprojekt soll bald starten. 

Ausflugsverkehr

Da hilft höchstens intelligente Verkehrssteuerung

Am Pfingstmontag war es wieder schlimm. Quälend langsam kroch die Autokolonne durch Schliersee. Selbst in die Verkehrsnachrichten – unüblich – hat es der Stau geschafft. Sechs Kilometer lang. Weiterhin ist guter Rat teuer. Aber es gibt Ansätze.

Schliersee – Das eher mäßige Wetter am Samstag und Sonntag hatte die Ausflügler noch nicht in Massen ins Oberland locken können. Dafür kam’s am sonnigen Pfingstmontag umso schlimmer. Morgens standen die Autos in Richtung Berge, ab Nachmittag zurück. Kilometerlang. Peter Schiffmann, beim Landratsamt zuständig für den Verkehr, glaubt, dass die besondere Corona-Situation zu dem extremen Aufkommen beigetragen hat. Alle sind daheim, die Freibäder haben geschlossen, also ab in die Berge und zu den Seen. Zu solchen Lagen komme es „ansonsten eher nur punktuell im Herbst zum Höhepunkt der Wandersaison“. Und aktuell ist der Drang nach draußen wegen der vorangegangenen Einschränkungen wohl groß.

Wie man dem Herr werden kann? Straßen einfach zu sperren, wie es etwa für in Internet-Diskussionen gefordert wurde, ist nicht drin. Schiffmann: „Rechtlich ist es kaum zu rechtfertigen, Verkehrsteilnehmer von der Nutzung von Staats- oder Bundesstraßen auszuschließen.“ Es handelt sich schließlich um ein Gemeingut.

Auch der Ruf nach einer besseren Steuerung wird immer wieder laut. Dazu würde man bessere Daten benötigen, sagt der Fachmann. Also zum Beispiel Dauerzählstellen auf den Straßen und Infos über die Auslastung der Parkplätze. Immerhin: Am Spitzingsattel steht seit heuer eine Zählstelle. Sie zeigt den Autofahrern zwar deren Tempo an, das ist aber sekundär, weil dort kaum jemand deutlich zu schnell fährt. Bedeutsam ist tatsächlich die Zählfunktion. Die Anlage ist ein erstes Ergebnis des von der Gemeinde Schliersee in Auftrag gegebenen Gutachtens zur Verkehrssituation.

Hoffnung setzt die Politik auf Möglichkeiten einer besseren Verkehrslenkung. Ein Parkleitsystem beispielsweise verhindert zumindest schon mal den Park-Suchverkehr. Hilfreich wäre wohl auch, wenn die Ausflügler Informationen zur Situation etwa am Spitzingsee schon bekommen, wenn sie die Autobahn bei Weyarn verlassen und gegebenenfalls Alternativen zu Zielen oder Transportmöglichkeiten (Stichwort: Park & Ride) erhalten. Informationen zum aktuellen Stand in Schliersee waren am Dienstag nicht zu bekommen.

Verkehrschaos gibt‘s natürlich auch im Winter, wie das Video in diesem Bericht zeigt.

Schiffmann aber berichtet von einem Forschungsprojekt, das der Zweckverband Kommunales Dienstleistungszentrum Oberland (KDZ) koordiniert. Es geht um die Möglichkeiten einer großräumigen Verkehrslenkung. Der überregionale Ansatz widmet sich dem Ausflugsverkehr im Oberland, es spielen aber auch Stadt und Landkreis München eine Rolle, die entsprechende Daten erheben müssen. Das Forschungsprojekt zum „multimodularen Routing“, wie sich die Verkehrslenkung im Fachjargon auch nennt, wird laut Schiffmann Thema bei der nächsten Verbandsversammlung des KDZ Mitte Juni sein.

Die Blechlawinen der kommenden Monate werden damit zwar nicht beziehungsweise noch nicht aufzuhalten sein. Aber immerhin zeigen sich Ansätze, dass überhaupt etwas passiert.

Das Thema Parken sorgt schon seit Langem für Ärger.

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