Stabübergabe bei den Werteproduzenten: Die früheren Vorsitzenden Andreas Eybel (l.) und Anton Stetter übergaben im Jahr 2016 ihre Ämter an Petra Reindl (2.v.l.) als neue Vorsitzende und Burgi von Mengershausen als Stellvertreterin. Nun muss Reindls Position neu vergeben werden.
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Stabübergabe bei den Werteproduzenten: Die früheren Vorsitzenden Andreas Eybel (l.) und Anton Stetter übergaben im Jahr 2016 ihre Ämter an Petra Reindl (2.v.l.) als neue Vorsitzende und Burgi von Mengershausen als Stellvertreterin. Nun muss Reindls Position neu vergeben werden.

Auswirkungen auf die Wirtschaft im Landkreis Miesbach

Sixtus-Wegzug reißt drei Löcher

  • Dieter Dorby
    vonDieter Dorby
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Der Umzug des Körperpflegemittelproduzenten Sixtus von Hausham nach Bad Aibling hat Folgen. In den Verbänden, in denen Sixtus-Geschäftsführerin Petra Reindl vertreten ist, beginnt die Nachfolgersuche.

Wenn Sixtus zum Jahresende seine Zelte in Hausham und damit im Landkreis Miesbach abbricht und nach Bad Aibling wechselt, reißt dieser Umzug drei Löcher in die Wirtschaftslandschaft – in mittelbarer Hinsicht. Denn nicht das Unternehmen hinterlässt die Lücken, sondern dessen Geschäftsführerin Petra Reindl.

Die 41-Jährige ist seit 2016 Vorsitzende des damals neu gegründeten Regionalausschusses der Industrie- und Handelskammer (IHK). Zudem übernahm sie ebenfalls vor drei Jahren den Vorsitz im Verein der Werteproduzenten des Landkreises Miesbach. Und nicht zuletzt ist sie Vorstandsmitglied im Unternehmerverband Landkreis Miesbach (UVM), der mittlerweile über 150 Unternehmen repräsentiert. Das Problem: Diese drei ehrenamtlichen Positionen sind eng an ihre Tätigkeit als Geschäftsführerin von Sixtus gebunden. Und die Mitgliedschaft der Firma ist in allen drei Fällen an den Sitz im Landkreis Miesbach gekoppelt. Heißt: Geht Sixtus, muss konsequenterweise auch Reindl gehen.

Großes Lob für Petra Reindl

Für Anton Stetter, Zweiter Vorsitzender beim Unternehmerverband und bis 2016 Vize bei den Werteproduzenten, ist Reindls Ausscheiden ein Verlust, der fast schwerer wiegt als der Wegzug von Sixtus: „Sie hinterlässt als Vorsitzende der Werteproduzenten eine große Lücke. Ihr Einsatz und Engagement sind Gold wert.“ Immerhin habe sie in den vergangenen Jahren maßgeblich dazu beigetragen, die Idee der Werteproduzenten weiterzuentwickeln. So wurden Mitgliedschaftskriterien klar definiert, eine Geschäftsstelle geschaffen und mit dem Gala-Abend eine neue Plattform entwickelt.

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Stettner schätzt dabei „die guten Ideen und das Engagement“, das Reindl auszeichne. Auch beim UVM werde sie fehlen, „denn wir schauen dort nicht auf Namen, sondern auf Kompetenz“.

In den nächsten Tagen wollen sich die 13 verbleibenden Werte-Unternehmen zusammensetzen und die durch den Sixtus-Abgang neue Situation besprechen. „Dann muss man sehen, wie es weitergeht.“ Klar ist laut Stetter allerdings, dass Sixtus als Mitglied bei den Werteproduzenten wohl kaum zu halten sei. „Voraussetzung ist der Firmensitz im Landkreis.“ Man rechne mit dem Austritt zum 1. Januar 2020. „Generell“, so stellt Stetter fest, „ist der Abschied von Sixtus natürlich schade.“ Das Unternehmen habe einen Namen, der gut passe. „Das Feld Körperpflege ist nun nicht mehr besetzt. Wir werden sehen, wie sich diese Lücke schließen lässt.“

Auch bei der IHK gibt es keine Alternative zum Ausscheiden, wie Sprecherin Almut Burkhardt erklärt: „Wenn das Unternehmen nicht mehr im Landkreis ansässig ist, ist das Mandat niederzulegen.“ Dann folge ein Nachrücker ins 15-köpfige Gremium, und der Vorsitz werde neu vergeben.

Ehrenamtliches Engagement mit Herzblut

Reindl selbst bedauert ihren Abschied ebenfalls – auch wenn bis dahin noch Zeit ist: „Bis zum Jahresende ist Sixtus noch im Landkreis, und bis dahin wird sich auch nichts ändern.“ Der Ausstieg aus allen drei Gremien werde ihr jedoch schwer fallen. „Ich habe mit Herzblut mitgearbeitet“, sagt sie. Vor allem die Werteproduzenten habe sie zuletzt maßgeblich mitentwickelt – aus gutem Grund, wie sie sagt: „Das ist ein Projekt mit einer unglaublichen Strahlkraft, bei dem es mehr als interessant ist, aktiv mitzugestalten.“ Bei der IHK sei es ihr wichtig gewesen, den Firmen als Pflichtmitgliedern zu zeigen, welche Dienstleistungen seitens der Kammer geboten werden.

Die drei ehrenamtlichen Aufgaben bei Werteproduzenten, IHK und UVM seien Schnittstellen und würden ihr Spaß machen. „Und man gibt auch etwas zurück.“ So ganz wird Reindl zumindest dem Unternehmerverband nicht verloren gehen. In der Reihe der UVM-Akademie, in der sie bereits Seminare hielt, will sie weiter aktiv bleiben. „Dafür ist der Firmensitz ja nicht entscheidend.“

ddy


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